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05.10.2020

Thomas Michel ist erster Künstler im "Kunstfenster" im Bürgerlabor

Eine Aktion des Kulturreferats mit dem Amt für Bürgerbeteiligung

Das „Bürgerlabor“ in der Hauptwachstraße wird zum „Kunstfenster“. Als erster Künstler präsentiert Thomas Michel vom 05.10. bis 12.10. sein Werk Goethe-Eiche. „Die Goethe-Eiche ist eine Metapher für ein schleichendes Gift, das die heutigen demokratischen Gesellschaften bedroht. […] Demokratien sind fragile politische Systeme, die ohne den Schutz durch die gesellschaftliche Mitte nicht überlebensfähig sind. Zeitgenössische Kunst hat die Aufgabe, sich diesem Diskurs zu stellen und ihren kulturellen Beitrag zur Förderung von Toleranz und Aufklärung zu leisten.“

Thomas Michel wurde 1966 in Darmstadt geboren und lebt und arbeitet in Bamberg. Seit 2016 ist er Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Oberfranken. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt in den Bereichen Malerei, Plastik, Hydrographie und Design, seit 1991 nimmt er an Einzelausstellungen und Gruppenprojekten im In- und Ausland teil, darunter in Italien, Frankreich und Kuba, sowie an Kunstmessen in Berlin, Köln oder Frankfurt.

Seit 1994 ist er als freischaffender Künstler und Designer für internationale Marken tätig. Von 1988 bis 1993 absolvierte er ein Studium an der FH München im Fachbereich Industrial Design mit dem Abschluss des Diploms. Parallel dazu betrieb er aus künstlerischer Überzeugung heraus ein autodidaktisches Studium der Malerei in einer Zeit, in der an den Akademien Konzeptkunst propagiert wurde und das Malen verpönt war.

Die Bilder von Thomas Michel stellen das menschliche Individuum ins Spannungsfeld zwischen humanitärer Krise, ökologischer Katastrophe und populistischer Manipulierung. Im Zentrum seiner Arbeit steht das menschliche Sehen und mit ihm die Wahrheit, die im Zeitalter der digitalen Bilderflut immer mehr verloren zu gehen drohen. Deshalb greift Thomas Michel immer wieder auf klassische Techniken und Medien zurück, wie z.B. Temperamalerei und die Öllasurmalerei der Renaissance, die er in der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen digitalen Medien in zeitkritische Bilder umsetzt. Quelle: thomas-michel-contemporary-art.de.

Den Anstoß für die Idee zu Kunst im Bürgerlabor gab das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia und seine Direktorin Nora-Eugenie Gomringer. Auf Suche nach einem Leerstand in der Innenstadt war sie im Gespräch mit Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar darauf gestoßen. Die Stipendiatin und Komponistin Petra Strahovnik (http://petrastrahovnik.eu) wird im Dezember drei Wochen im Bürgerlabor live komponieren.

Den Anfang machen nun die Bildenden Künstler. Das Kunstfenster wird ab sofort angeboten. Bis Ende November darf, für jeweils eine Woche ein*e Künstler*in aus Bamberg das Fenster künstlerisch bestücken. Auf Thomas Michel folgen Judith Siedersberger, Sabrina Catowiez, Christa Hoppe, Nadja Rakowski, Micho Haller, Peter Schoppel und Christiane Toewe.