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02.08.2018

Wie wollen junge Erwachsene leben - 2050 in Bamberg?

Arbeit, Mobilität und Kommunikation Themen der „Denkwerkstatt“

Im Januar hatten die VHS Bamberg-Stadt und der Fränkische Tag (FT) Bürgerinnen und Bürger zur Denkwerkstatt „Bamberg 2050“ eingeladen. Jetzt fand das spannende Projekt zu Bambergs Zukunft in den Bereichen Arbeit, Mobilität und Kommunikation mit Schülern und Studenten statt – in der Bar mit dem passenden Namen „Freiraum“.

„Wie wollen wir leben in Bamberg – im Jahr 2050?“ So lautete auch für die 19 jungen Erwachsenen die zentrale Frage. In drei Kleingruppen erarbeiteten die jungen Leute einen Vormittag lang Visionen und Ideen zu den Themenbereichen Arbeit, Mobilität und Kommunikation. Professionell in anschaulichen Bildern festgehalten wurden die Ideen wie schon im Januar von Graphic Recorderin Ulrike Mahr aus Kronach. Erste gedankliche Anregungen brachte Gero Schmitt-Sausen, Geschäftsführer von infranken.de, mit einem Impulsvortrag, der geschickt alle drei Zukunftsthemen miteinander verband. VHS-Leiterin Dr. Anna Scherbaum und FT-Lokalchef Michael Memmel zeigten sich begeistert von der Kreativität und der Disziplin der jungen Leute. „Es war wirklich spannend zu erleben, mit wie viel Engagement sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingebracht haben und über die Zukunft diskutiert haben“, so Memmel, der die Arbeitsgruppe Mobilität betreute.

Die jungen Leute sehen Bambergs Innenstadt 2050 frei von Autos und auch in den Tiefgaragen dominieren Fahrräder statt Autos das Bild. E-bikes stehen nach den Vorstellungen der Schüler und Studenten überall in der Stadt zur Verfügung und für Ältere solle es einen Rikscha-Dienst zum Einkaufen geben. Neben einigen Visionen wie kostenlosem Busfahren für alle Bürger, kamen auch Ideen zur Sprache, die es teilweise schon gibt – etwa Rufbusse oder ein App, die den persönlichen CO2-Verbrauch misst.

Anna Scherbaum, die die Arbeitsgruppe Kommunikation betreute, freute sich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer neben der digitalen Vernetzung auch Wert auf persönliche Kontakte und echte Begegnungen legen. Informationen, so der Wunsch, sollten frei zugänglich sein für alle, aber im Diskurs von internationalen Gremien kontrolliert sein. Denn: Nur Bildung und Aufklärung können Sender und Empfänger sowie Auswerter von Infos urteilsfähig machen. Ihr Fazit zu Bamberg 2050 lautete: „Bamberg, ein multikultureller, pluralistischer Ort mit Tradition und Innovation und zahlreichen Bildungseinrichtungen, unterschiedlichen Kulturanbietern ist ein idealer Ausgangspunkt, von dem aus der Wunsch nach Etikette, Interkultureller Bildung ausgehen könnte und weiter entwickelt werden könnte. Gemeinsam mit anderen Standorten (international) könnte man dies bis 2050 entwickelt haben.“

Die Gruppe „Arbeit“, die von Catharina Stramm, Innovationsmanagerin der Mediengruppe Oberfranken, moderiert wurde, wünscht sich spezielle Co-Working-Spaces in Bamberg für Schüler, Studenten und Arbeitnehmer, die auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt sind, um optimale und kreative Arbeitsergebnisse zu ermöglichen. Weitere Wünsche waren der Ausbau des Breitbandnetzes in Bamberg, um an jedem Ort zu arbeiten. Durch ein schnelles und funktionierendes Internet solle der Austausch via Skype etc. dazu beitragen, Kollegen „virtuell“ kennen zu lernen, ohne umziehen oder pendeln zu müssen. Wichtig war den Teilnehmern auch das Thema Weiterbildung von Schülern und Lehrern in den Themen digitales Arbeiten/Nutzung von digitalen Hilfsmitteln. Auch die Uni und die Schulen sollen stärker digitalisiert und an der Bamberger Uni ein eigener Lehrstuhl zu diesem Thema eingerichtet werden.