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Sitzungsvorlage - VO/2013/0451-803  

Betreff: Vorstellung der Studie "Employality 2020"
Status:öffentlich  
Beratungsfolge:
Finanzsenat
22.10.2013 
Sitzung des Finanzsenates ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

I.              Sitzungsvortrag:

 

1. Vorstellung der Studie

 

Gut ausgebildete Fachkräfte in ausreichender Anzahl sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine prosperierende Wirtschaftsregion. Die Studierenden der Universität Bamberg bilden ein großes Potential an Fachkräften für die Wirtschaftsregion Bamberg Forchheim. Sie zu halten ist daher ein wichtiges Ziel der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsförderungen. Mit der vorliegenden Studie sollte daher in Erfahrung gebracht werden, welche Faktoren für die Studierenden ausschlaggebend sind, dem Wirtschaftsstandort treu zu bleiben. Aus dieser Erkenntnis sollten dann Handlungsfelder und Maßnahmen abgeleitet werden.

 

 

M.Sc. Philipp A. Rauschnabel, Doktorand am Lehrstuhl für Lehrstuhl für Marketing Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Prof. Dr. Björn S. Ivens berichtet über die Ergebnisse der Studie „Employality 2020“. (Kurzfassung siehe Anlage)

 

2. Handlungsempfehlungen aus der Studie

 

Die Studie plädiert für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Universität, Studierenden / Alumnis und der Region. Sie liefert insbesondere folgende Handlungsempfehlungen für Unternehmen, die Universität und die wirtschaftsfördernden Institutionen.

 

Empfehlungen für Unternehmen:

  • Vorurteile der Studierenden gegenüber KMUs (z. B. mangelnde Internationalität; fehlende Aufstiegschancen) durch Öffentlichkeitsarbeit abbauen, indem das Unternehmen seine Leistungen und Karriereperspektiven selbstbewusst darstellt
  • Kontakt zur Universität suchen (Gastvorträge, Lehraufträge, Praktika, insbes. Kurzpraktika bis zu 3 Monaten, Abschlussarbeiten etc.)
  • Offenheit gegenüber Quereinsteigern signalisieren: Ein Universitätsstudium befähigt zur eigenständigen und fundierten Lösung von Problemen und zur kritischen Reflektion – unterschiedliche Herangehensweisen können nur vorteilhaft für das Unternehmen sein

 

Empfehlungen für die Universität:

  • Einführung eines Alumnimanagements
  • Kontakt zu lokalen Unternehmen suchen und in Form von eigenen Lehrveranstaltungen, Honorarprofessuren, Gastvorträgen etc. in die Uni integrieren
  • Karriereservice (sog. Career-Service) an der Universität etablieren
  • Einrichtung einer webbasierten Praktikums- und Stellenbörse

 

Empfehlungen für die wirtschaftsfördernden Institutionen:

  • Möglichkeiten von Universität und Unternehmen zusammenbringen
  • Schaffen von Plattformen, damit sich Unternehmen und Studierende kennenlernen (z. B. Organisation von Informationsveranstaltungen, Betriebsbesichtigungen)
  • Etablierung einer WiR Akademie
  • Projekte wie „SidesteptoGo“ (siehe Punkt 3)  bei Unternehmen bekannter machen

 

3. Maßnahmen der Wirtschaftsförderung

 

Die Wirtschaftsförderung hat den aus der Studie hervorgegangenen Handlungsbedarf frühzeitig erkannt. Bereits vor der Beauftragung der Studie gab es immer wieder Bemühungen, die Möglichkeiten der Universität mit denen der Unternehmen zusammenzubringen. So wurden z. B. folgende Maßnahmen umgesetzt:

 

  • Veranstaltung „Erfolgreiche Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft“ bei der Fa. Brose/Hallstadt 2004

Im Rahmen der Veranstaltung schilderten Unternehmer und Wissenschaftler jeweils aus Ihrer Perspektive die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschule. Auf dem Programm standen Erfahrungsberichte der  Bamberger Unternehmen Rupp & Hubrach GmbH & Co. KG, Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, webDa Medien GmbH sowie dem Centrum für betrieblich Informationssysteme ce-bis. Professoren stellten ihre Kooperationen und das nutzbare Potenzial an ihren Lehrstühlen vor. Verantwortliche aus Stadt, Landkreis und Hochschulen informieren über die Bedeutung von Kooperationen und darüber, wie Unternehmen den richtigen Experten an der Universität finden können.

 

 

  • Projektseminar Öffentlichkeitsarbeit mit der Kaiserdom Privatbrauerei GmbH 2005

Die Wirtschaftsförderung vermittelte den Kontakt zur Bamberger Kaiserdom Privatbrauerei, die sich im Rahmen eines Seminars von Studierenden der Kommunikationswissenschaften ein PR-Konzept entwickeln ließen (siehe Rathausjournal vom 10.2.2005.

 

 

  • MitarbeiterInnen des Amtes für Wirtschaft als Dozentin in einem Seminar zum Thema Wirtschaftsförderung 2006

Frau Ludwig-Konggann und Herr Fredy Schmidt hielten an der Universität Bamberg ein Seminar zum Thema Wirtschaftsförderung, das sich über mehrere Wochen erstreckte.

 

 

  • Wissenschaftstag der Metropolregion in Bamberg 2010

Beim Wissenschaftstag der Metropolregion Nürnberg (EMN) treffen sich 1 x pro Jahr Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Bildung an den Hochschulstandorten der EMN zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch. 2008 fand dieser unter dem Motto „Alles für den Menschen“ in Bamberg statt Die Wirtschaftsförderung war im Organisationsteam des Wissenschaftstages der EMN vertreten und konnte Unternehmensvertretern als Redner gewinnen (Bi-Log, Michelin, Brose).

 

 

  • Unterstützung Wettbewerb „5 Euro Business“ 2010 und 2011

Bei diesem Wettbewerb müssen Teams aus Studierenden mit einem Startkapital von 5 Euro ein Business gründen. Entwickelt wurde das 5-Euro-Business gemeinsam von der Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer der LMU München und dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) e. V.. Frau Vollmar war bei den Wettbewerben 2010 und 2011 in der Jury und hat die Bamberger Teams unterstützt. 2012 und 2013 hat die Bamberger Universität nicht mehr an dem Wettbewerb teilgenommen.

 

 

  • KMUni : Wirtschaft trifft Wissenschaft 2011

Die Wirtschaftsförderung initiierte und organisierte einen Austausch zwischen Kleinen- und Mittleren Unternehmen und der Universität Bamberg. Zehn Lehrstühle präsentierten sich vor rund 130 interessierten Unternehmen aus Stadt und Landkreis und tauschten sich anschließend in bilateralen Gesprächen aus. Obwohl die Veranstaltung bei Lehrenden und Unternehmen gleichermaßen großen Anklang fand, lehnte die Transferstelle der Universität eine Wiederholung der Veranstaltung in 2012 ab.

 

 

  • Auszeichnung Studierender für deren Leistungen im Wettbewerb der Bayernhafen GmbH 2011

Die Wirtschaftsförderung veranlasste für Studierende der Universität Bamberg einen Empfang beim Oberbürgermeister. Diese hatten beim Praxiswettbewerb „Grenzenlos“ der Bayernhafen GmbH sowohl den ersten als auch den zweiten Platz belegt. Solche Ehrungen sollen zur Standortbindung der Studierenden beitragen und den Kontakt zu den Lehrstühlen intensivieren.

 

 

  • Unterstützung bei der Bekanntmachung des Projektes „LMS4KMU 2.0“ zum Wissenstransfer zwischen Dozenten, Studierenden und Mitarbeitern von KMUs seit 2011

Das Projekt verfolgte das Ziel, das an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg etablierte Learning Management System „Virtueller Campus“ für die Kommunikation und den Wissenstransfer zwischen Dozenten bzw. Studierenden und Vertretern der Wirtschaft zu nutzen.

 

 

  • Studienmesse 2013

Diese von den Wirtschaftsförderung von Stadt und Landkreis 2013 mitinitiierte und mitorganisierte Messe informiert über duale Studiengänge und kann bereits Schulabgänger an lokale Unternehmen und damit an die Region binden.

 

 

  • Regelmäßige Gespräche zwischen Wirtschaftsförderung und der Transferstelle der Universität Bamberg als auch Teilnahme der Wirtschaftsförderung am seitens der Stadt organisierten Arbeitskreis Taskforce Uni.

 

 

Um die Empfehlungen der Studie umzusetzen, wird die Wirtschaftsförderung ihren Kurs fortsetzen und versuchen, gemeinsam mit der Universität und den Unternehmen zielgerichtete Maßnahmen und Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Insgesamt zeigt die Erfahrung, dass die Wirtschaftsförderungen bei ihren Bemühungen Wirtschaft und Wissenschaft bzw. die Studierenden besser zu vernetzen, stets auf die Bereitschaft der Universität als auch der Unternehmen angewiesen sind. Sie müssen eine solche Vernetzung auch wollen und zulassen.

 


4. Maßnahmen der Wirtschaftsförderung zusammen mit der WiR GmbH

 

Auf der Ebene der Wirtschaftsregion Bamberg Forchheim (WiR GmbH) wurden bereits folgende Maßnahmen umgesetzt:

 

  • Veranstaltung „Mitarbeiterbindung nach innen – Arbeitgeberattraktivität nach außen! Was können die Kleinen von den Großen lernen?“ März 2012

Nach einem Einführungsvortrag von Prof. Björn Ivens von der Universität Bamberg zum Thema „Employer Branding“ für Kleinere- und Mittlere Unternehmen informierten sich die Unternehmen in zwei Workshops über Maßnahmen, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein.

 

 

  • Projekt „SideStepToGo“ seit 2013

„SideStepToGo“ ist ein mehrstufiges Projekt, in dessen Rahmen es Studierenden der Geistes- und Sozialwissenschaften ermöglicht werden soll, über die Vermittlung von Praktika Kontakt zu regionalen Arbeitgebern zu erhalten und berufsorientierte Kompetenzen zu erwerben.

 

 

  • Beteiligung an der Veranstaltungsreihe „Study and Stay in Bavaria“ 2012

Im Rahmen dieser Veranstaltung konnten sich Studierende aus dem Ausland über Karriere- und Berufseinstiegsperspektiven in der Region informieren. Es wurden Stellenausschreibungen lokaler Unternehmen präsentiert und zusammen mit der Agentur für Arbeit Speed-Datings zur Vermittlung von Praktikumsplätzen durchgeführt.

 

 

  • Präsentation der Studie „Employality“ mit Best Practice Beispielen (junge Führungskräfte stellen sich vor), Vorstellung des Karrierservice der Universität und studentischer Organisationen, die Kontakte zu den Unternehmen vermitteln 2013

Zur Präsentation wurden sowohl Studierende als auch Vertreter/innen der Universität Bamberg und der Unternehmen eingeladen. Insgesamt nahmen über 100 Studierende und ca. 40 Wirtschaftsvertreter/innen an der Veranstaltung teil. Bei einem gemeinsamen Networking im Anschluss konnten alle Teilnehmenden sich austauschen und Kontakte knüpfen.

 

Neben der Präsentation der Studie gab es folgende Beiträge:

 

         Fünf erfolgreiche und teilweise junge Führungskräfte aus der Region zeigten während der Veranstaltung ihren persönlichen Karriereweg auf. Sie berichteten von ihren Erfahrungen nach dem Studium, erläuterten ihre aktuellen Aufgabenfelder, zeigten Einstiegsmöglichkeiten im jeweiligen Unternehmen auf und gaben Tipps zum Berufseinstieg: Martin Wilbers, Leiter Unternehmenskommunikation (Mediengruppe Oberfranken GmbH & Co. KG), Marina Eckert, Personalreferentin (Volksbank Forchheim eG),Dr. Christina Kreibich, Leiterin Interne Unternehmenskommunikation (Wieland Electric GmbH),Urban Herok, Leiter Strategischer Einkauf Elektronikkomponenten (Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG), Lukas Zuhlener, Personalmarketing (Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG)

 

         Herr J. Lill von der Agentur für Arbeit stellte die Beratungseinrichtung „Forum Studium und Beruf“ näher vor. 

 

         Viele Studierende engagieren sich, oftmals ehrenamtlich, in verschiedenen universitären Organisationen bzw. studentischen Initiativen. Neben Firmenkontaktmessen organisieren sie beispielsweise Betriebsbesichtigungen oder bieten verschiedene Beratungs- und Forschungsdienstleistungen für Unternehmen an. Hier gewinnen sie nicht nun an Praxiserfahrung, sie können gleichzeitig den Kontakt zu Unternehmen knüpfen. Es haben sich folgende Organisationen vorgestellt: AIESEC, BambBus, Börsen und Kapital, cogita!, Feki.de, MARKET TEAM, Uni Vox 


  • Diskussionsrunde mit Wirtschaftsvertretern und Studierenden zu Karriereperspektiven und -anliegen im Rahmen der Career Days 2013

Die WiR GmbH beteiligt sich an den diesjährigen "Career Days" der Universität Bamberg. Organisiert wird am 18. November 2013 eine einstündige Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft. Ziel ist, einzelne ortsansässige Unternehmen näher vorzustellen und  Studierenden wertvolle Tipps im Hinblick auf den Berufseinstieg in der Region zu geben. Sie sollen in einer lockeren Atmosphäre die Gelegenheit erhalten sich mit Personalverantwortlichen über Karriereperspektiven und aktuelle Einstiegsmöglichkeiten auszutauschen. Vorgestellt werden vor allem erfolgreiche Klein- und Mittelständische Unternehmen, die oftmals bei Studierenden unbekannt sind.

 

 

Darüber hinaus sind folgende Maßnahmen für 2014 geplant:

 

  • Durchführung von fachbezogenen Betriebsbesichtigungen für Studierende der Universität Bamberg
  • Einrichtung einer fachübergreifenden Onlineplattform für Abschlussarbeiten und Stellenausschreibungen (Werkstudententätigkeiten, Praktikum, Direkteinstieg)

 

 

Da die Wir GmbH bei der Umsetzung dieser Maßnahmen zwingend auf die Kooperationsbereitschaft der Universität Bamberg angewiesen ist, wird am 21. Oktober 2013 ein Abstimmungsgespräch mit Universitätsleitung, Wirtschaftsförderungen und Arbeitsagentur stattfinden.

 


II.              Beschlussvorschlag

 

1. Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis

2. Der Antrag der GAL-Stadtratsfraktion vom 08.07.2013 ist geschäftsordnungsgemäß erledigt.


III. Finanzielle Auswirkungen:

 

Der unter II. empfohlene Beschlussantrag verursacht

 

x

1.

keine Kosten

 

2.

Kosten in Höhe von  für die Deckung im laufenden Haushaltsjahr bzw. im geltenden Finanzplan  gegeben ist

 

3.

Kosten in Höhe von  für die keine Deckung im Haushalt gegeben ist. Im Rahmen der vom Antrag stellenden Amt/Referat zu bewirtschaftenden Mittel wird folgender Deckungsvorschlag gemacht:

 

4.

Kosten in künftigen Haushaltsjahren:  Personalkosten:  Sachkosten:

 



 

 

 

 

                                                       

Andreas Starke

Oberbürgermeiste

 

                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                              Christian Hinterstein

                                                                                                                              Referat 1

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                              Tina Hülle

                                                                                                                              Wirtschaftsförderung

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                              Ruth Vollmar

                                                                                                                              Wirtschaftsförderung

 

 

Anlage/n:

 

Employality 2020: Abschlussbericht

Antrag der GAL-Stadtratsfraktion vom 08.07.2013