Was ist die kommunale Wärmeplanung?
Einführung
Was ist darunter zu verstehen?
Mit der kommunalen Wärmeplanung machen sich Städte und Gemeinden auf den Weg, ihre Wärmeversorgung nachhaltig und klimafreundlich zu gestalten. Das Ziel ist, die Energieversorgung durch die Nutzung erneuerbarer Energien umzustrukturieren und damit zur Reduktion der CO2-Emissionen beizutragen.
Ursprung
Am 1. Januar 2024 trat das Gesetz für Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (WPG) in Kraft. Dieses Gesetz schafft die gesetzlichen Grundlagen für die flächendeckende und verbindliche Wärmeplanung in den Kommunen, um die Klimaschutzziele im Wärmesektor zu erreichen. Es ist ein zentrales politisches Instrument, um die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen. Am 2. Januar 2025 ist die notwendige bayerische Landesverordnung, welche in die Verordnung zur „Ausführung energiewirtschaftlicher Vorschriften“ aufgenommen wurde, in Kraft getreten. Sie benennt die Kommunen als planungsverantwortliche Stellen und verpflichtet damit auch die Stadt Bamberg zur Wärmeplanung vor Ort.
Warum ist sie wichtig? Wer profitiert davon?
Das Projekt ist wichtig, um die Klimaziele bis 2045 zu erreichen und den CO2-Ausstoß im Wärmesektor erheblich zu verringern. Alle Bürger:innen profitieren von einer nachhaltigeren und sichereren Energieversorgung sowie von niedrigeren Energiekosten durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen.
Überblick über die Ziele
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- Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien
- Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2045
- Sicherstellung einer effizienten und kostengünstigen Wärmeversorgung für die Stadt Bamberg
- Erhöhung der Nutzung von Wärmenetzen und anderen erneuerbaren Technologien wie Wärmepumpen und Solarthermie
Welche Technologien werden eingesetzt?
Es werden verschiedene Technologien zur Wärmebereitstellung verwendet. Welche wo sinnvoll sind, darüber gibt das Ergebnis der Wärmeplanung schließlich Antwort. Zu den klimafreundlichen Technologien zählen beispielsweise:
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- Wärmepumpen (zur Nutzung von Umgebungswärme aus Luft, Wasser oder Boden)
- Fernwärme Solarthermie zur Unterstützung der Wärmeversorgung
- Biomasse-Heizungen und Geothermie zur weiteren Reduktion der CO2-Emissionen
- Flusswärme
- Abwasserwärme
Wie wird das Projekt finanziert?
Die Finanzierung erfolgt durch Ausgleichszahlungen des Freistaats Bayern, die sich nach der Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner richten. Die Stadt Bamberg wird außerdem durch Beratungsdienste und Handreichungen seitens des Freistaats unterstützt.
Dauer des Projekts
Abgeschlossen werden muss die Kommunale Wärmeplanung in der Stadt Bamberg spätestens bis zum 30. Juni 2028.
Stand des Projektes
Aktueller Stand
Die gesetzlich vorgesehene Eignungsprüfung wurde abgeschlossen. Bei dieser Prüfung wurde auf Basis von Energieverbräuchen und Netzverläufen untersucht, ob für einzelne Teilgebiete der Stadt ein verkürztes Wärmeplanungsverfahren angewendet werden kann. Das Ergebnis ist, dass für kein Teilgebiet die Voraussetzungen für ein verkürztes Verfahren vorliegen. Die kommunale Wärmeplanung wird daher für das gesamte Stadtgebiet im vollen Umfang durchgeführt.
Vorgenommen wurde die Prüfung mit der Unterstützung des Unternehmens Greenventory, das sich in einem öffentlichen Vergabeverfahren als Dienstleister für die Kommunale Wärmeplanung der Stadt Bamberg durchgesetzt hat. Für das Büro sprach unter anderem seine Erfahrung in der Beplanung von Welterbestädten.
Nächster Schritt
Im weiteren Verlauf der kommunalen Wärmeplanung werden nun unter anderem der aktuelle und zukünftige Wärmebedarf noch tiefer analysiert, mögliche Wärmeversorgungsoptionen (zum Beispiel Wärmenetze oder erneuerbare Einzelversorgung) untersucht und ein strategischer Zielpfad für eine klimaneutrale Wärmeversorgung entwickelt.
Projektplan
Direkte Beratung und Informationen für Bürger:innen
Energieberater sind für die Beratung von Immobilienbesitzern zuständig. In der Region gibt es folgende Angebote:
- Verbraucherzentrale: Beratung für Einzelimmobilien: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de
- Weiterführende Informationen gibt es auch beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie: www.stmwi.bayern.de/energie/energiewende/kommunale-waermeplanung-in-bayern/
Die Stadt Bamberg wird interessierte Bürgerinnen und Bürger aus erster Hand über die Durchführung und die Ziele der Kommunalen Wärmeplanung. Sobald Termine für diese Informationsveranstaltungen feststehen, werden sie hier veröffentlicht
Verantwortliche Stelle
Kontakt: Schreiben Sie eine E-Mail an das Postfach waermeplanung@stadt.bamberg.de.
Aktuelle Informationen zum Projekt
Regelmäßige Updates
Pressemitteilungen und Projekt-Updates werden auf der städtischen Website veröffentlicht, um die Bürger:innen über den Fortschritt der Wärmeplanung zu informieren.
Newsletter
Hier können Sie sich für einen Newsletter anmelden, der Sie immer dann informiert, wenn es in diesem Projekt relevante Neuigkeiten gibt.
Häufig gestellte Fragen
1. Was ist die kommunale Wärmeplanung und warum wird sie in Bamberg durchgeführt?
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument, mit dem Städte wie Bamberg untersuchen, wie die Wärmeversorgung – also das Heizen, Prozesswärme und die Warmwasserbereitung – langfristig klimafreundlich, sicher und bezahlbar gestaltet werden kann.
2. Was ändert sich für mich als Bürgerin und Bürger?
Allein durch die Kommunale Wärmeplanung ergeben sich keine Änderungen für die Bürgerinnen und Bürger. Die Kommunale Wärmeplanung ist ein Planungsinstrument, mit dem die Hausbesitzerinnen und -besitzer Planungssicherheit im Hinblick auf künftige Optionen für ihre persönliche Wärmeversorgung erhalten können.
3. Wie kann ich mich an der Planung der kommunalen Wärmeversorgung beteiligen?
Die Stadt Bamberg legt großen Wert auf Transparenz und Beteiligung. Es werden projektbegleitend öffentliche Beteiligungsformate, Informationsveranstaltungen und Online-Plattformen angeboten.
Aktuelle Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie demnächst auf der städtischen Homepage sowie auf der Beteiligungsplattform „Bamberg gestalten“ und über das Amt für Bürgerbeteiligung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem wird ein Newsletter (Verlinkung zu diesem Punkt einbauen) darüber und weitere Entwicklungen in dem Projekt informieren.
4. Wo steht das Projekt derzeit und welche nächsten Schritte sind geplant?
Das Projekt hat in Bamberg bereits konkrete Schritte unternommen:
- Die Projektleitung ist festgelegt, ein interdisziplinäres Projektteam mit allen relevanten städtischen Dienststellen wurde gebildet.
- Eine Vergabe an ein externes Planungsbüro ist geplant, da die erforderliche Datenerhebung und technische Kartierung intern nicht vollständig leistbar ist.
- Erste Sondierungen von Daten und Angeboten sowie ein interkommunaler Austausch wurden durchgeführt.
- In Kürze erfolgt eine öffentliche Ausschreibung für die externe Unterstützung.
- Es folgt eine sogenannte Eignungsprüfung, bei der festgestellt wird, welche Gebiete sich auch zukünftig für eine Wärmeversorgung über ein Wärmenetz eignen.
- Ergebnisse dieser Prüfung werden verbindlich veröffentlicht.
5. Wird sich durch die Wärmeplanung etwas an meinen Heizkosten ändern?
Ziel der Wärmeplanung ist es, langfristig eine wirtschaftlich tragfähige und stabile Wärmeversorgung sicherzustellen. In vielen Fällen kann durch den Umstieg auf erneuerbare Energien oder effiziente Netze sogar eine Kostenstabilität oder -reduktion erreicht werden. Die Wärmeplanung hat keine direkte Verbindlichkeit für Immobilienbesitzer, die Sanierungspflichten leiten sich aus dem Gebäudeenergiegesetz - GEG ab.
6. Bin ich verpflichtet, meine Heizung zu tauschen?
Ausführliche Antworten auf diese Frage finden Sie auf den Internet-Seiten der Bundesregierung, die über das Gebäudeenergiegesetz informieren.
7. Wie wird die zukünftige Wärmeversorgung in Bamberg aussehen? Werden neue Technologien wie Wärmepumpen oder Fernwärme zum Einsatz kommen?
Die Wärmeplanung wird aufzeigen, welche Technologien in welchen Stadtteilen sinnvoll und zukunftsfähig sind. Dabei werden alle Potentiale analysiert. Dies können zum Beispiel Energiequellen aus dem Erdreich, der Flusswärme, der Solarthermie, der Fernwärme oder andere sein.. Ziel ist eine maßgeschneiderte Lösung für jeden Stadtteil, basierend auf Potenzialen, vorhandener Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit.
8. Werden alle Bamberger Haushalte in die neue Wärmeversorgung einbezogen? Gibt es Unterschiede zwischen den Stadtteilen?
Ja, zunächst werden alle Stadtgebiete in die Analyse einbezogen. Allerdings können einzelne Gebiete aufgrund bestehender effizienter Versorgung (z. B. durch erneuerbare Energien) von einer detaillierten Planung ausgenommen oder verkürzt behandelt werden.
9. Wie trägt die Wärmeplanung zum Klimaschutz in Bamberg bei?
Der Wärmesektor verursacht derzeit einen erheblichen Anteil der CO₂-Emissionen. Die kommunale Wärmeplanung hilft dabei, diese Emissionen durch den systematischen Umstieg auf klimaneutrale Energiequellen zu reduzieren. Ziel ist die Erreichung der Klimaneutralität bis 2045 im Einklang mit den nationalen und europäischen Klimazielen.
10. Wird es finanzielle Förderungen für die Bürger geben, die in neue Heiztechnologien investieren möchten?
Ja, für den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme gibt es bereits heute zahlreiche Förderprogramme von Bund und Land. Über Fördermöglichkeiten oder Sanierungsmaßnahmen informieren Energieberater.
11. Wer ist für die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung verantwortlich und an wen kann ich mich bei Fragen wenden?
Bei Fragen oder Anliegen können Sie sich an das Postfach waermeplanung@stadt.bamberg.de wenden.
12. Wo kann ich mich für meine Immobilie beraten lassen?
Für eine Beratung von Immobilienbesitzern sind Energieberater zuständig. Eine Aufstellung für die Region finden Sie hier:
- Verbraucherzentrale: Beratung für Einzelimmobilien: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de