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Fahrradstadt aktuell

Verkehrsversuche

Markusplatz

Die bestehende Radverkehrsführung am Markusplatz wird von vielen Verkehrsteilnehmern als konfliktreich empfunden. Ein starker Kfz-Rechtsabbiegestrom aus der Kapuzinerstraße kreuzt geradeausfahrende Radfahrer, der Konflikt wird durch die schiefliegende Kreuzungsgeometrie noch verstärkt. Zudem sind bestehende Gehwege und Radwege zu schmal in Relation zum hohen Schüler- und Studentenaufkommen bedingt durch Grundschule, zwei Gymnasien und Uni-Standort im direkten Umfeld des Markusplatzes.

Für die zukünftige Radverkehrsführung liegt eine Planung im Entwurf vor. Bevor diese Planung weiter verfolgt wird, wurde die Durchführung eines Verkehrsversuches beschlossen. Wichtige Inhalte des Verkehrsversuchs sind:

  • Der Radverkehr aus Richtung Kapuzinerstraße bekommt auf Fahrbahnniveau eine ca. 2,50 m breite Fahrradspur mit einer vorgezogenen Radaufstellfläche vor der Lichtsignalanlage und wird nicht mehr im Seitenraum auf dem Radweg geführt
  • Radfurt aus der Kapuzinerstraße in Richtung Weide wird als Schutzstreifen für Radfahrer weitergeführt

Der Verkehrsversuch läuft seit Mitte Juni 2019 und ist auf ein Jahr ausgelegt. Die konkreten Auswirkungen der Planung werden im Rahmen des Verkehrsversuchs evaluiert und die Ergebnisse fließen in die anstehende Gesamtplanung ein.

Friedrichstraße

Für die Cityroute 8 im Abschnitt Friedrichstraße liegt eine beschlossene Planung für die Markierung eines Radfahrstreifens stadteinwärts wie auch stadtauswärts aus dem Jahr 2000 vor. Diese Umgestaltung sollte im Nachgang einer geplanten Kanalbaumaßnahme erfolgen.
Aktueller Stand ist, dass bis heute weder der Radfahrstreifen bzw. Schutzstreifen stadteinwärts noch stadtauswärts realisiert worden sind. Zwischen Wilhemsplatz und Schönleinsplatz müssen Radler stadteinwärts im motorisierten Verkehr mitfahren.
Um kurzfristig eine attraktive und verkehrssichere Radverkehrsführung zu schaffen, wurde ein 2 Meter breiter Radfahrstreifen markiert. Ein solcher „Radweg“ mit durchgezogener Linie hat aber Konsequenzen: Die Begrenzung des Radfahrstreifens darf nicht überfahren werden. Die vorhandenen eigenen Abbiegespuren für Autos entfallen zwar, Linksabbiegen ist aber unverändert möglich. Der Verkehr wird dann auf einer ca. 3,50 Meter breiten Fahrspur gemeinsam mit dem Geradeausverkehr geführt.

Dieser Verkehrsversuch läuft seit Mitte August 2019 und ist auf ein Jahr ausgelegt. Mit der Zwischenlösung sammelt die Stadt Zahlen und Erfahrungen, wie der Verkehr auf die neuen Platzverhältnisse reagiert. Also wie Busse und Einsatzkräfte passieren können trotz weniger Platz und einer zusammengelegten Spur für Linksabbieger und Autoverkehr der geradeaus durch die Lange Straße will. Die konkreten Auswirkungen der Planung werden im Rahmen des Verkehrsversuchs evaluiert und die Ergebnisse fließen in die anstehende Gesamtplanung ein.

Fahrradstraßen

Eckbertstraße

Seit November 2019 ist die Eckbertstraße als Fahrradstraße ausgewiesen. Die Eckbertstraße ist das erste Teilstück einer zukünftigen Fahrradachse als neue Ost-West-Verbindung im Bamberger Osten. Von der Brennerstraße (Bahnhof) über die Spiegelfelder zur Neuerbstraße / Heinrich-Weber-Platz und weiter über die Eckbertstraße zur Weißenburgstraße ist eine attraktive Fahrradachse bis zur Lagarde und langfristig eine Fortführung über den Kennedy Boulevard bis zum Hauptsmoorwald geplant.

Fahrradquartier Bamberg-Mitte

Es ist nach der „Mayerschen Gärtnerei“, eröffnet am 15. Juni 2018, das 2. Fahrradquartier in der Stadt Bamberg und wurde Mitte August 2019 eingeweiht. Umgrenzt wird das betroffene Fahrradquartier von Ludwigstraße, Memmelsdorfer Straße, Siechenstraße, Untere und Obere Königstraße sowie Luitpoldstraße. Betroffen ist die bisher bereits bestehende Radwegachse Klosterstraße – Heiliggrabstraße – Spitalstraße – Mittelstraße – Letzengasse. Im Zuge der Neuregelung wurde die Klosterstraße zwischen Spiegelgraben und Ludwigstraße ebenfalls zur Fahrradstraße, hier ist der Kfz-Verkehr nur in Einbahnrichtung stadtauswärts zugelassen. Heiliggrab- und Mittelstraße als Querverbindungen zwischen Luitpold- und Memmelsdorfer Straße wurden ebenfalls in ganzer Länge als Fahrradstraßen gewidmet.

Ausbau Nordtangente

Ziel des Gesamtprojektes ist es, die Verkehrsverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer im Straßenzug Regensburger Ring – Magazinstraße – Memmelsdorfer Straße zu verbessern. Dies beinhaltet, eine schlüssige und sichere Radverkehrsanlage zu schaffen, die Knotenpunkte und Bushaltestellen barrierefrei zu gestalten und die Straßenoberflächen zu sanieren. Das Gesamtprojekt ist in fünf Bauabschnitte unterteilt.

Der erste Bauabschnitt Ost (Margaretendamm) wurde 2016, der zweite Bauabschnitt Ost (Siechenkreuzung) 2017 baulich umgesetzt. Der Abschnitt „Mitte“ (Europabrücke bis Mußstraße) wird ab 16. März bis Mitte Juli 2020 folgen.

Der Bauabschnitt „Mitte“ schließt an den bereits ausgeführten ersten Abschnitt Ost (Margaretendamm) an und erstreckt sich vom östlichen Widerlager der Europabrücke bis hin zur Kreuzung Regensburger Ring/ Maria-Ward-Straße/Mußstraße, wobei die zentralen Umbaumaßnahmen am Knoten Regensburger Ring/Weidendamm/Anna-Maria-Junius-Straße verortet sind.

Modellversuch "Grünpfeil für Radfahrende"

Die Stadt Bamberg nimmt an einem Modellversuch der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) teil, bei dem der Grünpfeil für Radfahrende getestet wird. Folgende Kreuzungen wurden hierfür ausgewählt:

  1. vom Am Heidelsteig kommend nach rechts in die Zollnerstraße stadteinwärts (RichtungBahnhof),
  2. vom Am Heidelsteig kommend nach rechts in die Memmelsdorfer Straße stadtauswärts (Richtung Gartenstadt),
  3. von der Pödeldorfer Straße stadteinwärts kommend nach rechts in die Neuerbstraße  (Richtung Rupprecht-/Erlöserschule),
  4. von der Feldkirchenstraße kommend nach rechts in die Memmelsdorfer Straße stadtauswärts (Richtung Gartenstadt),
  5. von der Marienbrücke kommend nach rechts in den Heinrichsdamm (Richtung Innenstadt).

2018 fand die Vorhererhebung an den ausgewählten Stellen statt, im Sommer 2019 die Nacherhebungen.

Für die Verkehrsteilnehmer ändert sich an der eigentlichen Regelung nichts: Es darf bei Rot rechts abgebogen werden, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet werden. Neu ist jedoch, dass dies durch den Zusatz „nur Radverkehr“ ausschließlich Radfahrenden gestattet ist. Grundsätzlich gilt allerdings beim Grünpfeil für den Kfz-Verkehr ebenso wie für den Radverkehr immer: Erst Anhalten, sorgfältig den bevorrechtigten Verkehr beachten und dann weiter Fahren. Nur dadurch lassen sich mögliche Konflikt- und Gefahrensituationen vermeiden.

Das bundesweit in 9 Städten durchgeführte Modellvorhaben zum Grünpfeil nur für Radfahrende hat sich bewährt und wird im Rahmen der aktuellen Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) eingeführt werden. Die Änderung wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 in Kraft treten.

Die Ergebnisse des Pilotprojekts werden bei der Ausarbeitung der konkreten Anordnungsvoraussetzungen im Rahmen einer grundlegenden Überarbeitung der VwV-StVO, die für Mitte 2020 angesetzt ist, berücksichtigt.