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29.08.2019

40 Jahre für Schwule und Lesben in Bamberg

Verein Uferlos ist Bamberger Institution für Homosexuelle

1979 gründete sich die Gruppierung in Bamberg, um sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einzusetzen. Das tut der Verein bis heute. Gleichzeitig sind neue Schwerpunkte hinzugekommen.

Gefeiert haben die Mitglieder von Uferlos e.V. in diesem Jahr schon fleißig – schließlich sind sie der einzige schwul-lesbische Verein in Oberfranken, der seit bereits 40 Jahren existiert. Dessen Aktionen und Veranstaltungen haben sich im Bamberger Vereinsleben etabliert. Im Gründungsjahr 1979 hätte damit wohl niemand gerechnet. Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner blickte bei einer Feierstunde im Alten Rathaus gemeinsam mit Martin Claß, dem Ersten Vorsitzenden von Uferlos, auf die vergangenen Jahre zurück. Beide waren sich einig: Dass das Jubiläum so groß und in Kombination mit einer Kundgebung am Maxplatz und dem allerersten Christopher-Street-Day in Bamberg gefeiert werden konnte, sei damals undenkbar gewesen. Gleichwohl sind die Ziele des Vereins und seiner gut 80 Mitglieder die gleichen geblieben: Homosexuellen Menschen die Möglichkeit einer angstfreien Selbstfindung und Selbstannahme zu geben, in der Öffentlichkeit Aufklärung zu leisten und für Akzeptanz in der Gesellschaft einzutreten. Die Schwerpunkte haben sich aber durchaus geändert: So erhält Uferlos mittlerweile zahlreiche Anfragen von Jugendlichen und hat deshalb unter anderem ein Faltblatt aufgesetzt, das in Schulen ausgelegt werden soll. Auch über den Aufbau einer Jugendgruppe denkt man im Verein nach. Zudem ist der Verein für Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge in Bamberg ein Anlaufpunkt geworden.

Bürgermeister Metzner betonte während des Empfangs im Alten Rathaus: „Vor 40 Jahren hätte niemand zu denken gewagt, welche Freiheiten es für homosexuelle Menschen heute in Deutschland gibt und dass auch einer Hochzeit nichts mehr im Wege steht. All das sind große Fortschritte.“ Dennoch seien die sinkende Toleranz in manchen Teilen Europas und die dortigen populistischen Strömungen mit Sorge zu betrachten.