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13.03.2020

Corona-Krise: Umfangreiches Maßnahmenpaket für die Stadt Bamberg

OB Starke: „Die Stadtgesellschaft wird noch enger zusammenhalten“

Die Stadt und der Landkreis Bamberg sind mit einer nationalen, ja globalen Krise konfrontiert. Nachdem in der Region sechs Personen positiv getestet worden sind, haben der Oberbürgermeister Andreas Starke und der Landrat Hans Kalb einen Überblick über die bisher ergriffenen Maßnahmen gegeben. Außerdem stellte der OB ein umfangreiches Maßnahmenpaket für die Stadt Bamberg vor. Ziel ist der optimale Schutz der Bevölkerung, die bestmögliche Versorgung der Betroffenen, der Erhalt der regionalen Wirtschaft sowie die Sicherung der vielfältigen und lebendigen Vereins- und Kulturlandschaft. Durch die enge und konstruktive Zusammenarbeit von Institutionen, Organisation, Verbänden und Behörden ist die Stadt bestmöglich auf die bevorstehende Herausforderung vorbereitet.

Starke rief dazu auf, besonnen und konzentriert zu handeln. „Die Stadtgesellschaft wird in den nächsten Wochen noch enger zusammenhalten durch gegenseitige Rücksichtnahme, Vorsicht im Umgang und menschliche Solidarität“, so Starke.

Der Oberbürgermeister erläuterte das Maßnahmenpaket:

  1. Es soll einen „Bamberger Rettungsschirm“ für das Stadtgebiet geben, ausgestattet mit 1,5 Millionen Euro. Diesen Vorschlag will Starke so schnell wie möglich in den zuständigen politischen Gremien des Stadtrats beschließen lassen.
    Die Verwaltung will ein unbürokratisches und beschleunigtes Verfahren ins Leben rufen, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige, Künstler und Freiberufler sowie Vereine zu unterstützen. Diese Überbrückungshilfe soll greifen, wenn das heute von der Bundesregierung beschlossene Kreditprogramm nicht in Anspruch genommen werden kann (Subsidiarität). Für Begünstigte mit Wohnsitz oder Firmensitz in Bamberg wird damit eine Überbrückungshilfe geschaffen, indem die Beträge als zinsloses Darlehen ausbezahlt werden. Im Einzelfall bis zu 20.000,-- Euro. Höhere Beträge unterliegen einer Einzelfallprüfung. Zur Umsetzung und für Informationen zum „Bamberger Rettungsschirm“ wird das Wirtschaftsreferat der Stadt eine Hotline anbieten.
  2. Nachdem die Bayerische Staatsregierung die Schließung aller Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen ab kommenden Montag verfügt hat, hat der Oberbürgermeister mit den Kindereinrichtungsträgern der Stadt Bamberg und den Schulen vereinbart, dass es in all diesen Einrichtungen der Stadt Bamberg Notgruppen, einschließlich der dazugehörigen Mittagsbetreuungen, gibt. Damit soll sichergestellt werden, dass Eltern in akuten Notlagen sowie aus Berufsgruppen, wie Gesundheitsversorgung, öffentliche Sicherheit und Ordnung, lebenswichtiger Infrastruktur und Katastrophenschutz eine Betreuungsmöglichkeit erhalten. Dies gilt, wenn beide Erziehungsberechtigte oder Alleinerziehende in solchen Berufen tätig sind. Die Verwaltung ruft dazu auf, dass unabhängig von diesem Angebot Nachbarschaftshilfen und Elterninitiativen organisiert werden.
  3. Die Stadt hat bereits eine Allgemeinverfügung erlassen, um Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von über 500 Personen aus Sicherheitsgründen zu untersagen. Darüber hinaus wird neben dem E.T.A.-Hoffmann-Theater ab Montag der Betrieb in der Musikschule, Stadtbücherei, VHS, den städtischen Museen und im Bambados eingestellt.
  4. Vorgesehen ist eine weitere Allgemeinverfügung der Stadt, um Alten- und Pflegeheime, akut-stationäre Einrichtungen sowie Reha-Einrichtungen zu schützen. Damit soll die Maßnahme des Freistaates unterstützt werden. Ausgenommen vom Betretungsverbot sind therapeutisch oder medizinisch notwendige Besuche und Angehörige bei Vorliegen eines dringenden Notfalls. Darunter fallen z. B. Besuche von Kindern bei ihren erkrankten Eltern.
  5. Die Stadt legt Wert auf eine ausgezeichnete Kommunikation. Deswegen werden die Stadt und der Landkreis gemeinsam eine Hotline für die Bürgerschaft zur Verfügung stellen (0951 87-2525). Daneben gibt es bekanntlich die Hotline des Gesundheitsamtes (0951 85-9700) für medizinische Fragen.
  6. Im Stadtgebiet soll eine weitere ärztliche Anlaufstelle eingerichtet werden für potentiell Corona-Infizierte nach hausärztlicher Anweisung. Diese Einrichtung dient als Ergänzung zu dem bestehenden Angebot in Scheßlitz.
  7. Um die Leistungsfähigkeit des ÖPNV im Stadtgebiet aufrecht zu erhalten, haben die Stadtwerke beschlossen, den Einstieg von Fahrgästen ausschließlich über den hinteren Eingang vorzunehmen, um den Schutz der Busfahrerinnen und Busfahrer zu gewährleisten. Fahrscheine gibt es über Automaten, online oder die VGN-App.
  8. Der städtische Krisenstab hat alle Maßnahmen in die Wege geleitet, um die Bamberger Infrastruktur sicherzustellen, insbesondere bei der Versorgung mit Strom, Gas, Wasser, sowie bei der Entsorgung von Müll und Abwasser.
  9. Die Sozialstiftung hat zusätzliche Kapazitäten, auch für die intensivmedizinische Betreuung, realisiert. Damit wird die maximal mögliche medizinische Versorgung der Bamberger Bevölkerung sichergestellt.

Schließlich appellierten der Oberbürgermeister Andreas Starke und der Bürgermeister Dr. Christian Lange und Landrat Kalb an alle Bürgerinnen und Bürger, solidarisch zu sein und besonders den Mitmenschen zu helfen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind. Konkret erwähnten sie die Versorgung mit Lebensmitteln oder die Besorgung von Medikamenten.