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03.12.2019

Notfallsanitäter in Bayern werden gestärkt

Neue Qualifikation des Rettungsdienstpersonals ermöglicht mehr und schnellere Maßnahmen im Notfall

Anfang Dezember (2.12.) starten in Bayern die 2c-Maßnahmen der Notfallsanitäter. Die Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Bayern (ÄLRD) haben sich auf ein einheitliches bayernweites Vorgehen geeinigt. Gemeinsam haben sie Kriterien und Standards für einige typische notfallmedizinische Zustandsbilder entwickelt, die in einer sogenannten „2c-Delegation“ münden. Hierbei ist die Anwesenheit eines Notarztes vor Ort nicht notwendig.

Die 2c-Maßnahmen eröffnen den Notfallsanitätern die Möglichkeit, im Rahmen des § 4 Abs. 2 Nr. 2c NotSanG, eigenständige invasive, also ärztliche Maßnahmen auf Basis von vorgegebenen Algorithmen, durchzuführen. Zum Beispiel dürfen die Notfallsanitäter bei Patienten, die eine unkomplizierte Verletzung am Bein oder Arm erleiden ein Schmerzmittel verabreichen, um den Transport in Klinik so schonend wie möglich für den Patienten gestalten zu können. Zum einen kann somit Patienten bei leichteren Erkrankungen oder Verletzungen schneller und zielführender geholfen werden. Zum anderen steht der Notarzt dann für schwerer erkrankte Patienten zur Verfügung. Die 2c-Maßnahmen steigern also die Versorgungsqualität für die Notfallpatienten enorm.

Die ersten delegierten Notfallsanitäter in Bamberg-Forchheim sind Jürgen Schütz vom Arbeiter Samariter Bund (ASB), Thomas Stemper sowie Önder Sentürk vom Bayrischen Roten Kreuz (BRK) Bamberg und Forchheim, Rene Rebhan von der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Marco Hutzler vom Malteser Hilfsdienst (MHD).

Im Rahmen der Verbandsversammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehrwehralarmierung (ZRF) überreichte Dr. Jochen Peter, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Bamberg-Forchheim, ihnen eine Delegationsurkunde.

Das Berufsbild des Notfallsanitäters wurde im Jahre 2014 in Deutschland neu geschaffen. Dieses stellt die höchste nicht-ärztliche Qualifikation im Rettungsdienst dar und geht mit einer Erweiterung der Kompetenzen des Rettungsdienstfachpersonals einher.

Oberbürgermeister Andreas Starke (Stadt Bamberg) und die Landräte Johann Kalb (Landkreis Bamberg) und Dr. Hermann Ulm (Landkreis Forchheim) gratulierten den fünf Männern, die stellvertretend für rund 70 im Zweckverbandsgebiet ihre neue Aufgabe übertragen bekommen haben. Oberbürgermeister Starke, derzeit Verbandsvorsitzender des ZRF, brachte es dabei auf den Punkt: „Die Notfallsanitäter mit ihrer besonderen Qualifikation werden schon bald ein wichtiger Baustein der Rettungskette sein. Sie sorgen dafür, dass Notfallpatienten schnelle und Ziel gerichtete Hilfe bekommen, auch wenn kein Notarzt vor Ort sein kann.“