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16.12.2019

Pflegebedarfsplanung "Pflege 2025 in Bamberg"

Zweites Planungspapier befasst sich mit der ambulanten Pflege und pflegenden Angehörigen

In der kommunalen Pflegebedarfsplanung wird die derzeitige Pflegesituation dargestellt. Darauf aufbauend wird der zukünftige Bedarf sowohl kurzfristig wie auch langfristig anhand verschiedener Szenarien bezüglich der Entwicklung der Pflegebedürftigkeit und der Nutzung verschiedener Pflegeformen prognostiziert. Anschließend wird der erwartete Bedarf dem verfügbaren Angebot gegenübergestellt und es werden Handlungsempfehlungen beschrieben, wie die Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen in der Stadt Bamberg auch in Zukunft sichergestellt werden kann.

Im Planungspapier „Pflege 2025 in Bamberg“ ist die Entwicklung des Pflegebedarfs dargestellt: Wie im gesamten Bundesgebiet besteht auch in der Stadt Bamberg ein Mangel an vollstationären Pflege- und Kurzzeitpflegeplätzen. Und auch der Anteil der älteren Generation erhöht sich in Bamberg kontinuierlich, während der Anteil der jungen Generation sinkt. Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen im Alter alleinstehend sind. Die Entwicklungstrends verweisen auf eine zunehmende Erosion familiärer Netzwerke, d.h. Familien leben weniger zusammen an einem Ort, sondern sind oftmals verstreut in der ganzen Bundesrepublik oder darüber hinaus. Vielfach beginnen Unterstützungsbedarfe nicht erst mit der Zuteilung eines Pflegegrades, eine reine Betrachtung der Situation nach der Pflegestatistik greift daher oft zu kurz. Gleichzeitig ist der Hilfs- und Fachkräftemangel im ambulanten Sektor ebenso angekommen wie im vollstationären Bereich. Diese sinkenden professionellen und privaten Unterstützungspotentiale sind Auswirkungen des demographischen Wandels und machen eine Anpassung, Vernetzung und Weiterentwicklung von Unterstützungs-, Versorgungs- und Pflegeangeboten notwendig. Dabei steht die Kommune ebenso in der Verantwortung wie unterschiedlichste Akteure, z.B. Land, Bezirk, Pflegekassen, Pflegeeinrichtungen etc. Ziel ist es, eine leistungsfähige, regional gegliederte, ortsnahe und aufeinander abgestimmte ambulante und (teil-) stationäre Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Das nun vorliegende zweite Planungspapier ist die Erweiterung und Fortführung der im Planungspapier „Pflege 2025 in Bamberg – Stationäre Pflege“ aufgeworfenen Betrachtung. Das Planungspapier „Pflege 2025 in Bamberg – Ambulante Pflege und pflegende Angehörige“ betrachtet dabei die weiteren Säulen der Unterstützungs- und Pflegestrukturen außerhalb vollstationärer Einrichtungen in der Stadt Bamberg und analysiert zukünftige Entwicklungen im Bereich der unterstützungs- und pflegebedürftigen Personen. Grundlagen sind bestehende Datensammlungen zur Bevölkerungs- und Sozialstruktur aus gängigen Datenbanken und Veröffentlichungen (u.a. Stadt Bamberg, Bayerisches Landesamt für Statistik, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Pflege, Pflegekassen, Bundesagentur für Arbeit) sowie einer Bestands- und Bedarfsabfrage (Mai - Juli 2019) bei den ambulanten und teilstationären Anbietern im Bereich der Senioren- und Altenpflege in der Region Bamberg.

Die Pflege muss sich weiterentwickeln, das verdeutlichen die zwölf abgeleiteten Handlungsfelder im Papier. Ziel dabei ist es immer, die Quantität und Qualität der Pflege- und Unterstützungsangebotsstruktur in der Stadt Bamberg auch in Zukunft bedarfsgerecht sicherstellen zu können. Größte Herausforderung wird es sein, pflegende Angehörige und nachbarschaftliche Strukturen zu stärken und zu unterstützen, damit es pflegebedürftigen Menschen auch in Zukunft gelingen kann, möglichst lange in der eigenen Wohnung zu bleiben. Um die Herausforderungen des demographischen Wandels in der Pflege meistern zu können, wird künftig zunehmend ein Unterstützungsmix aus ambulanten und teilstationären Angeboten sowie aus quartiers- und nachbarschaftlichen Hilfen benötigt werden.

Weitere Informationen unter: www.stadt.bamberg.de/sozialplanung