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18.07.2018

Archäologie in der Austraße

Wo derzeit die Rohbauarbeiten für das Kellergeschoss der neuen Innenstadtmensa der Universität Bamberg laufen, fanden bereits im Frühjahr archäologische Untersuchungen statt. Trotz teils umfangreicher Störungen durch die massiven Fundamente der alten, zu Beginn der 1980er Jahre errichteten Mensa konnten die vor Ort tätigen Archäologen der Bamberger Grabungsfirma Archaeologistik noch wichtige Befunde sichern und dokumentieren.

Charakteristisch für das unmittelbar hinter der um 1200 erbauten Stadtmauer der Inselstadt gelegene Grundstück ist der durch Schwemmsandablagerungen geprägte Untergrund und die Nähe zu einem Altarm der Regnitz, was besondere Maßnahmen zur Nutzbarmachung des Areals erforderte. So konnten etwa Reste einer hölzernen Uferbefestigung freigelegt werden, die noch deutlich in die Zeit vor dem Stadtmauerbau zurückreicht. Im späten Mittelalter versuchte man dann, den wohl noch lange Zeit feuchten Untergrund durch das Aufbringen einer mächtigen Planierschicht endgültig trockenzulegen. Aber selbst noch im 17. Jahrhundert musste man auf den Baugrund reagieren. Dies belegen die ergrabenen Punktfundamente eines im rückwärtigen Parzellenbereich erbauten Gebäudes: die aus großformatigen Sandsteinquadern bestehenden Fundamentklötze waren jeweils auf einem dichten Rost aus in den Boden gerammten Holzpfählen gegründet.