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18.10.2019

OB: „Wir wollen uns vorbereiten“

Bamberger Archive gründen Notfallverbund

Nach Augsburg, München, Nürnberg und Landshut ist auch in Bamberg ein Notfallverbund der bestehenden Archive gegründet worden. Die Unterzeichner der Vereinbarung verpflichteten sich, gemeinsam das Kulturgut zu schützen und auf den Notfall vorbereitet zu sein. Oberbürgermeister Andreas Starke: „Mit diesem Abkommen wollen wir uns für den Ernstfall vorbereiten.“

Das Bayerische Archivgesetz schreibt vor, Archivgut auf Dauer zu verwahren, zu sichern und zu erhalten. Der gegründete Notfallverbund dient somit dem Krisenfall: Örtlich miteinander verbundene Archive greifen sich gemeinsam unter die Arme, wenn Gefahr im Verzug ist und bereiten sich auf den Ernstfall vor. Die Vereinbarung schließt gemeinsame Schulungen und Übungen mit ein, ferner die Ausarbeitung und den Austausch von Notfallplänen. Darüber hinaus stehen die Verantwortlichen der einzelnen Einrichtungen in permanentem Kontakt und pflegen auch den Austausch mit Feuerwehr und Technischem Hilfswerk.

Dass es sich nicht um Trockenübungen handelt, die man sich getrost schenken könne, zeigen Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit: Der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln 2009 machte bundesweit Schlagzeilen, die Aufarbeitung des Schadens dauert bis heute an. Ein weiteres Archiv, die Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, nahm 2004 Schaden bei einem Brand.

Der „Notfallverbund Bamberger Archive, Bibliotheken und Museen“ wurde am 14. Oktober 2019 von Oberbürgermeister Andreas Starke, Dr. Margit Ksoll-Marcon, Generaldirektorin der Staatlichen Archive, Georg Kestel, Generalvikar des Erzbistums Bamberg, Prof. Dr. Bettina Wagner, Leiterin der Staatsbibliothek Bamberg und Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert, Präsident der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, im Stadtarchiv unterzeichnet.

Der Oberbürgermeister regte außerdem die Gründung einer Arbeitsgruppe an: einmal, um mögliche Gefahrenquellen bei den Gebäuden aufzuspüren, zum anderen, um Bundesmittel zur Förderung von Fortbildungsmaßnahmen zu akquirieren. Dr. Margit Ksoll-Marcon fand es „ganz wunderbar, dass sich hier Archive und Museen von verschiedenen Trägern zusammentun, damit der Ernstfall geprobt werden kann.“ Der, und das eint alle Unterzeichner der Vereinbarung, hoffentlich nie eintreten wird