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Gesamtfortschreibung

Der Flächennutzungs- und Landschaftsplan beruht auf Strukturdaten, Konzepten, Entwicklungsszenarien und Bedarfsprognosen der zukünftigen etwa 15 bis 20 Jahre. Eine wiederkehrende Überprüfung der Rahmenbedingungen, Leitlinien und Ziele dieses zentralen Steuerungsinstrumentes der Stadtentwicklung ist demnach notwendigerweise geboten. Um der zwischenzeitlich dynamisch voranschreitenden Stadtentwicklung Rechnung tragen zu können, sind Teiländerungen des FNP/LP möglich – oftmals parallel zu Bebauungsplanverfahren die nicht mehr den Darstellungen des FNP/LP entsprechen. Inwieweit die Gesamtheit der Teiländerungen die grundsätzlichen Ziele und Leitlinien auf gesamtstädtischer Ebene berührt, bedarf ebenso einer fortlaufenden Evaluierung.

Grundlage der Gesamtfortschreibung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes bildet daher eine Wirkungsanalyse des rechtswirksamen FNP/LP im Jahr 2015. Die im Stadtplanungsamt erarbeitete Bilanzierung zeigt auf, welche Ziele des rechtswirksamen FNP/LP seit 1996 erreicht wurden und bei welchen Themen Änderungs- bzw. Anpassungsbedarf und damit die Erfordernis auf eine Fortschreibung besteht. Basis hierfür bilden insbesondere die diversen Teilflächenänderungen (bis Mitte 2015 wurden 53 Ergänzungs- und Änderungsverfahren abgeschlossen), die großflächige Eingliederung der Konversionsflächen im Osten des Stadtgebietes sowie die Empfehlungen des Stadtentwicklungskonzeptes 2011 und dessen Fortschreibung Fokus Ost 2015. Durch Analyse der Themenfelder Bevölkerung und Wohnen, Wirtschaft und Gewerbe, Verkehr sowie Natur- und Landschaftspflege wurde zusammenfassend deutlich, dass diese Themen der Stadtentwicklung auf gesamtstädtischem Niveau planerisch neu zu bewerten und integriert abzuwägen sind. Insbesondere soll im Fortschreibungs- und Planungsprozess auch das Themenfeld Gemeinbedarf und Soziales noch stärkere Gewichtung erfahren.

In die Fortschreibung des FNP/LP fließen auch aktuelle Gutachten und Fachpläne ein, die viele entwicklungsperspektivische Fragestellungen der nächsten Jahre behandeln. Die integrierte Gesamtbetrachtung, Abwägung, Einarbeitung und formale Konkretisierung der Gutachten und Fachplanungen obliegt der Flächennutzungs- und Landschaftsplanung. Hierbei sind insbesondere zu nennen:

  • Einzelhandelsentwicklungskonzept (2015)
  • Gewerbeflächenentwicklungskonzept (2016)
  • Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030 (2016)
  • Bedarf und Verfügbarkeit von Sozialwohnungen (2017)
  • Stadtbiotopkartierung (2018)
  • Verkehrsentwicklungsplan (in Arbeit)
  •  Bildungsentwicklungsplan (in Arbeit)
  •  Seniorenpolitisches Gesamtkonzept (in Arbeit)
  •  Pflegebedarfsplanung (in Arbeit)
  •  der jeweils aktuelle Stand der Konversionsplanungen


Im komplexen Planungsprozess der Gesamtfortschreibung ist ein langfristig, interdisziplinär und ganzheitlich abgewogenes Konzept für die Zukunft der Stadt Bamberg zu entwickeln. In den nächsten Jahren sieht die Planungsstruktur daher verwaltungsübergreifende Planungswerkstätten, Lenkungskreise mit Politik und Verwaltung sowie darüber hinaus öffentliche Planungsdialoge vor. Neben Stadtverwaltung und Politik werden in die Erarbeitung des zentralen Instruments der Stadtentwicklungsplanung somit auch wichtige lokale Fachexperten aus allen Bereichen des städtischen Lebens eingebunden sowie Bürgerinnen und Bürger fortlaufend informiert.

Das Konzept des Planungsprozesses sieht grundsätzlich fünf Schritte vor:

  •  umfassende Bestandserhebungen
  •  thematische Analyse von Qualitäten / Potenzialen und Defiziten / Konflikten
  •  Erarbeitung themenfeldbezogener Zukunftsperspektiven
  •  Erarbeitung thematischer Rahmenpläne
  •  Überlagerung in einen Gesamtrahmenplan, der sodann als Grundlage der frühzeitigen formellen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung nach §3 / §4 Abs. 1 Baugesetzbuch dienen soll


Der 1. Planungsdialog ‚Bamberger Aspekte‘ und damit der öffentliche Auftakt des Planungsprozesses fand im Rahmen der umfassenden Bestandserhebungen nach intensiven Vorbereitungen am Abend des 06. März 2018 in der Alten Seilerei – Raum für Kultur statt. Die interessante Gesprächsrunde lokaler Fachexpertinnen und -experten wurde durch Herrn Staatsminister a.D. von der Mühlen bereichert, der mit einem Impulsvortrag auch in die interdisziplinäre Thematik Stadtentwicklung einführte. Im Rahmen der Veranstaltung wurden Anregungen und Hinweise der Teilnehmenden aufgenommen, Fragen in der Gesprächsrunde beantwortet und insbesondere das komplexe Themenfeld der Flächennutzungsplanung aufgezeigt. Das Format wird begleitend zum Planungsprozess in regelmäßigen Abständen fortgeführt.