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Fahrradprogramm 2018

Stand der Umsetzung (August 2018)

Image-Kampagne

Eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Initiative Radentscheid hatte im April 2018 ein mehrstufiges Auswahlverfahren zur Erstellung eines Kommunikationskonzeptes und der darauf aufbauenden Kampagnenplanung gestartet. Angefragt wurden bundesweit neun Agenturen, davon vier aus der Stadt Bamberg. Fünf Agenturen hatten mit Agenturvorstellung, Referenzlisten und Honorarerwartungen geantwortet. Auf dieser Grundlage wurden letztlich drei Agenturen ausgewählt, die nach einem ersten Vorstellungsgespräch ein Grobkonzept inklusive Kostenkalkulation vorgelegt und bei einem Vor-Ort-Präsentationstermin vorgestellt hatten.

Durch die Arbeitsgruppe wurde im Anschluss an die Präsentationen eine Bewertung der Vorlagen vorgenommen. Im Ergebnis wurde mehrheitlich der Logo-Entwurf und das Kampagnenkonzept einer Agentur ausgewählt. Das Büro und die Grundzüge der Kampagne wurden in der Vollsitzung am 26.07.2018 vorgestellt. In der „zweiten Lesung“ dieses Themas hat der Feriensenat am 23.08.2018 beschlossen, dass die Ausschreibung aufzuheben ist. Bezüglich des weiteren Vorgehens ist eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung und Politik vorgesehen. Der erste Arbeitsgruppentermin ist bereits terminiert.

Herstellung von zusätzlichen Fahrradbügeln / Fahrradparkplätzen

Stand Nov. 2018: Aktuell sind 11 Standorte - 53 Radbügel - 106 Radabstellplätze umgesetzt

  • Luisenstraße (5 Radbügel)
  • Gaustadter Hauptstraße (7 Radbügel)
  • Car Bike Port Am Kranen (5 Radbügel)
  • Kapuzinerstraße (5 Radbügel)
  • Am Kranen (5 Radbügel)
  • Kaulbergfuß (3 Radbügel)
  • Schillerplatz (6 Radbügel)
  • Franz-Ludwig-Straße (4 Radbügel)
  • Klosterstraße (5 Radbügel)
  • NEU: Fleischstraße (5 Radbügel)
  • NEU: Franz-Ludwig-Straße (4 Radbügel)
  • NEU: Markusbrücke (3 Radbügel)

Zur Umsetzung ressortübergreifend und mit den jeweiligen Bürgervereinen abgestimmt sind derzeit weitere 22 Standorte mit ca. 76 Radbügeln (152 Radabstellplätze)

  • Bleichanger / Gönnerstraße ( 3 Radbügel)
  • Gönnerstraße Hsnr. 2, 11, 32 (gesamt 11 Radbügel)
  • Wunderburg / Rückseite Kirche (4 Radbügel)
  • Egelsee-/ Hirtenstraße (5 Radbügel)
  • Kunigundendamm / Hirtenstraße (3 Radbügel)
  • Kunigundendamm / Hemmerleinstraße (6 Radbügel)
  • Kunigundendamm / Bleichanger (2 Radbügel)
  • Marienplatz (2 Radbügel)
  • Peunt-/ Egelseestraße (3 Radbügel)
  • Hemmerleinstraße 8 (3 Radbügel)
  • Hirtenstraße 7 (3 Radbügel)
  • Kunigundendamm 56 (3 Radbügel)
  • Gabelsberger Straße (5 Radbügel)
  • Trimberg-/ Gabelsbergerstraße (3 Radbügel)
  • Siechenstraße vor Apotheke (3 Radbügel)
  • Neuerb-/Dürrwächterstraße (4 Radbügel)
  • Memmelsdorfer Straße 2d (3 Radbügel)

Ausweisen von neuen Fahrradstraßen

Maßgebend für die Entscheidung zur Ausweisung einer Fahrradstraße ist nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) das vorhandene oder zu erwartende Radverkehrsaufkommen. Der Radverkehr soll die vorherrschende Verkehrsart sein und die Straße/Fahrbahn für den Radverkehr beschaffen und ausreichend breit sein. Dabei gilt:

  • Anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr darf Fahrradstraßen nicht benutzen, es sei denn, dies ist durch Zusatzzeichen „Kfz frei“ erlaubt.
  • Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern.
  • Das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist erlaubt.
  • Im Übrigen gelten die Vorschriften über die Fahrbahnbenutzung und über die Vorfahrt.

Die von der Initiative Radentscheid vorgebrachten „Wunschstraßen“ wurden von der Verwaltung behandelt und bewertet:

  • Die Maria-Ward-Straße und die Anna-Maria-Junius-Straße sind zwischenzeitlich als Fahrradstraßen beschildert.
  • Die Verkehrszählung in der Judenstraße hat ergeben, dass in Teilbereichen der Radverkehr überwiegt, jedoch würde durch die Anbringung lediglich eines Verkehrszeichens keine Verbesserung möglich sein. Die Ausweisung als Fahrradstraße wird nicht empfohlen.
  • Der Vorschlag Am Leinritt (zwischen Heinrich-Bosch-Steg und Einmündung Schweinfurter Straße) eine Fahrradstraße auszuweisen, ordnet sich aus Sicht der Fachbehörden nicht schlüssig in das Gesamtverkehrssystem ein, weil der Leinritt oberhalb und unterhalb dieses Abschnittes als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgewiesen ist. Daher besteht die Zielstellung, auch diesen Abschnitt als gemeinsamen Geh- und Radweg auszuweisen.

Folgende Straßen werden als Fahrradstraßen zur Umsetzung empfohlen:

  • Fahrradquartier Mitte mit Mittelstraße (teils Bestand), Färbergasse (schon seit 2016 beschlossen, wegen Baumaßnahmen nur nicht umgesetzt), Letzengasse (schon Bestand), Spitalstraße (schon Bestand), Heiliggrabstraße (teils Bestand), Klosterstraße (schon Bestand – wird verlängert).
  • Auf der Achse Kaulberg – Lubank – Schranne – Geyerswörthplatz gibt es ebenso mehr Rad- als Kfz-Verkehr. Auf dieser Achse sollen Fahrradstraßen eingerichtet werden, wobei auch hier an den bisherigen Verkehrsführungen (Einbahnstraßen) nichts geändert wird. Die Karolinenstraße ist hier nicht mit einbezogen, weil diese entsprechend den beschlossenen Zielen für das Sanierungsgebiet „Sand“ nach baulicher Umgestaltung als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen werden soll.

Errichtung einer Radzählanlage

Gemeinsam mit dem marktbeherrschenden Anbieter wurde der Standort Obere Königstraße nach der Einmündung Kettenbrückstraße als gut geeigneter Standort für eine Radzählanlage ermittelt. Vorteile an dieser Stelle sind, dass einerseits sehr viele Radfahrer unterwegs sind und andererseits die Zählsäule auch für alle übrigen Verkehrsteilnehmer/innen „auffällig“ und gut sichtbar ist. Ressortübergreifend werden noch weitere Möglichkeiten geprüft.

Sicherheit an Kreuzungen

In der Radunfallstatistik sind in 2017 folgende Kreuzungen/Einmündungen auffällig geworden:

  • Annastraße/Starkenfeldstraße: Umsetzung von Maßnahmen Anfang April.
  • Abfahrt B22 Münchner Ring/Buger Straße (unsignalisierter Ast): es wurden Maßnahmen vorgeschlagen, die kurzfristig umgesetzt werden könnten (zuständig ist das Staatliche Bauamt).
  • Lichtenhaidestraße/Margaretendamm: Zurücknahme der Haltelinie um 5 m, Reduzierung auf eine Fahrspur (abgebakte Linksabbiegespur), doppelseitiges Aufstellen des Stopp-Schildes wird erprobt.
  • Europabrücke/Margaretendamm: Die aufgetretenen Unfälle sind typisch gelagerte Rechtsabbiegeunfälle, die im Radverkehr leider überall an Kreuzungen im Stadtgebiet an Einmündungen auftreten können. Daher könnte ein Lösungsansatz in der Aufklärung zum Schulterblick liegen. Dies wäre ein möglicher und wichtiger Inhalt der Imagekampagne zur Fahrradstadt Bamberg.

Weitere Maßnahmen:

  • Berliner Ring/Kronacher Straße: Rotmarkierung der Radwegfurten zur Minimierung der Konflikte Rad/Kfz.
  • Tankstelle Kunigundendamm: Rotmarkierung der Radwegfurten zur Minimierung der Konflikte Rad/Kfz.
  • Nürnberger Straße (zw. Unterführung Geisfelder Straße und Moosstraße): Schutzstreifen für den Radler beidseits nach Erneuerung der Fahrbahndecke.
  • Markierung eines ARAS (aufgeweitete Radaufstellstreifen vor Lichtsignalanlagen): Kreuzung Nürnberger Straße/Moosstraße in der Holzgartenstraße, Kreuzung Zollner-/Pestalozzistraße (im Rahmen der laufenden Erschließungsmaßnahmen Lagarde/DGZ).
  • Im Zuge des Straßenunterhaltes wurden Rotmarkierungen an mehreren Kreuzungen aufgefrischt.
  • Im Zuge der Erschließung des Autohauses am Berliner Ring wurde der Radweg angepasst und die Furt rot markiert.

AGFK-Mitgliedschaft

Mit Schreiben des Oberbürgermeisters vom 16.03.2018 hat sich die Stadt Bamberg um die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen in Bayern beworben. Eine Aufnahme in den Verein kann nach erfolgreicher Vorbereisung stattfinden. Die Vorbereisung durch eine Delegation der AGFK Bayern fand am 9. Juli 2018 statt. Als Ergebnis konnte festgehalten werden, dass die Aufnahme der Stadt Bamberg als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) empfohlen wird.

Die AGFK-Radverkehrsexperten zogen ein positives Fazit: eine engagierte und aufgeschlossene Verwaltung, vielfältige Arbeitsgruppen und ein Austausch der verschiedenen Interessen und Akteure wurde ebenso lobend anerkannt wie die vorgefundene Infrastruktur mit geöffneten Einbahnstraßen und Sackgassen, Fahrradstraßen oder dem vorbildlichen Fahrradparkhaus an der Brennerstraße. Bei Letzterem bestand allerdings auch der Wunsch nach Aktionen zur Steigerung der Auslastung. Zu gefallen wusste auch die derzeitige Aktualisierung des Verkehrsentwicklungsplanes mit seinen Ausführungen zum Thema Radverkehr sowie der eigens herausgegebene Fahrrad-Stadtplan. Positiv auch das Bemühen – bei nicht immer einfachen Rahmenbedingungen – intensiv Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Radinfrastruktur zu prüfen und zu untersuchen. Eine wirksame Stellplatzsatzung, Bürgerdialog zum Melden von Lob und Kritik und Mängelmelder sowie E-Pedelecs für die Verwaltung wurden ebenso lobend genannt, wie die Beteiligung am bundesweiten „STADTRADELN“ mit eigenem Sonderwettbewerb für Schulen.

Aber auch Empfehlungen wurden ausgesprochen. So zur Einrichtung einer zusätzlichen eigenen Stelle „Radverkehrsbeauftragte/en“ in Vollzeit oder mehr Personal für die Umsetzung. Bei aktuell 30 Prozent wäre eine weitere Erhöhung des Radverkehrsanteils ambitioniert, aber möglich. Hierzu sei der Beschluss einer konkreten Zielvorgabe – vorgeschlagen wurden fünf Prozent in den nächsten sieben Jahren – allerdings zwingend erforderlich. Gleichermaßen sollte die Kooperation mit dem Landkreis und insbesondere den Umland-Kommunen, auch mit Blick auf die Pendler-Thematik, gestärkt werden. Dazu gelte es Strukturen zu schaffen und projektorientiert zusammenzuarbeiten. Diese Rückmeldung zum Stand der Radverkehrsförderung an die Kommune dient der Hauptbereisung, damit diese dann mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgreich absolviert werden kann.

Nach der Vorbereisung erfolgt mit einem Beschluss des AGFK Bayern Vorstands (voraussichtlich im Sept./Okt. 2018) die Aufnahme in den Verein (zahlendes Mitglied). Innerhalb von vier Jahren erfolgt die Durchführung der Hauptbereisung mit abschließender Prüfung der Bewertungskommission, ob die Kommune den Aufnahmekriterien gerecht wird. Ist dies erfolgreich, wird die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ verliehen. Der Titel hat sieben Jahre Bestand. Die für die Mitgliedschaft erforderliche „Hauptbereisung“ soll nach Möglichkeit 2019 erfolgen.

Umsetzung »Förderprogramm Lasten-Pedelecs«

Laut Information des Umweltamtes sind elf Anträge auf Förderung von Lastenfahrrädern verbeschieden worden (neun E-Lastenfahrräder und zwei mechanische Lastenfahrräder). Davon sind bereits sechs ausbezahlt. Bei zwei Bescheiden wurde die Frist aufgrund von Lieferschwierigkeiten verlängert. Für 2019 ist ein Antrag auf Fortführung des Förderprogrammes gestellt (Mittelanforderung 2019), hier ist abzuwarten inwieweit dieser Antrag bei den Haushaltsberatungen berücksichtig wird.

Runder Tisch Lange Straße

Empfehlung für das weitere Vorgehen aus der jüngsten Sitzung am 17.07.2018:

  • Der jetzt vorgestellte Planungsentwurf stellt keine abschließende Lösung dar, sondern ist ein erster Schritt, um die Verkehrsbeziehungen neu zu ordnen. Eine "große Lösung" scheitert schon daran, dass im Haushalt 2018 keine Mittel für umfang reiche Umbaumaßnahmen vorhanden sind.
  • Der Wegfall der oberirdischen Stellplätze soll kompensiert werden durch eine "Tiefgaragen-Lösung", wobei die erste Stunde kostenfrei in den Tiefgaragen Schützenstraße und Georgendamm geparkt werden darf.
  • Diese Neuregelung soll zunächst 12 Monate dauern, um dann die Erfahrurgen auszuwerten. Beginnen soll die Regelung am 01.01.2019.
  • Die Behandlung dieses Vorschlags erfolgt im Aufsichtsrat der Stadtwerke Bamberg und Sitzung des Verkehrs- und Umweltsenates am 18.09.2018.
  • Parallel dazu soll die Grundsatzdebatte eröffnet werden, um die Weiterentwicklung der Langen Straße zu diskutieren. Dabei geht es um Shared Space, Umbaumaßnahmen, Haushaltsmittel etc. Die Behandlung dieses Themas im Umwelt- und Verkehrssenat am 18.09.2018 soll auch den Startschuss bilden, um in diese Grundsatzdebatte einzusteigen.
  • Außerdem soll der "Runde Tisch" am 26.11.2018 mit Beiträgen zu Weiterentwicklung der Langen Straße fortgesetzt werden.

Leuchtturmprojekt

Es zeichnet sich ab, dass die Cityroute 8 stadteinwärts von der Peuntstraße über die Friedrichstraße bis zum Schönleinsplatz nur dann als „Leuchtturmprojekt“ geeignet ist, wenn hier tatsächlich die „große Lösung“ realisiert wird. Allerdings ist hierfür eine Finanzierung nicht absehbar ist. Dessen ungeachtet untersucht die Verwaltung ressortübergreifend weiterhin, inwieweit hier kurzfristig Verbesserungen mit kostengünstigen Lösungen möglich sind. Für den Abschnitt Wilhelmsplatz bis Schönleinsplatz liegt für die Radverkehrsführung stadteinwärts ein erster Vorentwurf vor, der verwaltungsintern noch nicht abschließend abgestimmt ist.

Um dennoch in Sachen „Leuchtturmprojekt“ voranzukommen hat die Verwaltung für den Bereich Kapuzinerstraße/Markusplatz im Mai 2018 einen Antrag auf Förderung im Rahmen des Bundeswettbewerbes „Klimaschutz durch Radverkehr 2018“ gestellt. Hierzu liegt allerdings aktuell noch keine Rückmeldung vor.