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17.02.2020

»Das Eichendorff-Gymnasium und seine jüdischen Schülerinnen in der NS-Zeit«

Auszeichnung der Abiturientin Anna Dresen für ihre Seminararbeit über Thea Saalheimer

Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Kultusstaatssekretärin Anna Stolz gratulieren am Mittwoch, dem 16. Oktober 2019, um 15.00 Uhr sieben bayerischen Abiturientinnen und Abiturienten, die für ihre Seminararbeiten mit dem Preis des Bayerischen Clubs zur Förderung der bayerischen Kultur ausgezeichnet werden, und sprechen Grußworte. Die Laudatio hält Prof. Dr. h. c. Albert Scharf, Präsident des Bayerischen Clubs und ehemaliger Intendant des Bayerischen Rundfunks. (…)

Der Preis des Bayerischen Clubs zur Förderung der bayerischen Kultur wird dieses Jahr zum 20. Mal an Abiturientinnen und Abiturienten für herausragende schriftliche Seminararbeiten vergeben, die sich mit Themen zu Bayern als Kultur- und Naturraum in Geschichte und Gegenwart befassen. Die Auswahl erfolgt gemeinsam durch den Bayerischen Club und das Bayerische Kultusministerium, unterstützt durch die Ministerialbeauftragten für die Gymnasien. Die Verleihung der Preise findet traditionsgemäß im Maximilianeum statt, das König Maximilian II. für die klügsten jungen Menschen seiner Zeit erbauen ließ.“

Ihre Arbeit entstand im Rahmen eines W-Seminars Geschichte/Religion am Eichendorff-Gymnasium.

In den Schuljahren von 1930/31 bis 1937/38 besuchten insgesamt 40 Schülerinnen jüdischen Glaubens die Bachschule (so der Name unserer Schule in dieser Zeit) - die Namen dieser Mädchen sind den Jahresberichten sowie Schülerakten dieser Zeit zu entnehmen. Ziel des Seminars war es, soweit dies möglich ist, die Biographien einiger dieser Schülerinnen zu rekonstruieren, um den Namen eine Geschichte zu geben, die erinnert werden kann. Jüdische Erinnerungskultur will den in der Shoah ermordeten jüdischen Menschen ein „Denkmal und einen Namen“ geben (Jes 56,6), weil es meist in den Familien keinen mehr gibt, der sie erinnern könnte. Aber auch, damit nicht vollendet wird, was die Mörder wollten: Die Juden und das Judentum auszulöschen. Aus diesem Grund sind die Schülerinnen neben den Fragen der Erinnerungskultur auch Fragen nach jüdischer Identität und jüdischem Leben in Bamberg damals wie heute nachgegangen.