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Kulturpreis

Das Kulturamt der Stadt Bamberg betreut und organisiert die Verleihung des Kulturpreises der Stadt Bamberg (Kulturpreis-Satzung vom 29.10.2018 und Änderung vom 29.03.2019), der im jährlichen Wechsel entweder als E.T.A. Hoffmann-Preis oder als Kultur-Förderpreis vergeben wird. Der Kulturpreis ist mit 7.500 € dotiert.

Außerdem wird im Rahmen des Projektes „KS:BAM – Kultur.Service für Schulen und Kitas“ die Verleihung des jährlich vergebenen C.C.Buchner-Preises und des Magellan-Preises für kulturpädagogische Kooperationsprojekte aus Stadt- und Landkreis betreut und organisiert (Link zu KS:BAM-Seite/ Magellan und Buchner-Preis) sowie die Verleihung des Volker-Hinniger-Preises (gemäß Stiftungsvertrag vom Juli 1990 und Vertragsänderung vom 11. Juni 2004). Dieser Preis wurde im Jahr 1990 von Gretel Hinniger zum Gedenken an ihren 1988 verunglückten Sohn, den Künstler Volker Hinniger, gestiftet und dient der Förderung junger Künstler im Bereich bildende Kunst.

Kulturpreis der Stadt Bamberg 2020

E.T.A.-Hoffmann-Preis 2020 für die Musikerin und Komponistin Viera Janárčeková

Der E.T.A.-Hoffmann-Preis der Stadt Bamberg wurde im Jahr 2020 an die Musikerin, Komponistin und ehemalige Stipendiatin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia Viera Janárčeková vergeben. Dies hatte der Bamberger Stadtrat in einer nichtöffentlichen Vollsitzung beschlossen und damit die Entscheidung der Jury einstimmig bestätigt.

Viera Janárčeková stammt aus der Slowakei, emigrierte jedoch schon vor fast 50 Jahren nach Deutschland und hat sich in dieser Zeit an verschiedenen Orten als Pianistin, Musikpädagogin und Komponistin etablieren können. Nach Bamberg kam sie 2010 als Stipendiatin des Künstlerhauses und fand hier nach dem Aufenthalt in der Villa Concordia ihr ständiges Zuhause. Seither ist ihr Name aufgrund vielfältiger musikalischer Aktivitäten mit der Stadt eng verbunden.

Sowohl die Bamberger Symphoniker als auch die hiesige Kirchenmusik sind früh auf sie aufmerksam geworden und haben sich der Darbietung ihrer Werke gewidmet. Erinnert sei beispielsweise an die Aufführung von „De aeternitatis concentu“ anlässlich des 1000jährigen Jubiläums der Domweihe 2012 – ein ehrenvoller Kompositionsauftrag. Auch die Portraitabende des Vereins für Neue Musik oder die Auftritte Viera Janárčeková als Musikdozentin sind in nachdrücklicher Erinnerung geblieben.

Beim Blick auf ihr Oeuvre fällt einerseits die beachtliche Vielfalt an Gattungstypen auf, andererseits eine Neigung zu kammermusikalischen Besetzungen. Schon die Werktitel zeugen von stilistischer Originalität und oft genug auch von Humor, die Kompositionen erst recht. Die Sphären einer abgehobenen musikalischen Avantgarde mag sie gelegentlich berühren, doch ihr eigentliches Terrain sind sie nicht, denn die Vermittelbarkeit von und das Berühren durch Musik ist ihr vornehmliches Anliegen.

Viera Janárčeková vermag die Möglichkeiten und Grenzen der Instrumente, für die sie schreibt, sehr präzise einzuschätzen, was ihr den Ruf eingebracht hat, eine „Entdeckerin des Klanges“ zu sein, eine „sanfte Abenteuerin, die zuvor nie gehörte Farben erfindet“. Der berühmte Komponistenkollege Wolfgang Rihm z.B. attestierte ihr die Fähigkeit, verbrauchte „Klänge und Geräusche … in die Sphäre des Vitalen, im besten Sinne: Musikantischen zurückzuholen“.

Dieses Musikantische muss Viera Janárčeková schon aufgrund ihrer Herkunft liegen, und so wundert es nicht, dass sie, die Musikerin mit Bodenhaftung, gelegentlich auch eigene Volksliedbearbeitungen zum Besten gibt, dabei selbst singend und Klavier spielend. Diese Nähe zum Publikum, zumal zum jüngeren, hat sie auch zur Mitwirkung an schulischen Projekten und Workshops prädestiniert, wozu sie von Bamberger Musikpädagogen gerne eingeladen wird.

Die Zuerkennung des E.T.A.-Hoffmann-Preises 2020 darf im Übrigen auch als ein Beitrag Bambergs zu einer Entwicklung gewertet werden, die das Musikleben in ganz Europa während der letzten Jahre geprägt hat: die längst überfällige Würdigung von Tonsetzerinnen wie Fanny Hensel, Clara Schumann oder Lili Boulanger. Es steht der Musikstadt Bamberg gut an, mit der Ehrung Viera Janárčekovás, die auch in dieser Tradition steht, noch bestehende Vorbehalte gegenüber weiblichem Komponieren triftig zu widerlegen.

Für ihre herausragenden Kompositionen, geprägt von Frische, Klangabenteuern und Experimentierfreude, für ihre katalysatorisch heitere Rolle im Bamberger Musikleben, auch im Zusammenspiel mit jungen Menschen, wird Viera Janárčeková der E.-T.-A.-Hoffmann-Preis zugesprochen.

E.T.A.-Hoffmann-Preis Preisträger

  • 2020: Viera Janárčeková, Musikerin und Komponistin
  • 2018: Dr. Tanja Kinkel, Schriftstellerin
  • 2016: Heidrun Schimmel, Textilkünstlerin / Bernd Wagenhäuser, Bildender Künstler
  • 2014: Prof. Dr. Bernhard Schemmel, 1. Vorsitzender E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft
  • 2012: Musikverein Bamberg
  • 2010: Prof. Dr. Bernd Goldmann, ehem. Direktor des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia und Initiator der Bamberger Großplastiken-Ausstellungen
  • 2008: Horst Lohse, Komponist
  • 2006: Albrecht Mayer, Oboist
  • 2004: Dr. Gerhard C. Krischker, Schriftsteller
  • 2002: Dr. Gerhard Weinzierl, Musikwissenschaftler und -pädagoge
  • 2000: Paul Maar, Kinder- und Jugendbuchautor
  • 1998: Werner Kohn, Fotograph
  • 1996: Tankred Dorst und Ursula Ehler-Dorst, Schriftsteller
  • 1994: Professor Edgar Krapp, Organist
  • 1992: Dr. Hans Neubauer, Vorsitzender des Kunstvereins, Kritiker, Schriftsteller
  • 1989: Dr. Hans Wollschläger, Schriftsteller und Übersetzer

Kultur-Förderpreis Preisträger

  • 2019: Theater im Gärtnerviertel e.V. (TiG)
  • 2017: Bamberger Kurzfilmtage
  • 2015: kontakt – Das Kulturfestival
  • 2013: Sommer Oper Bamberg
  • 2011: Dr. Martin Beyer, Schriftsteller und Dozent
  • 2009: Jazzclub Bamberg
  • 2007: Gerrit Zachrich, Kinobetreiber und Filmkultur-Vermittler
  • 2005: Ingrid Kasper, Dekanatskantorin
  • 2003: Rudi Sopper, Buchhändler
  • 2001: Galerie für Zeitkunst, Annelie Grimm-Beickert
  • 1999: Neues Palais e.V., Förderverein für Kleinkunst
  • 1997: Galerie „Kunst im Gang“, Frau Dietlinde Schunk-Assenmacher &
    Chapeau Claque e.V., Verein für kreative Medien und Kulturpädagogik
  • 1995: Martin Neubauer, Schauspieler und Regisseur &
    Wolfgang Müller, bildender Künstler
  • 1993: Leonhard Amselgruber, Organist, Sieger im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“
  • 1991: Jugendorchester Bamberg