Ankerzentrum: Stadtrat will Verhandlungen mit dem Innenminister
Es soll dabei auch um Rahmenbedingungen bei einem Weiterbetrieb des Ankerzentrums gehen
Mit großer Mehrheit hat sich der Bamberger Stadtrat für Verhandlungen mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann ausgesprochen. Dabei sollen auch Rahmenbedingungen besprochen werden, wenn das Ankerzentrum nicht zum Jahresende 2025 geschlossen wird. In der Vollsitzung des Stadtrats am Mittwoch in der Konzert- und Kongresshalle betonte OB Starke: „Wir müssen die beste Lösung für alle Menschen in der Stadt Bamberg finden.“
Der Stadtrat reagierte mit dieser Entscheidung auf die Ansage der Staatsregierung, den Betrieb des Ankerzentrums in Bamberg zunächst über den 31. Dezember 2025 hinaus fortzusetzen, weil für eine Erstaufnahme in Oberfranken keine andere geeignete Immobilie vorhanden ist, die vom Bund kostenlos zur Verfügung gestellt werden kann. Nach einer intensiv geführten Debatte folgte das Gremium dem Beschlussvorschlag der Verwaltung und erteilte unter anderem der Verwaltung den Auftrag, das Gesprächsangebot von Staatsminister Herrmann zur Unterbringung von geflüchteten Menschen in Bamberg aufzugreifen und mit ihm zu verhandeln.
Außerdem nahmen die Volksvertreterinnen und –vertreter zur Kenntnis, dass die bisherigen Sondierungen der Verwaltung zu einem dezentralen Unterbringungskonzept ergeben haben, dass rund 1000 Menschen zum großen Teil in angebotenen Immobilien und theoretisch teilweise in einem kleinen Teil des heutigen Ankerzentrums untergebracht werden könnten. Nach dem derzeitigen Stand sind Containerunterbringungen aber nicht zur Gänze zu vermeiden, wenn eine gleichförmige Verteilung über alle Sozialcluster im Stadtgebiet erfolgen soll und die Gebiete Bamberg-Ost und Gereuth ausgespart werden sollen.
Im Rahmen der Vollsitzung wurde auch das Ergebnis der umfangreichen Bürgerbeteiligung vorgestellt. Die 242 bei der Stadt eingetroffenen Stellungnahmen geben Hinweise darauf, dass die überwiegende Mehrheit der sich beteiligenden Bürgerinnen und Bürger sich gegen eine dezentrale Unterbringung im Stadtgebiet und meistens für eine Beibehaltung des Ankerzentrums am derzeitigen Standort ausgesprochen hat. „Wir werden den Prozess der Bürgerbeteiligung fortsetzen. Geplant ist dabei auch ein weiterer Austausch mit der ARGE der Bürgervereine sowie ein nächster Termin mit den Anwohnerinnen und Anwohnern des Ankerzentrums, um deren Bedürfnisse im weiteren Vorgehen einzubeziehen“, betonte Oberbürgermeister Andreas Starke.