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20.02.2020

Ein rundum gelungener Semesterauftakt

VHS Bamberg Stadt startet mit Humor, Kompetenz und Musik ins Frühjahr

Mit humorvollen, geistreichen und wissenschaftlich fundierten Vorträgen sowie einem schwungvollen Musikprogramm ist die VHS Bamberg Stadt ins Frühjahrssemester gestartet. VHS-Leiterin Dr. Anna Scherbaum stellte im Alten E-Werk das Programm mit dem Fokusthema „Bamberg feiert! Feste – Jubiläen – Gedenktage“ und den fünf besonderen Ereignissen 1000 Jahre St. Stephan, 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins, 75 Jahre Kriegsende, 15 Jahre Neue Synagoge Bamberg und 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens vor.

Bürgermeister Dr. Christian Lange warb in seinem Grußwort für das beeindruckende Programmangebot mit 720 Kursen, 138 Führungen, 53 Vorträgen und Veranstaltungen, 2 Ausstellungen und 8 Studienfahrten. „Unsere VHS bietet als kommunale Bildungsstätte für jede und jeden Wissensvermittlung, Persönlichkeitsentfaltung und die Möglichkeit für Austausch und Miteinander“, würdigte er die Arbeit des gesamten Teams unter der Leitung von Dr. Anna Scherbaum. Das Fokusthema „Bamberg feiert!“ sei eine gute Wahl, da kirchliche, staatliche, städtische und historisch wichtige Feste ein Heimatgefühl vermittelten, das unsere Gesellschaft auf der Suche nach Orientierung aktuell mehr denn je brauche.

Heiner Kemmer, Vorsitzender des Kuratoriums der VHS, beleuchtete in seinem Auftakt „Feste feiern – feste feiern“ mit feinem Witz und vielen Beispielen aus dem Stadtgeschehen das Thema. Sein Ödla in Bamberger Mundart bedachte das Publikum mit vielen Lachern und langem Applaus. Sein Schlusssatz „Das Wichtigste am Fest, sind die Gäst`“ gab das Motto für den weiteren Abend perfekt vor.

Diesen bestritt Prof. Dr. Göran Hajak, Chefarzt der Bamberger Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, mit seinem geistreichen und zugleich wissenschaftlich fundierten Festvortrag „Feiern mit Psychiatern – Irre und ihre Ärzte“. Er schlug den Bogen von Dr. Adalbert Friedrich Marcus, „dessen Herz für Bamberg und die Kreisirrenanstalt schlug“, über Camille Claudel – Rodins Geliebte – sowie Anna und Sigmund Freud bis hin zum Psychiater Dr. Bernhard von Gudden, der zusammen mit König Ludwig II. 1886 im Starnberger See starb. Marcus, der 1801 die Altenburg erwarb und wiederherrichtete, machte die ehemalige Residenz der Bamberger Bischöfe zu einem Ort des Feierns und der Feste – unter anderem mit Freunden und Gästen wie E.T.A. Hoffmann und Jean Paul oder dem Bamberger Weinhändler und Verleger Carl Friedrich Kunz.

Prof. Hajak ging auf die Ursprünge der Tollhäuser ein, in denen früher reichlich flüssige Rauschmittel wie Bier und Wein flossen. „Auch in psychiatrischen Krankenhäusern war es bis 1950 durchaus üblich, dass es für Patienten sowie auch für Mitarbeiter und Ärzte Bier zu trinken gab“, berichtete er dem erstaunten Auditorium. Für reichlich Schlussgelächter und großen Applaus sorgte der Referent für seine abschließenden Empfehlungen: „Wählen Sie keine freudlosen Freunde und Ärzte zu Ihren Freunden, wenn Sie feiern wollen“, „Feiern Sie solange Sie jung sind und können“ sowie „Folgen Sie weiter der Bamberger Art des Feierns zu jeder Gelegenheit, die sich Ihnen bietet“.

Diesen Ratschlag befolgten die Gäste im voll besetzten Großen Saal gerne und nutzten die Gelegenheit, sich im Anschluss bei Getränken und einem kleinen Imbiss auszutauschen, kennen zu lernen und feiernd das neue VHS-Semester zu begrüßen. Zuvor gab es noch reichlich Applaus für Wolfgang Vögele an der Tuba und Christine Fesefeldt am Flügel, die mit der Effie-Suite und ihrer Geschichte von einer kleinen Elefantendame begeisterten.