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25.10.2019

Bamberg und Posen bleiben stark verbunden

OB, Erzbischof und eine Delegation aus Bamberg besuchten anlässlich des Jubiläums „300 Jahre Posener Bamberger“ die polnische Stadt

Wenn sich der Alt-Oberbürgermeister, der Oberbürgermeister, der Erzbischof, Stadträte und Bürger der Stadt zu einer Delegation zusammenfinden, dann muss ein besonderes Ereignis anstehen: Am vergangenen Wochenende fand in der polnischen Stadt Posen das 300. Jubiläum der „Posener Bamberger“ statt.

Zwischen 1719 und 1750 wanderten mehrere hundert Einwohnern aus Bamberg und seiner Umgebung nach Polen aus, um die durch den Nordischen Krieg verwüsteten Dörfer der Stadt Posen zu kultivieren. Darüber hinaus trugen die Bamberger Auswanderer wesentlich zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Stadt an der Warthe bei.

Die von gegenseitiger Herzlichkeit getragenen Feierlichkeiten waren geprägt von einem Eintrag ins Goldene Buch und der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen Bamberger und Posener Gärtnern. Beim Empfang im Posener Rathaus betonte Stadtpräsident Jacek Jáskowiak den noch heute spürbaren Einfluss der Bamberger Siedler auf die Entwicklung seiner Stadt: „In jedem Posener fließt zwanzig Prozent Bamberger Blut“, diagnostizierte das polnische Stadtoberhaupt. In ihrem wohltuend emotional gehaltenen Vortrag versuchte eine junge Referentin in Tracht, die Mühen des damaligen 600 Kilometer langen Marsches „mit Sack und Pack“ nachfühlbar machen.

„Es ist ein schönes Gefühl, zu erleben, dass die Nachfahren der ersten Siedler aus unserer Region heute geschätzte Mitbürger in Posen sind“, sagte Oberbürgermeister Andreas Starke beim offiziellen Treffen. Dabei sei der Bezug zur Bamberger Heimat und Herkunft stets lebendig geblieben. Dass auch nach 300 Jahren die Verbindungen zwischen Bamberg und Posen eng waren und sind, sei vor allem Menschen zu verdanken, die den Kontakt gesucht und immer gehalten haben. Eine besondere Rolle spielten hier das Ehepaar Niedermaier und weitere Gärtnerfamilien aus Bamberg. Starke: „Wir pflegen Beziehungen, die außergewöhnlich herzlich und eng sind.“ Auch der Bamberger Autor Gerhard C. Krischker ist seit vielen Jahren freundschaftlich mit vielen Menschen in Posen verbunden. Der frühere Oberbürgermeister Herbert Lauer freute sich über die Begegnungen, „die durch meinen Vorgänger erfolgreich auf den Weg gebracht worden sind“, wie Starke betonte.

Der letzte Tag stand ganz im Zeichen des katholischen Glaubens. Gemeinsam mit seinem Posener Amtsbruder zelebrierte Erzbischof Ludwig Schick ein feierliches Hochamt im Dom und stellte in den Mittelpunkt seiner mit großem Beifall bedachten Predigt das Thema Migration und Integration.

In Lubon – mittlerweile fast ein Vorort von Posen – wo die ersten Neusiedler damals „landeten“, enthüllte Dr. Gerhard C. Krischker eine Gedenktafel. Er versprach, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Städten auch in Zukunft zu begleiten und zu fördern.