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24.01.2019

Verkehrssicherheit: »Kfz-Grünpfeil« an der Armeestraße kommt weg

Grund sind Beschwerden und wiederholte Verstöße gegen verkehrsrechtliche Vorgaben

Trotz „Rot“ an Ampeln nach vorherigem Anhalten rechts abbiegen, erlaubt die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), wenn die notwendige Beschilderung – grünen Pfeil auf schwarzem Grund – angebracht ist. Diese Regelung für den Kfz-Verkehr gilt seit 1994 und im Bamberger Stadtgebiet aktuell an vier Kreuzungen. Am kommenden Montag (28.01.2019) wird allerdings der „Grünpfeil“ an der Ausfahrt von der Armeestraße in Richtung Pödeldorf wieder entfernt. Grund sind Beschwerden und wiederholte Verstöße gegen verkehrsrechtliche Vorgaben.

An folgenden Kreuzungen und Fahrbeziehungen galt bisher die „Grünpfeil“-Regelung: Kaspar-Schulz-Straße – Emil-Kemmer-Straße (Richtung Gewerbegebiet Hallstadt), Coburger Straße – Kronacher Straße (Richtung Hallstadter Straße), Ausfahrt P+R-Platz Heinrichsdamm – Heinrichsdamm (zur Innenstadt) und Armeestraße – Pödeldorfer Straße (stadtauswärts). Nun sehen sich Polizei und Verkehrsbehörde veranlasst, den letztgenannten Grünpfeil an der Einfahrt von der Armeestraße in Richtung Pödeldorf wieder zu entfernen. Verkehrssicherheit vor Leichtigkeit des Verkehrs, so das Ergebnis der Abwägung der Verantwortlichen. Der Hintergrund: Beschwerden und negative Erfahrungen an dieser Stelle. Der Verkehrsrechtlichen Anordnung zum Abbau ging eine Auswertung im Rahmen des Arbeitstreffens „Routinegespräch Verkehr“ im November 2018 voraus – und der einvernehmliche Beschluss der hier vertretenen Behörden.

Im Rahmen der Beobachtungen und Kontrollen der Polizei wurden immer wieder Verstöße gegen die mit dem „Grünpfeil“ verbundenen verkehrsrechtlichen Vorgaben festgestellt. Insbesondere ist der „Grünpfeil“ kein „Freifahrtschein“ für ungebremstes Abbiegen. Grundsätzlich gilt hier, dass bei Rot rechts abgebogen werden darf, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet werden. Also: Anhalten, sorgfältig den bevorrechtigten Verkehr beachten und dann weiterfahren. Nur dadurch lassen sich mögliche Konflikt- und Gefahrensituationen vermeiden.

Und hier liegt das Problem. Wiederholte Beschwerden gab es vor allem in Verbindung mit der veränderten Verkehrssituation im Umfeld der Aufnahmeeinrichtung der Regierung von Oberfranken (AEO). Infolge des neuen Fußgängereinganges an der Pödeldorfer Straße kommt es hier zu einem höheren Fußgängeraufkommen. Der mögliche Konflikt zwischen Rechtsabbieger aus Armeestraße mit querenden Fußgängern ist eine Gefährdungssituation, die es zu lösen galt. Zusätzlich bereitete den vermehrt auftretenden Linksabbiegern aus der Birkenallee die „Grünpfeil“-Beschilderung Probleme beim Ausfahren.

Interessante Randnotiz zum „Grünpfeil“:

Wenige Tage nach Abbau eines „Kfz-Grünpfeils“ erfolgt Ende Januar an fünf Kreuzungen in Bamberg die Montage von „Radler-Grünpfeilen“. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) führt damit einen Pilotversuch durch, um die grundsätzliche Umsetzbarkeit eines „Grünpfeils“ für den Radverkehr zu prüfen. Bamberg ist dabei eine von neun Städten, in denen sich bundesweit das „Rechtsabbiegen von Radfahrenden bei Rot“ im Praxistest bewähren muss.