Seiteninhalt
21.03.2019

Schülerhilfe für die Kreuzung

Das Überqueren der Fußgängerampel Friedrichstraße/Herzog-Max-Straße ist durch bauliche Maßnahmen und die Unterstützung von Schulweghelfern nun sicherer.

Der rot-weiße Sperrpfosten steht erst seit kurzem, doch die deutlichen Lackschrammen zeugen bereits davon, dass diese Ecke häufiger geschnitten wird: Es sind meist Fahrzeuge, die aus der Herzog-Max-Straße nach rechts Richtung Wilhelmsplatz in die Friedrichstraße einbiegen. Das Kritische: Überfahren wird hier ein Teil des Gehweges, offenbar hat auch mancher Autofahrer die Ampel direkt nach der Kurve schon übersehen. Das ist besonders gefährlich, da es sich um eine Fußgängerampel handelt, die vor allem Schüler des nahe gelegenen Franz-Ludwig-Gymnasiums (FLG) regelmäßig passieren.

Das haben Anwohner mit größerer Sorge beobachtet und sich an die Stadtverwaltung gewandt. Dort haben sie offene Türen eingerannt: Der Entsorgungs- und Baubetrieb (EBB) hat bereits das Vorfahrt-Gewähren-Schild durch ein Stopp-Schild ersetzt und zudem den Sperrpfosten auf dem gepflasterten Gehweg aufgestellt. Neben der baulichen Unterstützung kommt vor allem menschliche dazu: Ganze 18 Schülerinnen und Schüler des FLG haben sich zu Schulweghelfern ausbilden lassen und passen nun an jedem Schultag auf, dass kein Fahrzeug mehr die Ampelschaltung übersieht. Schulleiter Rainer Herzing ist stolz auf seine Schützlinge und dass sie sich hier ehrenamtlich engagieren. Der Verantwortung sind sich die Jugendlichen durchaus bewusst: „Ich will mithelfen, dass keine Unfälle passieren“, sagt etwa die 13-jährige Johanna. Lorenz, Tom sowie Max und Max erinnern sich noch an die Schülerlotsen aus der eigenen Grundschulzeit. „Wir wollen etwas zurückgeben und auf die kleineren Kindern achten“, sagen die 13- und 14-Jährigen. „Natürlich helfen wir jedem gern über die Straße, auch älteren Menschen.“ Aussagen, die den Sicherheitsbeauftragten am FLG, Jens Schneider, freuen dürften.

Schulreferent und Bürgermeister Dr. Christian Lange betont: „Es ist unser Ziel, dass jedes Kind sicher zur Schule und zur KiTa gelangt sowie wieder zurück. Weiterhin ist es unser Anliegen, dass Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr möglichst unterstützt werden.“ Neben den baulichen Maßnahmen vor Ort seien vor allem auch die Menschen wichtig. Das hebt Klaus Fuß, Verkehrserzieher bei der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, besonders hervor. „Ich danke den Schülerinnen und Schülern, dass sie sich am Nachmittag Zeit genommen haben für die Ausbildung. Es gibt im Jahr ungefähr zehn Schulwegunfälle – aber nicht dort, wo Schulweghelfer im Einsatz sind!“ Deswegen freue er sich immer sehr, wenn er die Ehrenamtlichen mit Kelle und gelber Weste sehe. Offenbar geht es nicht nur ihm so: „Wenn wir Leuten über die Straße helfen, sagt auch immer mal jemand danke. Das ist schon schön“, sagen die vier Jungs vom FLG.