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08.04.2021

Fahrradklima-Test 2020: Bamberg holt bei Fahrradförderung und Werbung für das Radfahren auf

Mit der Note 3,8 liegt Bamberg über dem bundesweiten Durchschnitt/Bürgermeister Glüsenkamp sieht Luft nach oben

Der ADFC hat die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2020 veröffentlicht: Bamberg schneidet mit einer Gesamtnote von 3,79 (Schulnote) im bundesweiten Vergleich (3,93) überdurchschnittlich gut ab. In der bayernweiten Ortsgrößenklasse sichert sich Bamberg den Rangplatz eins von neun, im bundesweiten Vergleich liegt sie auf Platz 31 von 110. Besonders gut kommen bei den Bürger:innen die jüngsten Maßnahmen der Stadt Bamberg an: die Werbung für mehr Radfahren in der Stadt und die gezielte Fahrradförderung. „Die Unterstützung des Radverkehrs ist kein Selbstzweck, sondern die Umsetzung des einstimmigen Stadtratsbeschlusses, dass im Jahr 2030 drei von vier Wegen in der Stadt mit dem Fahrrad zu Fuß oder mit dem Bus zurückgelegt werden sollen. Bei diesem Ziel müssen wir immer weiter vorankommen,“ so Bürgermeister und Mobilitätsreferent Jonas Glüsenkamp.

Große Stärken in Sachen Radfahren in Bamberg sehen die Teilnehmenden in der guten Erreichbarkeit des Stadtzentrums, in der ausgewogenen Mischung jüngerer und älterer Radfahrer sowie in den Gegebenheiten für ein zügiges Radfahren. Als Schwächen haben die Bürger:innen die Möglichkeiten zur Mitnahme von Rädern im Öffentlichen Nahverkehr, die zu geringe Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen und deren Breite ausgemacht.

Vergleicht man die Bewertungen aus den Jahren 2012 bis 2020 dann zeigt sich, dass Bamberg bei der Frage der Radabstellplätze in den vergangenen Jahren aufgeholt hat. Lagen die Werte 2016 und 2018 bei 4,1, sind sie in 2020 nun auf 3,8 geklettert.

Der ADFC Fahrradklima-Test wird aus Sicht der Verkehrsplaner begrüßt, da das Thema Radfahren eines der Handlungsfelder bei der laufenden Aktualisierung des Verkehrsentwicklungsplanes ist. Im Zuge der Bestandsaufnahme stehen dabei Hinweise auf Radweglücken und Problemstellen, ebenso wie allgemein zur Stärkung des Radverkehrs oder eine allgemeine Ziele-Diskussion im Mittelpunkt. Also: „Was läuft gut, was nicht?“ Die Planer erhalten mit dem Testergebnis vielfältige Hinweise zur Qualität der Angebote.

Info
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine der größten Befragungen zum Radfahrklima weltweit und fand 2020 zum neunten Mal statt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP).
230.000 Radfahrende haben sich am Fahrradklima-Test 2020 beteiligt. Im Vergleich zu 2018 ist das eine Steigerung um 35 %. Sie haben 1.024 Städte und Gemeinden bewertet und damit so viele wie nie zuvor (2018: 683 und 2016: 539 Städte).