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Datum: 12.04.2022

Eisvögel nicht durch Fotografieren verschrecken

Streng geschützte Art bricht teilweise Brut ab

Mit Sorge verfolgt das Klima- und Umweltamt der Stadt Bamberg die zunehmende Bedrängnis des Eisvogels durch unbedachtes Fotografieren. Durch soziale Netzwerke wie Instagram und Facebook verschärft sich die Thematik noch.

Daher bittet die städtische Naturschutzbehörde Vogelbegeisterte, auf solche Fotos zu verzichten. Teilweise werden sogar Eingänge zu Bruthöhlen farbig gekennzeichnet. Oder es werden zum Anlocken Klangattrappen abgespielt, die die Vögel stark irritieren, weil sie Revierkonkurrenz fürchten. Das kann bis hin zum Brutabbruch führen.

Andy Gehrig, Vogelexperte und Naturschutzwächter im Landkreis, sowie Dr. Jürgen Gerdes vom Umweltamt fordern Hobbyfotografen nachdrücklich auf, während der Paarungs- und Brutzeit Rücksicht zu nehmen. Dazu gehört auch, sich der Brutwand von Eisvögeln nicht zu nähern. Wege, die in der Nähe vorbeiführen und regelmäßig begangen werden, sind normalerweise keine Störung. Die Tiere gewöhnen sich daran. Sobald aber eine auf sie zielgerichtete Aktivität stattfindet, kann das ihr Verhalten erheblich beeinträchtigen.

Die Fotos, die diesen Artikel illustrieren, sind von Andy Gehrig unter Ausschluss jeder Störung aus getarnten Verstecken aufgenommen. Man wolle ungern Naturerlebnisse mit Strafen ahnden, betont indes Dr. Jürgen Gerdes. Doch wenn diese auf Kosten seltener und streng geschützter Arten gehen, bleibt der Naturschutzbehörde nichts anderes übrig. Bei erheblichen Störungen streng geschützter Tierarten handelt es sich ausdrücklich nicht nur um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um einen Straftatbestand.