Herausforderndes Verhalten von Kindern wissenschaftlich einordnen
Fachkräfte tauschten sich bei Netzwerktreffen aus
Fachkräfte aus Bamberger Kitas und Grundschulen waren zu einem gemeinsamen Austausch eingeladen, um Hintergründe für herausforderndes Verhalten von Kindern aus wissenschaftlicher Sicht zu beleuchten und mögliche Handlungsstrategien im beruflichen Alltag vorzustellen. Eingeladen hatten das „KoKi – Netzwerk frühe Kindheit“, das Förderprogramm zu Familienbildung und Familienstützpunkten, gemeinsam mit der Koordinatorin der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) des Stadtjugendamts Bamberg.
Frau Dr. Tina Eckstein-Madry vom Deutschen Jugendinstitut München, die seit vielen Jahren zu diesem Thema forscht und über „Stress- und verhaltensregulierende Einflüsse in der außerfamiliären Kleinkindbetreuung“ promovierte, führte kompetent und kurzweilig in das Themenspektrum ein: Was bedeutet herausforderndes Verhalten und wie entsteht es? Was brauche ich als Fachkraft, um damit konstruktiv umgehen zu können und welche Handlungsstrategien können hilfreich sein? In vier Workshops mit unterschiedlichen Fragestellungen konnten sich die über 60 teilnehmenden Fachkräfte austauschen sowie Ideen und Erfahrungen teilen.
Da hinter jedem herausfordernden Verhalten eine innerliche Not des Kindes steckt, hat sich laut Frau Dr. Eckstein-Madry unter anderem Folgendes für die Fachkraft-Kind-Beziehung bewährt:
- Nach den Auslösern für herausforderndes Verhalten suchen unter Betrachtung der – evtl. unterschiedlichen – Verhaltensweisen innerhalb und außerhalb des Elternhauses.
- Förderliche Situationen möglichst ausbauen, Stärken und Ressourcen des Kindes sehen und dem Kind rückmelden. Möglichkeiten schaffen, eine sichere Bindung zu stärken.
- Sich fragen, in welcher Entwicklungsphase das Kind sich gerade befindet und dementsprechend das gezeigte Verhalten einordnen.
- Wichtig ist zudem, dass die Fachkräfte ihre eigene Selbstfürsorge nicht aus den Augen verlieren, denn nur dann können sie kontinuierlich und stabil für die Kinder, die sie brauchen, da sein.
Der gemeinsame Diskurs und die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigten deutlich, dass dieses Thema für pädagogische Fachkräfte äußerst aktuell ist und dass der Fachtag als sehr gewinnbringend erlebt wurde.