"Vorlesen" ist eine Funktion von Drittanbietern.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Inhalt

Mischwasserbehandlung Bamberg Ost - Tiefensammler

Der Bamberg Service – Eigenbetrieb der Stadt Bamberg – wird in den kommenden Jahren eine wichtige Tiefbaumaßnahme zur Verbesserung des Gewässerschutzes und des Hochwasserschutzes im Stadtgebiet realisieren.

Im Rahmen des Projektes wird ein sogenannter Tiefensammler entlang des Main-Donau-Kanals vom Margaretendamm bis zum Bleichanger und von dort durch die Wunderburg über die Geisfelder Straße bis zur Moosstraße erstellt. Mit diesem Abwasserkanal soll künftig deutlich weniger Mischwasser in den Main-Donau-Kanal eingeleitet werden. Der geplante Tiefensammler dient nicht nur dem Schutz unserer Gewässer, sondern verbessert auch die Leistungsfähigkeit des städtischen Kanalsystems und trägt zu einem besseren Hochwasserschutz bei.
Der Bau erfolgt auf einer Länge von insgesamt rund 3,6 Kilometern in einer Tiefe von 8 bis 20 Metern und verbindet mehrere bestehende Abwasserkanäle miteinander. Ergänzend entsteht ein neues Pumpwerk am Margaretendamm, das im Bedarfsfall Wasser aus unterschiedlichen Stadtbereichen sicher über den Hochwasserspiegel fördern kann.

Die Bauarbeiten sollen im 2. Quartal 2026 beginnen und voraussichtlich Ende 2030 abgeschlossen sein. Da das Projekt in seiner Gesamtheit gebaut und erst am Ende vollständig in Betrieb genommen werden kann, ist eine gute Information und Abstimmung mit Anwohnenden und Betroffenen für uns besonders wichtig.

Pressemitteilungen

  

Was ist der Tiefensammler Bamberg-Ost?

Der Tiefensammler Bamberg Ost (TSBO) ist ein unterirdischer Abwasser- und Mischwasserkanal, der Teile des Stadtgebiets Bamberg-Ost sowie angrenzende Gebiete entwässern soll. Ziel ist es, Schmutz- und Regenwasser (Mischwasser) gezielt aufzufangen, zu einem zentralen Pumpwerk zu leiten und zum Klärwerk abzuführen.

Warum wird der Tiefensammler gebaut

Der Bau dient dazu, die bestehende Kanalisation zu entlasten, Hochwasser- und Überflutungsrisiken zu reduzieren und die Abwasserinfrastruktur für zukünftige Anforderungen zu modernisieren.

Das vorhandene Kanalnetz mit seinen Einleitungsstellen in den Main-Donau-Kanal entspricht nicht mehr den rechtlichen Vorgaben. Die Untere Wasserschutzbehörde verpflichtet die Stadt Bamberg zu einer Sanierung der Entlastungsbauwerke nach allgemein anerkanntem Stand der Technik, um den gesetzlichen Gewässerschutzanforderungen zu entsprechen.

Die Zahl der Einleitstellen in den Main-Donau-Kanal müssen verringert und die hydraulische Leistungsfähigkeit des Kanalsystems erhöht werden.
In den letzten Jahren wurde das System bereits in den Berg- und Inselgebieten saniert. Die Baumaßnahme zum Tiefensammler schließt die Sanierungslücke in Bamberg Ost.

In der Karte zeigen die grün markierten Punkte die bereits sanierten Entlastungsbauwerke. Die roten Punkte werden im Rahmen der Baumaßnahme saniert.

 

 

Hilft der Tiefensammler auch bei Hochwasser?

Ja.


Zum einen schützt der Tiefensammler das vorhandene Kanalnetz vor einem Hochwasser aus dem Main-Donau-Kanal.

Zum anderen dient der Tiefensammler als ein Zwischenspeicher bei starkem Regen und entlastet so das vorhandene Kanalnetz. So können u. a. die Überflutungen der Eisenbahnunterführungen, wie es sie in den vergangenen Jahren zunehmend gab, zukünftig vermieden werden.

Welche Bauverfahren sind vorgesehen?

Zur Errichtung des Tiefensammlers wird ein Tunnelbauverfahren mit einer Tunnelbohrmaschine genutzt, um oberirdische Beeinträchtigungen zu minimieren. Nur für Start- und Zielschächte sind offene Baugruben erforderlich.

Der Tunnel bzw. der unterirdische Kanal wird im Rohrvortrieb hergestellt — das heißt: Es gibt ausgewählte Start- und Zielgruben (Schächte), von denen aus der Tunnelbau gesteuert vorgetrieben wird. Zwischen diesen Gruben entstehen keine durchgehenden offenen Baustellen.

Auf welcher Strecke wird der Tiefensammler gebaut?

  • Der Tiefensammler hat eine geplante Länge von etwa 3.600 Metern.
  • Der Innendurchmesser beträgt 2,40 Meter.
  • Der Tiefensammler- wird in 8–20 Metern Tiefe errichtet. Die genaue Tiefe hängt von den geologischen Voraussetzungen und dem geplanten Verlauf ab.

Die Trasse verläuft unterirdisch vom Parkplatz am Margaretendamm entlang des Main-Donau-Kanals über den Kunigundendamm durch den Bleichanger bis zur Geisfelder Straße.

  • Übersichtsplan Trassenverlauf

Welche oberirdischen Bauwerke werden sichtbar?

Im nördlichen Bereich des Parkplatzes von Bamberg Service am Margaretendamm 40 wird ein neues Doppelpumpwerk errichtet.

Bild vergrößern: Baufelder Margaretendamm
Baufelder Margaretendamm

Am Margaretendamm auf Höhe der Europabrücke entsteht ein Schachtbauwerk für den unterirdischen Vortrieb. Von dieser sogenannten „Doppelstartgrube“ aus wird ab Frühjahr 2028 in zwei Richtungen unterirdisch gebohrt. Außerdem dient die Fläche zwischen Europabrücke und dem Sportgelände des FC Wacker als Lager- und Bereitstellungsfläche.

Im Abschnitt zwischen Europabrücke und Luitpoldbrücke finden keine oberirdischen Baumaßnahmen statt! Auch das Adenauerufer ist hier wie gewohnt nutzbar.

Bild vergrößern: Baufeld Erlöserkirche
Baufeld Erlöserkirche

Auf Höhe der Erlöserkirche wird am Adenauerufer ein weiterer Schacht errichtet. Der Fuß- und Radweg am Adenauerufer muss daher ab der Rampe zur Luitpoldbrücke gesperrt werden. Die Baufeldfreimachung und damit die Sperrung ist für Anfang 2027 geplant. Die Rampe an der Luitpoldbrücke bleibt aber jederzeit frei benutzbar.

Bild vergrößern: Baufeld Bleichanger
Baufeld Bleichanger

Das nächste größere Baufeld befindet sich am Adenauerufer auf Höhe Bleichanger. Hier entstehen ebenfalls ein Schachtbauwerk sowie eine Baustelleneinrichtungs-Fläche.

Von diesem Schachtbauwerk aus „knickt“ der Verlauf des unterirdischen Tiefensammlers ab in Richtung Wunderburg – Kapellenstraße – Geisfelderstraße. In diesem Abschnitt gibt es keinerlei oberirdische Baustellen.

Bild vergrößern: Baufelder Geisfelder Straße
Baufelder Geisfelder Straße

Nördlich der Bahnlinie entsteht mit vier teils kleineren Baufeldern der Startbereich des Tiefensammlers: An der Einmündung Moosstraße/Zum Eichelberg, Zum Eichelberg, in der Robert-Bosch-Straße und im Einmündungsbereich Robert-Bosch-Straße/Geisfelder Straße.

Wie lange dauert der Bau des Tiefensammlers und welche Bauabschnitte sind geplant?

Geplante Bauzeit: Juli 2026 – Dezember 2030

Aus fachlichen Gründen wurde die Ausschreibung des Projekts angepasst und zeitlich auf März/April 2026 verschoben. Hintergrund ist die Entscheidung vom Januar 2026, den Bau in drei Bauabschnitte zu gliedern.

Der erste Bauabschnitt beinhaltet:

  • Baufeldfreimachung am Doppelpumpwerk (Parkplatz BS am Margaretendamm) und auf dem Bolzplatz Margaretendamm.
    Bauzeit: Juli 2026-Dezember 2026
  • Errichtung der Baugruben Doppelpumpwerk und Bolzplatz Margaretendamm
    Bauzeit: November 2026 – April 2028
  • Rohrvortriebe zum Doppelpumpwerk und zur Erlöserkirche vom Bolzplatz Margaretendamm aus
    Bauzeit: April 2028 – August 2029
  • Bauarbeiten mit 4 Start- und Zielgruben zwischen Geisfelder Straße und Moosstraße
    Bauzeit: November 2026 – Juli 2028
  • Zusätzlich: Umverlegung einer Gasleitung am Kunigundendamm durch die Ufermauer zum Adenauerufer auf Höhe Bleichanger sowie Errichtung der Baustellenzufahrt im Umfeld Heinrichsbrücke (von der Neuen Bughofer Straße zum Geh- und Radweg Adenauerufer)
    Bauzeit: Juli 2026- November 2026

Der zweite Abschnitt beinhaltet:

  • Baufeldfreimachung von Heinrichsbrücke bis Fußgängerrampe Luitpoldbrücke
    Bauzeit: Januar 2027- Januar 2028
  • Doppel-Start- und Zielbaugrube Erlöserkirche,
    Anschlussbauwerke Luitpoldbrücke und Marienbrücke,
    Doppel-Startgrube am Bleichanger,
    Rohrvortriebe vom Bleichanger bis Erlöserkirche und vom Bleichanger bis Geisfelder Straße
    Bauzeit: Februar 2028 – Dezember 2030

Der dritte Abschnitt beinhaltet:

  • Hochbauten und Wiederherstellung der Oberflächen (in Planung)

Welche Auswirkungen ergeben sich für Bamberg und seine Bewohnerinnen und Bewohner?

  • Höhere Leistungsfähigkeit des Abwassersystems
  • Besserer Schutz vor Starkregen und Überflutungen
  • Sicherung der Entwässerung und Schutz vor Überlastung bzw. Rückstau im Kanalnetz.
  • Reduktion von Mischwasserüberläufen in den Main-Donau-Kanal → besserer Gewässerschutz.
  • Zukunftssichere Infrastruktur für Bevölkerungswachstum
  • Größere hydraulische Sicherheit und Lastverteilung im Abwassersystem, was langfristig die Infrastruktur stabilisiert und nachhaltiger macht.

Was heißt das für die langfristige Entwicklung der Abwasser- und Kanalinfrastruktur in Bamberg-Ost?

Mit der Fertigstellung des Tiefensammlers Ost wird die Entwässerungsinfrastruktur nachhaltiger, wetterfest und zukunftssicher: Das System kann große Wassermengen aufnehmen, Mischwasser effektiv lenken und Einleitstellen minimieren. Auf diese Weise ist Bamberg-Ost besser für zukünftige Starkregen- oder Hochwasserszenarien gerüstet.

Was bedeutet das für die Anwohnerinnen und Anwohner? Welche Beeinträchtigungen sind möglich?

    • Hauptsächlich finden Bauarbeiten in einzelnen Gruben/Schächten statt. Es gibt deutlich weniger Oberflächenbau als bei traditionellen offenen Kanälen.
    • Dennoch können Baustelleneinrichtung, Materialtransporte oder temporäre Zugänge zu Anwohner- und Verkehrsbeeinträchtigungen führen — je nach Lage der Schächte und Zugangswege. Die Stadt wird diese Baumaßnahmen rechtzeitig kommunizieren.
    • Das Adenauerufer wird für den An- und Abtransport zur Baugrube am Bleichanger genutzt. Es muss in der Bauphase im Abschnitt zwischen Luitpoldbrücke und Heinrichsbrücke für den Rad- und Fußverkehr vollständig gesperrt werden. Die Rampe an der Luitpoldbrücke bleibt dabei jederzeit benutzbar! Umleitungsstrecken für den Rad- und Fußgängerverkehr werden umfassend ausgeschildert.
    • Die Kinderspielplätze am Adenauerufer werden auch während der Bauzeit alle erreichbar sein und können genutzt werden können. Die Zugänglichkeit wird vom Kunigundendamm aus gewährleistet. Derzeit werden die Detailplanungen dazu erstellt und dann auch entsprechend veröffentlicht. Eine entsprechende Beschilderung vor Ort wird es selbstverständlich ebenfalls geben.
    • Der Kiosk KUNNI wird auch während der Bauzeit über den Kunigundendamm erreichbar sein.
    •  

Wie laut sind die Bauarbeiten?

  • Der Tunnelvortrieb unter der Erde ist kaum hörbar. Eventuell kann man in direkter Nähe ein leichtes Kratzen oder Schaben wahrnehmen.
  • An den Schachtstandorten kann es zu erhöhter Lautstärke durch Maschinen oder den An- und Abtransport kommen.

Wird es zu Erschütterungen kommen?

Die vorgesehene Bautechnik für den Rohrvortrieb, aber auch für die Herstellung der Baugruben gilt in Fachkreisen als erschütterungsarm. Die Tunnelbohrmaschine schabt sich sehr langsam, mit 3-6 Umdrehungen pro Minute durch den Untergrund. Während des Tunnelvortriebs kann es zu minimalen Erschütterungen kommen, die jedoch in der Regel deutlich unterhalb der Grenzwerte liegen und keine Schäden an Gebäuden verursachen.

Zum Schutz angrenzender, insbesondere sensibler und denkmalgeschützter Gebäude sind vor Baubeginn Beweissicherungen vorgesehen. Darüber hinaus werden in relevanten Bereichen baubegleitende Überwachungsmaßnahmen durchgeführt. Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach den Ergebnissen der Fachgutachten.

Bamberg Service wird vor der Baumaßnahme Kontakt zu den direkten Gebäudebesitzern aufnehmen.

Bamberg Service wird vor der Baumaßnahme Kontakt zu den direkten Gebäudebesitzern aufnehmen.

Wird die Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung beeinträchtigt?

Nein, die laufenden Versorgungsleitungen bleiben in Betrieb. Der Tiefensammler ergänzt, bzw. ersetzt das bestehende System, ohne die Versorgung zu unterbrechen.

Wie wird die Umwelt geschützt?

Es werden Umweltgutachten erstellt, Lärm- und Staubschutzmaßnahmen eingehalten und der Boden wie auch das Grundwasser während der Bauphase überwacht.
Außerdem findet ein kontinuierliches Grundwassermonitoring statt.

Die Planung wurde insbesondere dahingehend optimiert, um die Eingriffe in den Baumbestand auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren. Die Zahl der zu fällenden Bäume konnte dadurch von zuvor 127 auf nur noch 45 beschränkt werden. Der Stadt Bamberg ist bewusst, dass auch der Verlust dieser geringeren Anzahl von Bäumen schmerzhaft ist. Nach Abwägung aller umweltfachlicher und rechtlicher Belange hat hier aber der Gewässerschutz Priorität. Die Fällungen werden unter Beachtung eines baumfachlichen Gutachtens vorgenommen und es werden entsprechende Ersatzpflanzungen vorgenommen.

Wo finde ich aktuelle Informationen und an wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Bauträger ist Bamberg Service, ein Eigenbetrieb der Stadt Bamberg.

Ihr Kontakt zu uns:

Hier können Sie sich für einen Newsletter für die Baumaßnahme Tiefensammler anmelden:

Newsletteranmeldung Tiefensammler

Bürgerbeteiligung:

In Vorbereitung und im Verlauf der Bauzeit werden umfangreiche Bürgerinformationen durchgeführt. Die Veranstaltungen und Termine erhalten Sie im Newsletter, über die örtliche Presse und die Social Media Kanäle der Stadt Bamberg.