Seiteninhalt
12.04.2019

Was Erwachsene von Fahrradprüflingen lernen können

Im ersten Teil der Serie zur Schulwegsicherheit geht es um die Radfahrprüfung und ein sicheres Fahrrad. Wer z.B. mit blinkendem Licht fährt, sollte aufhorchen.

Wenn Klaus Fuß, Verkehrserzieher bei der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, über die Radfahrausbildung an Grundschulen spricht, wird schnell klar, wie wichtig diese ist: „Die Schüler lernen hier Ähnliches wie die 18-Jährigen bei der Führerscheinprüfung.“ Da geht es um Vorfahrtsregelungen, die Bedeutung von Schildern, oder das korrekte Abbiegeverhalten nach links und rechts. Auch ein Radwegtraining ist eigens dabei. Denn ab dem 10. Geburtstag dürfen Kinder nicht mehr auf dem Gehweg fahren, sondern müssen Radweg oder Straße nutzen, wie Franz Werner, der zweite Verkehrserzieher bei der Bamberger Polizei, erwähnt. „Bis zum achten Geburtstag ist der Gehweg zwingend. Sind die Kinder zwischen acht und zehn Jahre alte, können sie zwischen Gehweg, Radweg oder Straße wählen.“ Da viele Kinder in der vierten Klasse zehn Jahre alt werden, ist die offizielle Radfahrausbildung hier genau richtig.

Sie ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Lehrplans. „Seit Ender der 1970er Jahre ist sie fest darin verankert. Mit dieser Einführung sind die Unfälle mit Rad fahrenden Kindern deutlich zurückgegangen“, erklärt Franz Werner weiter. Er und sein Kollege haben heute eine besondere Übung mit den Kindern der vierten Klasse der Bamberger Heidelsteigschule durchgeführt: Training im Realverkehr. Das heißt weg vom abgetrennten Parcours, raus auf die Bamberger Straßen und Radwege. Der neunjährigen Sofia zum Beispiel ist aufgefallen, dass dort ziemlich viele Schilder stehen und zu beachten sind. „Außerdem muss man richtig gut aufpassen, weil da echte Autos fahren“, sagt das Mädchen. Sie und ihre Mitschüler haben fünf mal zwei Stunden lang an Lerneinheiten teilgenommen, dann drei halbtägige Trainingseinheiten absolviert und schließlich, in einer vierten Einheit, die Fahrradprüfung abgelegt. Klassenleiter Jochen Luber kennt seine Schüler gut und weiß: „Sie müssen schon konzentrieren, um zum Beispiel den Abstand zum Vorausfahrenden zu halten oder die Ampelschaltung richtig einzuschätzen.“ Gerade um so etwas zu lernen, sei die Radfahrausbildung optimal. Das macht nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern sicherer.

Apropos: Bei den Erwachsenen dürften manche vielleicht überrascht sein zu erfahren, dass blinkende Lichter am Fahrrad verboten sind. „Nur an der Rückseite des Helms ist das erlaubt“, klärt Polizeihauptkommissar Klaus Fuß auf. Ansonsten muss das Licht durchgehend leuchten. Die Schüler wissen das, schließlich haben sie mit ihren Rädern den Fahrradcheck durchlaufen. Darin lernen sie, was ein sicheres Rad ausmacht – und, dass auf den Kopf unbedingt ein Helm gehört. Die beiden Verkehrserzieher von der Polizei wünschen sich, dass sich daran auch so mancher Erwachsener wieder erinnert. Schulreferent Dr. Christian Lange ist die gesamte Initiative zur Schulwegsicherheit ein großes Anliegen. „Jedes Kind soll sicher zur jeweiligen Einrichtung gelangen und wieder zurück. Deswegen wird uns dieses Thema noch das ganze Jahr begleiten“, erläutert Dr. Lange.

Der Fahrradcheck

Zum verkehrssicheren Fahrrad gehören: Vorderradbremse, Hinterradbremse, Reflektoren vorne und hinten sowie an den Rädern – vier gelbe Speichenreflektoren (zwei pro Reifen) oder Reflektorstreifen am Reifen, oder Reflektorstäbchen in den Speichen; zwei Pedale mit Reflektoren, gut hörbare Klingel, Vorder- und Rücklicht (fest installiert oder Stecklichter). Achtung: Vorder- und Rücklicht müssen genehmigt sein. Das ist zu erkennen an einer aufgedruckten Wellenlinie und einer Kennung, die mit dem Buchstaben „K“ beginnt. Blinkende Lichter sind nicht zugelassen.

Zum Fahrradcheck gehört auch, sich die Rahmennummer zu notieren, falls das Rad gestohlen werden sollte.