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20.04.2016

Neues von der Mangschen Wachsbleiche

Bereits Anfang April abgeschlossen wurden großflächige archäologische Untersuchungen, die im Vorfeld eines Neubauvorhabens im südlichen Bereich der Tocklergasse durchgeführt worden waren.

Südteil der Grabungsfläche in der Tocklergasse.

© Stadtarchäologie


Neben einer Vielzahl überwiegend spätmittelalterlicher Siedlungsbefunde konnten dabei auch aufschlussreiche Details zu der um 1745 von dem wohlhabenden Bamberger Wachszieher und Ratsherrn Johann Josef Mang errichteten sog. Mang´schen Wachsbleiche dokumentiert werden. Hierbei handelte es sich eine Kombination aus einem Manufakturbetrieb zur Wachsherstellung und einem Stadtpalais mit ausgedehntem Lustgarten. Ein erhaltener Idealplan der Anlage aus dem Jahr 1753 belegt die umfangreichen Planungen und die künstlerisch hochwertige Ausgestaltung der Anlage (mehr...). Diese war in ein südliches und ein nördliches „Bleichparterre“, wo das auf in Holzrahmen gespannten Tüchern ausgewalzte Wachs in der Sonne gebleicht wurde, unterteilt.
Umstritten war bislang, ob das nördliche Bleichparterre im Eckbereich zwischen Färber- und Tocklergasse tatsächlich realisiert wurde, oder – vielleicht bedingt durch den frühen Tod Mangs 1767 – niemals zur Ausführung gekommen ist. Bedeutsam ist diesbezüglich nun ein Grabungsbefund, der entlang der östlichen Grenze der untersuchten Fläche in Nord-Süd Richtung auf über 30 m Länge aufgedeckt werden konnte. Es handelte sich um zwei Reihen paralleler, jeweils paarweise gegenüber angeordneter, rechteckiger Pfostengruben, die auf eine regelmäßige Baustruktur hindeuteten. Ein Vergleich der vermessenen Befunde mit dem bereits erwähnten Plan der Mang´schen Wachsbleiche aus der Mitte des 18. Jahrhunderts konnte das Rätsel um die Deutung der Pfostenreihen lösen: so zeigt die Abbildung einen exakt mit den Pfostenreihen in Deckung zu bringenden Laubengang.

Ausschnitt aus dem sog. Mutschele-Plan von 1753 mit dem nördlichen Bleichparterre (Hauptstaatarchiv München). Rot hinterlegt der nachgewiesene Laubengang.

Damit ist letztlich der Nachweis erbracht, dass auch das nördliche Bleichparterre wenigstens in Grundzügen bestand!


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