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Wildtiere im Stadtgebiet

Der Fuchs

Wildtiere wie der Rotfuchs drängen zunehmend in die Städte, wo sie ideale Lebensbedingungen vorfinden. Dieses Faltblatt will aufklären und das richtiges Verhalten sowie gezielte Schutzmaßnahmen vermitteln.

Warum lebt ein Wildtier wie der Fuchs in der Stadt?

Das Futterangebot in Städten ist für den anspruchslosen Allesfresser riesig: z. B. Fallobst, Beeren und Gemüse aus Gärten, Abfälle aus Komposthaufen oder Mülleimern. In der freien Wildbahn ernährt sich der Fuchs überwiegend von Mäusen, Insekten, Würmern, Schnecken oder Aas.

Vor allem Jungfüchse drängen auf der Suche nach einem eigenen Revier in die Städte. Sichere Rückzugsräume finden sie unter Terrassen, in Gartenhütten oder Garagen. Füchse gelten als sehr anpassungsfähig und lassen sich kaum vertreiben. Eine dauerhafte Dezimierung ist nicht möglich, da eine höhere Sterblichkeitsrate durch Jagd, Köder oder Krankheiten dazu führt, dass im Folgejahr mehr Jungfüchse geboren werden.

Ist der Fuchs eine Gefahr für den Menschen?

Füchse sind nachtaktive Wildtiere, die dem Menschen aus dem Weg gehen. Sie haben eine natürliche Scheu, die sie bei Fütterung verlieren. Auch junge Füchse, wie sie in den Stadtgebieten zu finden sind, zeigen meist weniger Scheu. Wer einem Fuchs begegnet, sollte sich ruhig verhalten und dem Tier einen Fluchtweg freilassen. Auf keinen Fall gezielt durch Futter anlocken!

Rechtslage

Füchse gehören zu den wildlebenden Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen. Eine Jagdausübung in so genannten „befriedeten Bezirken“ (Wohnsiedlungen, Grünanlagen, Gärten oder Friedhöfen) ist aber aus Sicherheitsgründen verboten. Sondergenehmigungen kann die Untere Jagdbehörde zur Gefahrenabwehr oder Tierseuchenbekämpfung aussprechen.

Die Sicherung von Grundstücken oder Gebäuden liegt in der Verantwortung der Eigentümer. Eine behördliche Verantwortung zur Regulierung der Wildtierpopulationen besteht innerhalb des städtischen Siedlungsbereiches grundsätzlich nicht. Einen Anspruch auf Schadenersatz bei eventuellen Schäden durch Wildtiere gibt es nicht.

Tollwut und Fuchsbandwurm

Grundsätzlich gilt der Fuchs als Hauptüberträger der Tollwut. Deutschland ist diesbezüglich aber seit Jahren tollwutfrei. Die Gefahr einer Ansteckung ist daher sehr unwahrscheinlich. Dennoch ist bei zutraulichen Füchsen Vorsicht geboten. Falls man gebissen wurde, bietet eine Impfung Schutz.

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der im Darm von Fuchs, Hund und Katze lebt. Die Tiere scheiden über den Kot Bandwurmeier aus, die durch eine Kontakt-/Schmierinfektion auf Nager, Haustiere und dann auf den Menschen übertragen werden können. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, ist sehr gering.

Um das Risiko zu minimieren, sollte man folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Tote oder kranke Füchse nicht anfassen; zutrauliche Füchse nicht streicheln
  • Gemüse, Salat, Beeren, Pilze und Fallobst vor dem Verzehr gründlich waschen
  • Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen

Gezielte Schutzmaßnahmen

Einen Fuchs vom Grundstück fernzuhalten ist schwierig. Folgende Maßnahmen können helfen, den Garten für Füchse uninteressant zu machen:

  • Futter für Haustiere nicht im Freien aufstellen
  • Speisereste nicht auf dem Kompost entsorgen; Mülltonnen geschlossen halten
  • Mögliche Unterschlupfmöglichkeiten unzugänglich machen
  • Gartenbeete durch Netze oder Drahtumrandungen schützen
  • Fuchskot (ca. 3-8 cm lang, dunkelbraun bis schwarz, meist mit einer gedrehten Spitze) mit Plastiktüte aufnehmen und in der Mülltonne entsorgen.

Sicherung von Haustieren und Geflügel

Füchse stellen für ausgewachsene Katzen keine Gefahr dar. Haustiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Geflügel sollten nachts in einem geschlossenen Stall und tagsüber in einem sicheren Gehege geschützt sein.

 

Der Fuchs ist ein Wildtier und sollte auch so behandelt werden. Das bedeutet: nicht füttern oder anlocken!

Vor allem Kinder sollten entsprechend sensibilisiert werden, dass Füchse keine Haustiere und keine Spielkameraden sind.