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30.10.2017

Weiterer Schritt zur Ost-West-Radverbindung

Beidseitige Radwege zwischen Gundelsheimer Straße und Europabrücke – mehr Qualität für alle Verkehrsteilnehmer

Das Ziel, die Verkehrsverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer im Straßenzug Regensburger Ring – Magazinstraße – Memmelsdorfer Straße zu verbessern, ist wieder ein Stück näher gerückt. Mitte Oktober konnte der zweite von fünf Bauabschnitten fertiggestellt werden – und damit beidseitig sichere Radverkehrsanlagen zwischen der Einmündung Heiliggrabstraße und Europabrücke.

Wie das Baureferat mitteilt, stehen nach dem Umbau der Kreuzung Magazinstraße/Margaretendamm 2016 und dem anschließenden Straßenbereich rund um die Siechenkreuzung zwischen Jäckstraße und Gundelsheimer Straße rund 650 Meter sanierte Straße und öffentlicher Seitenraum zur Verfügung. Das bedeutet mehr Sicherheit für den Radverkehr, barrierefreie Gestaltung der Knotenpunkte und Bushaltestellen für geh- als auch sehbehinderte und blinde Menschen sowie die Erneuerung der Straßenoberflächen. Bis es soweit war, galt es etliche „Hürden“ zu überspringen. Hierzu ein kurzer Rückblick.

Mit dem Bau der Nordtangente als Verlängerung der Achse Memmelsdorfer Straße – Magazinstraße zum Stadtteil Gaustadt war zunächst keine Stadtentwicklung nördlich Regensburger Ring vorgesehen. Dementsprechend erfolgte auch die Anlage eines 2-Richtungs-Radweges in Kombination mit dem Gehweg auf der südlichen Seite. Erst in jüngerer Zeit entstanden neue Wohnbaugebiete wie die Mayersche Gärtnerei, das Schaeffler-Gelände und das Wohnquartier im Umfeld des neuen ERBA-Universitätsstandortes – und damit zunehmend mehr Verkehr und insbesondere auch Radverkehr.

In der Folge kristallisierten sich verschiedene verkehrliche Problembereiche heraus. So etwa an den Kreuzungen entlang der Nordtangente zwischen Ludwigstraße und Schweinfurter Straße. Das Ergebnis diverser Gutachten: keine sichere und regelkonforme Querung für Radfahrer, fehlende Aufstellflächen für querende Radfahrer sowie geringe Geh- und Radwegebreiten - und das bei steigendem Radverkehrsaufkommen. An der Europabrücke sind täglich etwa 2.500 Radler unterwegs, bis zu 275 in der Stunde. Im Vergleich zwischen 2014 und 1998 ein Wachstum von 135 Prozent. Alleine im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 ereigneten sich 27 Unfälle im Abschnitt Friedensbrücke – Siechenkreuzung (nur Radverkehrsunfälle bzw. polizeikundige Unfälle). Straßenverkehrsbehörde und Straßenbaulastträger waren in der Pflicht. Die Polizeiinspektion Bamberg im Februar 2016: „Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist [...] eine bauliche Umgestaltung dieses Streckenabschnitts unabdingbar.“

Planerische Konsequenzen

Die planerischen Konsequenzen zur Behebung der verkehrlichen Missstände waren relativ leicht, die Umsetzung allerdings zeitaufwändig: Getrennte Radverkehrsführung, d.h. in Richtung Westen (Gaustadt) auf der Fahrbahn als Radfahrstreifen, abgegrenzt mittels durchgezogener weißer Linie und in Richtung Osten (Siechenkreuzung) auf dem vorhandenen baulichen Geh- und Radweg. Nach Ende der Maßnahme durchgehend als 1-Richtungs-Verkehr. Die resultierenden Breiten für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer sind beispielhaft am „Systemquerschnitt Regensburger Ring“ dargestellt. Der Straßenraum „schrumpft“ von 8,25 auf 6,40 Meter. Gleichzeitig entsteht ein durchgehender Ost-West-Radfahrstreifen von 1,85 Meter Breite. In der Gegenrichtung wird der Radweg 2,00 Meter breit und der Gehweg wird von 1,15 m auf 1,50 m vergrößert.

Im Zuge der Bauausführung war der Umbau der Geh- und Radwege im Bereich von Straßeneinmündungen, die barrierefreie Umgestaltung von Bushaltestellen, eine neue Querungshilfe in der Magazinstraße auf Höhe des Schaeffler-Areals, Deckenbau- und Markierungsarbeiten sowie die Neuberechnung von fünf Lichtsignalanlagen erforderlich. Gleichzeitig wurde ein Rad-Schutzstreifen auf beiden Seiten der Siechenstraße in Richtung Einmündung Äußere Löwenstraße angelegt. Und zum weiteren Vorgehen hat der Stadtrat bereits im April 2016 die Umsetzung des Bauabschnitts Mitte beschlossen. Damit ist die Fortsetzung der Maßnahme 2018 bis zur Einmündung der Maria-Ward-Straße gesichert.

Dass die Maßnahme von den Radfahrenden angenommen wird, lässt sich entlang der Ausbaustrecke eindrucksvoll feststellen. Es ist der Weglänge von etwa 1,6 Kilometern zwischen Ludwigstraße bis zur Gaustadter Hauptstraße geschuldet, das sich die Umsetzung noch bis 2020 hinzieht. Aber schon mit Inbetriebnahme des 2. Teilabschnittes sind die Verbesserungen deutlich. Als Zwischenstand werden die Radfahrenden gebeten, vor der Europabrücke auf die südliche Hälfte zu wechseln. Zur Sicherheit des Radverkehrs ist weiterhin die Nutzung des 2-Richtungs-Verkehrs zwischen Margaretendamm und der Friedensbrücke erforderlich. Das Baureferat bittet um Verständnis und wünscht den Radlerinnen und Radlern „Gute Fahrt“.