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01.10.2021

Wissenschaftstag der Metropolregion unter dem Motto "Raum für Vielfalt - Zeit für Zukunft"

Doppelter Erfolg für einen besonderen Wissenschaftstag:

Über 1.000 Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft tauschten sich im Tagungszentrum Onoldia in Ansbach am 30. September sowohl digital als auch vor Ort zu gesellschaftlich, ökonomisch und wissenschaftlich relevanten Fachthemen aus. Unter dem Motto „Raum für Vielfalt – Zeit für Zukunft“ prägten die Schwerpunktethemen Künstliche Intelligenz, regionale Lösungsansätze in Afrika, Welt der Kunststoffe, Digitale Medien und Grüne Stadt der Zukunft den 14. Wissenschaftstag der Metropolregion Nürnberg.

Die Veranstaltung zeichnete sich durch einen kurzweiligen Wechsel zwischen inspirierendem Dialog und informativen Vorträgen aus: Nach der Eröffnung des Wissenschaftstags durch Thomas Deffner, Oberbürgermeister der Stadt Ansbach, und einleitenden Worten des Präsidenten der Hochschule Ansbach, Prof. Dr. Sascha Müller-Feuerstein, startete eine intensive Gesprächsrunde zur Verantwortung der Wissenschaft gegenüber Forschung, Gesellschaft und dem Einzelnen: Die sich ergänzenden Perspektiven aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik reflektierten unter anderem auch die Intention des Wissenschaftstags den interdisziplinären Austausch und die Zusammenarbeit zu stärken. Besondere Höhepunkte der Eröffnung waren Keynotes des ehemaligen ESA-Astronauten Dr. Thomas Reiter sowie eine Ansprache des Bayerischen Wissenschaftsministers Bernd Sibler:

„Wissenschaft ist die Basis für unsere Zukunft. Das spüren wir angesichts globaler Krisen heute stärker denn je. Deshalb investieren wir mit unserer milliardenstarken Hightech Agenda Bayern und Hightech Agenda Plus massiv in Forschung und Spitzentechnologien – und damit in die Zukunft unseres Landes. Um wissenschaftliche Erkenntnisse wiederum in innovative Anwendungen und Produkte überführen und zu den Menschen bringen zu können, ist der Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Ich möchte den Veranstaltern des heutigen Wissenschaftstags daher ganz besonders für die vorausschauende und flexible Planung inklusive hybrider Formate danken. Diese ermöglichen den Menschen in ganz Bayern auch in Zeiten der Pandemie einen aktuellen Blick in das ‚wissenschaftliche Schaufenster‘ der Europäischen Metropolregion Nürnberg mit ihren exzellenten Hochschulen, Forschungsinstituten und vielen innovationsstarken Unternehmen“, erklärte Sibler.

Ein wissenschaftliches Schaufenster boten insbesondere die Fachpanels, die Einblicke in unterschiedliche Forschungsansätze und Anwendungsbeispiele gaben. Die höchsten Teilnehmerzahlen verzeichnete das Fachpanel zum Thema Künstliche Intelligenz – nicht verwunderlich, da das Thema stetig an Bedeutung gewinnt – nicht nur im industriellen Bereich, sondern, wie Prof. Dr. Patrick Ole Noack (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) ausführte, auch in der Landwirtschaft. Die insgesamt fünf Vorträge führten das Publikum durch unterschiedliche Anwendungsfelder der Künstlichen Intelligenz – unter anderem gab Prof. Dr. Ute Schmid (Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Kognitive Systeme) Einblicke in die Evolution maschinellen Lernens. Eine Podiumsdiskussion zu ethisch-moralischen Aspekten und gesellschaftlichen Effekten ergänzte abschließend die Fachvorträge.

Regionale Lösungsansätze für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und zur Bekämpfung von Hunger, Armut und Vertreibung in der Welt wurden im Panel „Globale Herausforderungen regionale Lösungen“ diskutiert. Der 1. Vorsitzende des Vereins „EuroGuinée e.V., Dr. Abdoulaye Diallo, stellte in seinem Vortrag vor, wie Bürger in Guinea sich gegenseitig helfen, um die Umwelt- und Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern. Wie Bildung zur Stärkung von Innovation und Einkommen in Ost- und Westafrika beiträgt, vertiefte Prof. Dr. Carsten Lorz von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Innovation stand im Mittelpunkt des Fachpanels „Eine Reise durch die Kunststoffwelt - eine Talkrunde mit Interviews, Filmbeiträgen und Kurzvorträgen“. Fünf ForscherInnen und ExpertInnen nahmen das Publikum zu einem Ausflug mit, der den großen Wandel von Kunststoff verdeutlichte: Nicht nur das Material hat sich gewandelt, auch die Bedeutung und gesellschaftliche Bewertung hat sich massiv verändert. Darüber referierte unter anderem Prof. Dr.-Ing. Dietmar Drummer von der Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Kunststofftechnik. Einen anwendungsbezogenen Blickwinkel bot Dr. Dagmar Koppler, Geschäftsführerin von ALLOD Werkstoff GmbH & Co: Sie beschäftigte sich mit der Frage, wie innovative Materialien die CO2-Emission reduzieren können.

Ob und wie die Digitalisierung Menschen beeinflusst wurde lebhaft im Fachpanel „Online Sucht und Radikalisierung - Was bringen uns die digitalen Medien?“ diskutiert. Dabei wurden nicht nur negative Seiten des digitalen Zeitalters aufgeführt, sondern auch positive Aspekte beleuchtet. Prof. Dr. Christian Schicha (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Theater- und Medienwissenschaft) gab Einblicke in verschiedene Formen der Streitkultur, die in den neuen Medien zu beobachten sind. Einen inspirierenden Link zwischen Digitalisierung und Sport knüpfte Jakob Dötter vom Institut für eSport der Hochschule für Angewandtes Management Treuchtlingen: Er stellte sich der Frage, wie sich Gaming und eSports auf die Gesellschaft und Kultur auswirken.

Mit physisch erlebbarem Raum beschäftigten sich die ExpertInnen des Fachpanels „Stadt der Zukunft - Grün und Vielfalt der Generationen“. Im Fokus der Impulsvorträge stand der urbane Lebensraum mit seinen Herausforderungen für Stadtklima, intraurbane Mobilität und Nachhaltigkeit. Dabei gingen die ForscherInnen und Vortragenden auf Faktoren wie extreme Wetterphänomene ein, die massive Auswirkungen auf unsere Städte haben können und kreative Lösungen erfordern. Die Begrünung der Stadt, nicht nur als bereichernde Lebenswelt für Menschen, sondern auch für Pflanzen und Tiere, war beispielsweise Gegenstand des Vortrags von Prof. Michael Rudner von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf über Biodiversität. Hochspannend auch die Perspektiven des Theologen Prof. Dr. Traugott Roser (Universität Münster) auf Spiritualität und Gesundheit in Städten.

Die große Bandbreite der Fachpanels reflektierte die facettenreiche Wissenschaftslandschaft in der Metropolregion. Neben den fünf Themenpanels bot der Ausstellungsbereich den Besuchern die Möglichkeit, mehr über das wissenschaftliche Angebot in der Metropolregion zu erfahren. Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber auch die Sponsoren des Wissenschaftstags stellten sich auf der digitalen Konferenzplattform sowie vor Ort vor und boten Raum für Dialog.

Den interdisziplinären Ansatz des Wissenschaftstages griff Prof. Dr. Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth und Fachlicher Sprecher des Forums Wissenschaft der Metropolregion auf: „Die Themen des Wissenschaftstags - Künstliche Intelligenz, Radikalisierung, der globalen Süden, Kunststoffe in der Umwelt, die Stadt der Zukunft - greifen die Herausforderungen unserer Zeit auf. Sie sind nicht mit Silodenken zu bewältigen, wenn wir sie aber interdisziplinär angehen, haben wir Erfolg. Nur innovative und auch einmal „out of the Box“ denkende Menschen, eben echte „Innovationskünstler“, sind dazu in der Lage – genau die bringen wir beim Wissenschaftstag zusammen.“

Die Beiträge der Fachpanels werden noch bis Ende des Jahres unter https://wt21.hs-ansbach.de abrufbar sein.

Get-together der Metropolregion Nürnberg

Innovationskunst – also die Kunst, Innovationen und Ideen erfolgreich umzusetzen – erlebten die Besucher beim Ausklang des Wissenschaftstags. Unter dem Motto „Global denken – regional handeln. Agenda 2030 in der Europäischen Metropolregion Nürnberg“ führte die Geschäftsführerin der Metropolregion, Dr. Christa Standecker mit Kurzinterviews durch Projekte, die schon heute einen Beitrag für Nachhaltigkeit leisten. Gabi Schmid (MdL, Freie Wähler) erklärte, wie die Social Media-Kampagne „KulinarLandschaft“ ab dem 30. Oktober mit dem #kulinarlandschaft junge Menschen für den Konsum regionaler Produkte begeistern soll.
Die Innovationskünstlerin der Universität Bayreuth, Prof. Dr. Laura König, knüpfte den Bogen zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Die junge Frau forscht mit modernen Technologien über Essverhalten. Weil Menschen nicht nur bei Nahrungsmitteln eine nachhaltige Wahl treffen können, sondern auch in Bezug auf Ausflugsziele, stellte der 2. Bürgermeister der Stadt Bamberg, Jonas Glüsenkamp, das neue digitale Portal „Heimatlotse“ vor. Der Heimatlotse schafft mehr Bewusstsein dafür, Attraktionen vor der eigenen Haustüre zu entdecken, und trägt so auch zum Klimaschutz bei. Denn kurze Anfahrten vermeiden unnötige CO2-Emissionen.

Zum Abschluss lüfteten die Sprechern des Forums Wissenschaft – der Hofer Landrat Dr. Oliver Bär, der Präsident der Universität Bayreuth Prof. Dr. Leible und der Fürther Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent Horst Müller – das Geheimnis um den Austragungsort des Wissenschaftstags 2022: Neue Gastgeberin wird die Stadt Coburg am 29. Juli 2022. Prof. Dr.-Ing. Christiane Fritze, Präsidentin der Hochschule Coburg, nahm den Staffelstab feierlich entgegen. Mehr Informationen unter https://wissenschaftstag.metropolregionnuernberg.de

Veranstalter: Europäische Metropolregion Nürnberg, Forum Wissenschaft Geschäftsstelle, Stadt Fürth – Wirtschaftsreferat, Königsplatz 1, 90762 Fürth, Tel.: 0911 974-1894, wissenschaft@fuerth.de

Kontakt: Projektbüro Wissenschaftstag, Pierre Leich, Kulturidee GmbH, Singerstraße 26, 90443 Nürnberg, Tel.: 0911 81026-28, pierre.leich@kulturidee.de