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31.07.2020

Corona-Lagebericht aus der Bamberger Startup-Szene

Seit ein paar Monaten befinden wir uns im Coronabedingten Ausnahmezustand. Die Vermutung liegt nahe, dass vor allem junge Startups stark unter den Einschnitten der Pandemie leiden werden. Es ist allerdings schwer, die Auswirkungen von Corona schon heute zu erfassen, denn vermutlich werden sich viele Effekte erst während der nächsten Monate in den Zahlen niederschlagen. Trotzdem liefern das IGZ Bamberg (Zentrum für Innovation und neue Unternehmen) und LAGARDE1 (Zentrum für Digitalisierung und Gründung) einen ersten Rückblick auf die vergangenen Monate:

Katharina Kroll, Netzwerkmanagerin bei LAGARDE1, berichtet von den Gesprächen mit den Gründerinnen und Gründern aus den Räumen des IGZ: „Wirtschaftlich spüren aktuell nicht alle große Auswirkungen, aber man weiß auch nicht, was die nächsten Monate noch passieren wird“. Ob einige Bamberger Startups der Situation langfristig erliegen werden, sei „ein Blick in die Kristallkugel“. Gleich zu Beginn der Pandemie machte das IGZ den Mietern ein Stundungsangebot – das aber kein einziges Mal angenommen wurde. Manche Startups befinden sich nach wie vor komplett oder zeitweise im Home-Office. Ein Startup nahm das Home-Office Experiment zum Anlass und kündigte den angemieteten Büroraum im IGZ, um diese Arbeitsweise in Zukunft komplett zu etablieren. Leerstand gibt es aber auch dadurch nicht, denn andere nutzten sofort die Gunst der Stunde und mieteten sich noch einen Raum dazu – auch Vergrößerung war also möglich in der Corona-Krise.

LAGARDE1 war natürlich auch von den Einschränkungen getroffen, denn die Mission des digitalen Gründerzentrums ist es, verschiedenste Akteure aus Oberfranken miteinander zu verbinden. Veranstaltungen komplett ausfallen zu lassen, war aber keine Option, denn das Vernetzen von Gründern, Unternehmen und Universitäten sollte gerade während einer Zeit von Kontaktbeschränkungen nicht ausfallen. Deshalb transformierte man die Events in Videokonferenzen und Live Streams. Nach über vier Monaten Praxis ist das wichtigste Learning aus der Sicht von Katharina Kroll: „Die Formate lassen sich nicht 1 : 1 übertragen, es gibt online kaum Schlimmeres als einstündige Monologe.“ Die verschiedenen Online-Events zeigten: Teilnehmende aktiv einbinden sorgt für die besten, lebhaftesten und interessantesten Sessions.