Seiteninhalt
31.08.2018

Seine Vision vom naturnahen Wald umgesetzt

Klaus Schulz geht nach 33 Jahren als städtischer Forstamtsleiter in den Ruhestand

„Ein Förster, der Geschichte geschrieben hat“, so nannte der für das städtische Forstamt zuständige Finanzreferent Bertram Felix den langjährigen Leiter des Städtischen Forstamtes Klaus Schulz bei dessen letzter Waldbegehung mit dem Stadtrat. Mit Ende des Monats August ist diese Geschichte nun zumindest formal zu Ende: Nach 33 Jahren als Leiter des Städtischen Forstamtes Bamberg geht Klaus Schulz in den Ruhestand.

Die Geschichte, die er dabei geschrieben hat, reicht gleichwohl weit in die Zukunft. Während seiner Dienstzeit hat Klaus Schulz in den Wäldern der Stadt Bamberg, der Bürgerspitalstiftung Bamberg und dem mitbetreuten Gemeindewald Stettfeld sehr viel bewegt und steht mit seinem beruflichen Lebenswerk für eine nachhaltige und gleichsam wirtschaftliche Forstbewirtschaftung.

Lob, Anerkennung und Dank prägten dann auch folgerichtig die offizielle Verabschiedungsfeier für Klaus Schulz im Refektorium des Bürgerspitals auf dem Michaelsberg. „Sie haben bei uns Ihre zukunftsorientierte Vision von einem naturnahen Wald ideenreich umgesetzt. Ihre exzellente Waldbewirtschaftung hat nachhaltige Maßstäbe gesetzt, die uns immer an die ‚Ära Schulz‘ erinnern werden. Dafür sind wir Ihnen sehr dankbar!“, fasste Oberbürgermeister Andreas Starke in seiner Laudatio diese Bilanz zusammen.

Zum Aufgabengebiet des 1954 in Bamberg geborenen Försters gehörte die Betriebsleitung auf 1.800 und die Revierleitung auf 1.200 Hektar Wald. Die Zeit des Altersklassenwaldes und die Kahlschlagwirtschaft wurden schon im Jahr 1986 beendet. Der Stadtwald Bamberg und die Wälder der Bürgerspitalstiftung werden seitdem nach den Richtlinien der naturgemäßen Waldwirtschaft bewirtschaftet.

Der Umbau der teilweise vorkommenden reinen Nadelholzbestände wurde von Beginn seiner Tätigkeit an stark forciert, so dass heute weitgehend baumartenreiche, hochwertige Laub- Nadelholzmischbestände vorhanden sind. Durch eine gelungene Jagdstrategie und die konsequente Bejagung des Rehwildes konnte zudem erreicht werden, dass die Naturverjüngung der Hauptbaumarten auf großer Fläche gelingt. Die Waldstrukturen, die Stabilität der Bestände, die Holzqualität, der Holzvorrat und der Holzzuwachs haben sich in den Jahren der Tätigkeit von Klaus Schulz deutlich verbessert.

Heute werden jährlich ca. 9.000 Festmeter Holz nachhaltig genutzt das überwiegend an örtliche Sägewerke und nahegelegene Großsägewerke vermarktet wird. Etwa 1.000 Festmeter Brennholz werden frei Waldstraße ausschließlich an Kleinverbraucher in der Region verkauft.

Die Wiedereinbringung der Weißtanne und die Verjüngung der Eiche waren Schwerpunkte der waldbaulichen Tätigkeit. Durch die Anlage zahlreicher Feuchtbiotope und die Erarbeitung einer Totholz- und Naturschutzstrategie hat sich der Wald zu einem artenreichen Lebensraum entwickelt, der von der örtlichen Bevölkerung als Erholungswald intensiv genutzt wird.

Diese Erfolgsgeschichte blieb auch außerhalb Bambergs nicht unbemerkt: Die Bürgerspitalstiftung Bamberg erhielt im Jahr 2013 den „Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung“ des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, die Stadt Bamberg den „Wald vor Wild“ Preis des Ökologischen Jagdverbandes Bayern. Durch zahlreiche Tagungen und Exkursionen wurde die Waldbewirtschaftung des Stadt- und Stiftungswaldes Bamberg auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bei Forstleuten, Waldbesitzern und Studenten bekannt.

Die Nachfolge von Klaus Schulz übernimmt Johannes Hölzel. Er ist in Bamberg kein Unbekannter, da er einige Jahre in der Geschäftsführung der Forstlichen Vereinigung Oberfranken tätig war. Im Anschluss leitete er als Produktionsleiter der Abteilung StadtForst drei Jahre den Kommunalwald der Stadt Frankfurt am Main.

Info

Städtisches Forstamt Bamberg
Herr Hölzel und Herr Bierlein

Reviere: Weipelsdorf, Tretzendorf, Roßstadt, Sassendorf, Stadtwald

Dienststunden am Forsthaus Weipelsdorf, Forstraße 12, 96120 Bischberg
Dienstag: 09:00 – 11:00 Uhr
Donnerstag 14:00 - 16:00 Uhr

E-Mail: forstamt@stadt.bamberg.de
Tel. 0951 62291

Revier Stadtwald: Herr Bierlein, Tel. 0951 17277