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Sitzungsvorlage - VO/2015/1495-65  

Betreff: Umgestaltung der Dominikanerstraße zwischen Herrenstraße und Untere Brücke
Sachstandsbericht und weiteres Vorgehen
Status:öffentlich  
Beratungsfolge:
Bau- und Werksenat
15.04.2015 
Sitzung des Bau- und Werksenates ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Plan zur Variante 1a  
Plan zur Variante1b  
Plan zur Variante 2  
Plan zur Variante 3a  
Plan zur Variante 3b  
Antrag der GAL - Stadtratsfraktion vom 27.02.2015  

I.              Sitzungsvortrag:

 

Bauabschnitt 2015

 

Im Zuge der Stadtsanierung Sand soll im Jahr 2015 der Abschnitt der Dominikanerstraße zwischen Herrenstraße und Unterer Brücke umgestaltet werden. Der Stadtrat hat im Rahmen des Haushalts 2015 hierfür 480.000 Euro bereitgestellt. Die Maßnahme wurde beschränkt ausgeschrieben und sollte ab Mai 2015 umgesetzt werden. Die Gestaltung hat, wie in den vergangenen Bauabschnitten, ebenfalls die Oberfläche in Muschelkalk vorgesehen.

 

In der Kostenberechnung der Entwurfsplanung vom 08.08.2014 wurden die angesetzten Einheitspreise gegenüber dem letzten Ausschreibungsergebnis aus dem Jahr 2011, in dem die Herrenstraße umgesetzt wurde, aufgrund der allgemeinen Preisentwicklung der letzten Jahre um ca. 10 – 15 % erhöht. Das Angebot des Mindestnehmenden lag dennoch ca. 30 % höher als die Kostenberechnung. Aufgrund dessen musste die Ausschreibung aufgehoben werden.

 

Zudem wünschen einige Anlieger, im Besonderen aus dem Bereich des Antiquitätenhandels, eine stärkere Einbeziehung der vorhandenen Granitsteine in die Neugestaltung der Oberfläche.

 

Diese Punkte führten dazu, kurzfristig eine neue Untersuchung der gestalterischen und technischen Möglichkeiten durchzuführen.

 

 

Auswahlverfahren Sommerhäuser Muschelkalk

 

Zunächst wird nochmals die Vorgeschichte des Auswahl- und Beteiligungsverfahrens und der getroffenen Entscheidung zugunsten des Sommerhäuser Muschelkalkpflasters aufgezeigt.

 

Anfang 2006 wurde der Sand für das Modellvorhaben „Leben findet Innenstadt – öffentlich-private Kooperation zur Standortentwicklung“ von der Obersten Baubehörde ausgewählt.

Seither beteiligen sich Immobilieneigentümer, Gewerbetreibende, Bewohner und insbesondere die Interessengemeinschaft interesSAND aktiv an der Strukturverbesserung und Aufwertung ihres Gebietes im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft.

Vor dem Hintergrund der intensiven Beteiligungskultur der Stadtsanierung fand auch für die Pflasterauswahl im Sand eine sehr umfassende Bemusterung statt. Es galt, einen Belag auszuwählen, welcher den hohen Ansprüchen an die Historie gerecht wird, zugleich aber auch alle technischen Erfordernisse und barrierefreien Belange berücksichtigt.

 

Ab dem 15. Jhd. wurden in Bamberg immer häufiger Straßen und Plätze gepflastert. Hierfür wurden fast ausschließlich Pflastersteine verwendet, die später allgemein als „Tütschengereuther Pflaster“ bezeichnet wurden.

Gerade im Sand ist diese Historie noch an zahlreichen Stellen sichtbar: in der Schrottenberggasse, der Ringleinsgasse, der Kasernstraße sowie im gesamten Sandbad weisen Traufbereiche das historische „Tütschengereuther Pflaster“ auf.

 

Granit, Basalt und andere Pflastersteine fanden ihren Weg nach Bamberg erst mit der Fertigstellung der Eisenbahnstrecke ab 1844 und den damit verbundenen neuen Transportmöglichkeiten.

 

Aufgrund der vielen erhaltenen Flächen sollte es gestalterisches Leitziel sein, diese Flächen – und damit das historische Pflaster - im Zuge der anstehenden Baumaßnahmen zu sanieren und zu erhalten.

Heute sind Tütschengereuther Steine als Pflastermaterial nicht mehr zu erwerben. Es existieren nur noch Restbestände, welche für kleinere Sanierungsmaßnahmen vorgehalten werden.

 

Für das künftige Pflaster im Sand sollte also aus denkmalpflegerischen und gestalterischen Gründen ein Stein gefunden werden, welcher dem historischen „Tütschengereuther Pflaster“ optisch nahe kommt. Gleichzeitig sollte das Material die technischen Anforderungen an einen Belag, welcher regelmäßig mit Lieferfahrzeugen befahren und von Kehr-Saugmaschinen gereinigt wird, erfüllen. Besonders vor, während und nach der Sandkirchweih wird die Oberfläche enormen Belastungen, durch erhöhten Reinigungsaufwand und Schwerverkehr ausgesetzt.

 

Zur Vorauswahl der Pflasterbemusterung erfolgte ein intensiver Erfahrungsaustausch mit anderen fränkischen Städten wie Würzburg, Forchheim und Schweinfurt zu Materialeigenschaften und unterschiedlichen Einbautechniken. Auch wurden etliche Steinbrüche besichtigt, um die Suche nach dem bestmöglichen Tütschengereuther - Alternativmaterial zu verfeinern.

 

Schließlich stand im Dezember 2006 eine lange Reihe von jeweils 1qm großen Musterflächen für mehrere Tage am Grünhundsbrunnen zur Bemusterung bereit. Es wurden 12 Musterflächen mit unterschiedlichen Steinen, Formaten und Verfugungs-Techniken im Vorfeld der Neugestaltung bewertet.

Eine vielköpfiges Auswahlgremium aus Vertretern von Behindertenverbänden, Denkmalschutz, Erzdiözese Bamberg, Staatlichem Bauamt, Entsorgungs- und Baubetrieb, Baureferat, Stadtplanungsamt, Bürgerverein, Welterbezentrum, Einzelhandelsverband, Tourismusverband, Ingenieurbüro, IG interesSAND...

und anderen Organisationen bewertete die Eignung der einzelnen Musterflächen. Der Antiquitätenhandel hatte seinerzeit noch keine eigene Organisationsstruktur aufgebaut. Über den Bürgerverein IV. Distrikt und dieInteressengemeinschaft interesSAND... ist dennoch auch die Meinung der engagierten Antiquitätenhändler in die Entscheidung eingeflossen.

Die höchste Übereinstimmung fand schließlich das heute eingebaute Sommerhäuser Muschelkalkpflaster mit festen Fugen in sogenannter „gebundener Bauweise.

 

Um den Eindruck einer neuzeitlichen Einheits-Fußgängerzonen-Atmosphäre zu vermeiden, wurde das Muschelkalkpflaster im Sand nicht komplett mit gesägter Oberfläche eingebaut. Stattdessen wurden Pflastersteine mit bruchrauher, aber gut begehbarer Oberfläche verwendet. Die Lebendigkeit des Natursteinpflasters sowie der historische Charakter des ältesten Stadtteils von Bamberg bleiben somit bewahrt.

Ergänzt wird der Belag um einen Pflasterstreifen mit glatter, aber rutschfester Oberfläche, damit der öffentliche Raum auch für mobilitätseingeschränkte Menschen komfortabel genutzt werden kann. Die Breite des glatten Pflasterstreifens ist deutlich breiter, als es die engen alten Gehwege in der Oberen Sandstraße vor den Umgestaltungsmaßnahmen waren. Vor der Neugestaltung waren die gesamte Obere Sandstraße, Dominikanerstraße und Herrenstraße nicht nur für mobilitätseingeschränkte, sondern auch für alle übrigen Passanten deutlich gefährlicher und unbequemer passierbar, als dies heute der Fall ist.

Desweitern lässt der helle Charakter des Steins die schmalen Gassen weiter erscheinen und ist damit für Besucher einladender.

Nach mittlerweile acht jähriger Erfahrung lässt sich feststellen, dass aus gestalterischer und technischer Sicht die Entscheidungen sowohl zugunsten des Muschelkalkpflasters als auch zugunsten einer gebundenen Bauweise richtig waren.

 

Die Neugestaltung der Karolinenstraße zwischen Brückenrathaus und Domplatz ist frühestens für die Jahre 2017 und 2018 vorgesehen, daher liegt für diesen Bereich noch keine Entwurfsplanung vor. Da es sich hier um die „barocke Achse“ von der Hauptachse bis zum Dom handelt, ist für diesen Bereich die Pflasterung mit einem anderen Material vorgesehen. In Verlängerung der vorhandenen Granitbeläge auf der Strecke Hauptachse – Grüner Markt – Obere Brücke soll hier auch im Rahmen der Neugestaltung weiterhin Granitpflaster verwendet werden.

 

 

Varianten für die Ausführung der Dominiknaerstraße und der „Kernsgasse“

 

Bislang war für den Planungsbereich der Dominikanerstraße zwischen Herrenstraße und Unterer Brücke und der sogenannten „Kernsgasse“ (dies ist die Verbindungsstraße zwischen der Dominikanerstraße und der Karolinenstraße) eine Pflasterung mit Muschelkalk auf ganzer Breite analog den bereits umgesetzten Bauabschnitten im Sand vorgesehen.

 

Aufgrund der notwendigen neuen Ausschreibung werden nunmehr weitere, möglichst zugleich kostengünstigere Varianten in Betracht gezogen:

 

Variante 1a

Muschelkalk komplett auf Drainbeton (s. Plan zur Variante 1a in der Anlage)

 

Variante 1b

Muschelkalk komplett auf Drainbeton und z.T. Drainasphalt (s. Plan zur Variante 1b in der Anlage)

 

Variante 2

Farbasphalt; Traufbereich Muschelkalk auf Drainbeton (s. Plan zur Variante 2 in der Anlage)

 

Variante 3a

Dominikanerstraße wie Variante 1b; Kernsgasse “altes” Kopfsteinpflaster Mitte, Seitenbereiche Granitgroßstein (s. Plan zur Variante 3a in der Anlage)

 

Variante 3b

Dominikanaerstraße wie Variante 1b; Kernsgasse “altes” Kopfsteinpflaster Mitte, Seitenbereiche Granitkleinstein (s. Plan zur Variante 3b in der Anlage)

 

Technische Wertung der Varianten

 

Variante 1a: Muschelkalk komplett auf Drainbeton

Variante 1a stellt die ursprünglich geplante Variante mit Muschelkalk auf Drainbeton dar.

 

Variante 1b: Muschelkalk komplett auf Drainbeton und z.T. Drainasphalt

Die Variante 1b unterscheidet sich von der Oberfläche nicht zur Variante 1a. Allerdings wird aus wirtschaftlichen Gründen vorgesehen, den Aufbau im Bereich zwischen der Unteren Brücke und der „Kernsgasse“ nicht mit Drainbeton sondern mit Drainasphalt auszubilden. Dies kann nur in diesem Teilbereich erfolgen, da hier mit geringerem Verkehrsaufkommen, insbesondere des Schwerverkehrs zu rechnen ist.

 

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Abb. Muschelkalk mit Zementschlämme

 

Variante 2: Farbasphalt, Traufbereich Muschelkalk auf Drainbeton

Variante 2 weicht technisch völlig von allen anderen Varianten ab. Die Seitenbereiche mit Muschelkalkpflaster (Oberfläche bruchrauh) liegen ebenfalls auf einer Drainbetontragschicht. Die Fugen sind mit Zement verschlossen. Im mittigen Bereich ist Farbasphalt, welcher durch zweizeilige Muschelkalkriegel aufgeteilt wird, vorgesehen. Der Farbasphalt ist zwar in der Erstherstellung etwas günstiger als die Pflastervariante allerdings sind die Aufwendungen im Straßenunterhalt erheblich höher. Sind Aufbrüche notwendig, muss oder sollte die gesamte Fläche innerhalb eines ganzen Teilabschnittes von Pflasterriegel zu Pflasterriegel wieder neu hergestellt werden, da es fast unmöglich ist die exakt gleiche Farbe des Asphaltes zu beschaffen. Die Farbgebung wird sich im Verlauf der Zeit deutlich - nicht flächig - verändern.

 

Farbasphalt neben Schwarzdecke (2)

Abb. Farbasphalt

 

Variante 3a: Dominikanerstraße wie Variante 1b,

  Kernsgasse “altes” Kopfsteinpflaster in der Mitte, Seitenbereiche Granitgroßstein

Die Variante 3a sieht in der Dominikanerstraße gleiches wie in der Variante 1b beschrieben vor. Im Bereich der „Kernsgasse“ werden in den Seitenbereichen gesägtes Granitgroßsteinpflaster mit verschiedenen Längen und Breiten in Reihe verlegt, vorgesehen. Im Fahrbahnbereich kommt das bestehende Material aus Granitpflastersteinen wieder zum Einsatz. Die Granitsteine werden im Mörtelbett auf der Drainbetontragschicht verlegt. Die gesamte Belagsoberfläche ist aus Gründen der Reinigungsintensität mit einer vergossenen Fuge auszubilden. Der Fugenverguss kann entweder mit einer Zemtschlämme oder mit Bitumen ausgeführt werden.

Aufgrund des enorm hohen Einbauaufwandes ist die Bitumenverfugung um ein vielfaches teurer als die Zementschlämme.

 

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Abb. Granit mit Zementschlämme                            Abb. Granit mit Bitumenverguss

 

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Abb. gesägte Granitgroßsteine mit unterschiedlichen Formaten

 

Variante 3b: Dominikanerstraße wie Variante 1b,

  Kernsgasse “altes” Kopfsteinpflaster in der Mitte, Seitenbereiche Granitkleinstein

Die Variante 3b unterscheidet sich lediglich in den Seitenbereichen der „Kernsgasse“ zur Variante 3a. Hier ist es vorgesehen Granitkleinsteinpflaster in Reihe mit gestockter Oberfläche und burchrauhen Seiten zu verlegen.

 

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Abb. Granitkleinstein gestockte Oberfläche in Reihe

 

 

Gestalterische Wertung der Varianten

 

Oberflächengestaltung Dominikanerstraße / Untere Brücke

 

Aus städtebaulicher Sicht ist die Achse Dominikanerstraße – Untere Brücke in einem räumlichen Zusammenhang mit dem bereits umgestalteten Abschnitt der Dominikanerstraße zu sehen. Vor diesem Hintergrund kommen aus gestalterischer Sicht für diesen Abschnitt nur zwei Oberflächen-Varianten in Betracht:

 

Variante 1a, 1b, 3a und 3b sieht eine vollständige Pflasterung mit Muschelkalk auf ganzer Breite vor. Diese Gestaltung war insbesondere für die Hauptachse durch den Sand vorgesehen. Da es sich bei dem Abschnitt Dominikanerstraße – Untere Brücke um eine hoch frequentierte Passanten-Achse handelt, wird aus gestalterischer Sicht eine Pflasterung auf ganzer Breite angestrebt.

 

 

Variante 2 sieht eine Pflasterung nur der Traufbereiche mit Muschelkalk und den Einbau eines beigen Farbasphaltes in Fahrbahnmitte vor, analog der Gestaltungsplanungen für Nebenstraßen und Nebengassen im Sand.

 

 

Oberflächengestaltung Karolinenstraße im Bereich der sogenannten „Kernsgasse“

 

Auch wenn es sich bei der kurzen Quergasse zwischen Unterer und Oberer Brücke formell um einen Teil der Karolinenstraße handelt, ist dieser Bereich stadträumlich im Zusammenhang mit den bereits umgesetzten Bauabschnitten im Sand zu sehen. Als Parallelachse zur Herrenstraße grenzt sich der Bereich räumlich von der Karolinenstraße ab. Daher wurde der Bereich in der Oberflächenneugestaltung bislang planerisch wie die Herrenstraße behandelt. Diese räumliche Wertung wird dadurch unterstrichen, dass auch die meisten Bamberger diesen Abschnitt nicht als Karolinenstraße, sondern als „Kernsgasse“ bezeichnen.

 

Zudem kommt der Hauptachse vom Brückenrathaus bis zum Dom naturgemäß immer schon eine besondere Bedeutung zu. In der Vergangenheit wurde dies durch die Verwendung von Granit unterstrichen. Die Stadt wollte zeigen, dass sie sich hier sogar importierten Granit statt des lokalen Tütschengereuther Sandstein leisten kann. Der Kontrast der beiden Materialien beinhaltet also eine historische Aussage. Es erschien daher naheliegend, diesen Kontrast am Übergang von der Karolinenstraße zu den Nebenstraßen erlebbar zu machen. Auch dies sprach dafür, in der Karolinenstraße Granit, in der „Kernsgasse“ aber Muschelkalk zu verwenden.

 

Einzelne Vertreterinnen und Vertreter des Antiquitätenhandels haben nunmehr mitgeteilt, dass ihnen die bisherige Pflasterung mit Muschelkalk nicht gefällt und sie sich einen Wiedereinbau der unterschiedlichen Materialien innerhalb des Bauabschnittes wünschen.

 

Übersicht 01 (2)

Abb. „Dominikanerstraße“

 

Aus Gründen unter anderem der Barrierefreiheit, der Wirtschaftlichkeit und der Gestaltung ist ein Wiedereinbau von Pflastersteinen mit unterschiedlichen Materialien nicht sinnvoll.

Als Entgegenkommen wurden den einzelnen Vertreterinnen und Vertretern des Antiquitätenhandels allerdings eine Prüfung zugesagt, ob im Bereich der „Kernsgasse“ das ausgebaute Kopfsteinpflaster wieder eingebaut werden könnte.

 

Abb. Fehlende Barrierefreiheit des vorh. Kopfsteinpflasters

 

Die Prüfung hat ergeben, dass das Prinzip des Einbaus eines barrierefreien Pflasterstreifens in der Mitte der Pflasterfläche mittels Verzahnung mit Kopfsteinpflaster nicht realisierbar ist. Das geschnittene, rutschhemmende Granit welches der Barrierefreiheit entspricht kann mit dem unebenen, nicht standard- maßgenauen Kopfsteinpflaster nicht ohne eine bautechnische Trennung eingebaut werden.

 

Bei einer Umplanung mit seitlichen Gehwegbereichen – anstelle der bisher geplanten schmalen Traufbereiche – könnten ausreichend breite barrierefreie Streifen realisiert werden, welche mit gestocktem Granit ausgeführt werden. In der Mitte der Fläche könnte dann das „alte“ Kopfsteinpflaster wieder eingebaut werden. Wobei die Bitumenausführung gestalterisch nicht vertretbar ist. Die Abgrenzung der beiden Materialen erfolgt dann über beidseitig angeordnete zweizeilige Rinnen ebenfalls aus gestocktem Granit.

 

Diese Planung widerspricht den vorgenannten Überlegungen des räumlichen Zusammenhangs mit den übrigen Straßenabschnitten im Sand, kann aber aus stadtgestalterischer Sicht mitgetragen werden.

Aus diesem Grund kommen für den Bereich der „Kernsgasse“ alle Varianten, ausgenommen die Variante 2, der Anlagen in Betracht.

 

 


Baukosten der Varianten (Brutto)

 

Varianten

Kosten Dominikanerstraße

Kosten

„Kernsgasse“

Baunebenkosten

Kosten gesamt

Variante 1a

Muschelkalk komplett auf
Drainbeton

303.000 €

206.000 €

102.000 €

611.000 €

Variante 1b

Muschelkalk komplett auf
Drainbeton /  z.T. Drainasphalt

302.000 €

206.000 €

102.000 €

610.000 €

Variante 2

Farbasphalt

Traufbereich Muschelkalk auf
Drainbeton

225.000 €

162.000 €

77.000 €

464.000 €

Variante 3a

Dominikanerstraße wie
Variante 1b

Kernsgasse “altes” Kopfsteinpflaster Mitte, Seitenbereiche Granitgroßstein

302.000 €

144.000 €

89.000 €

535.000 €

Variante 3b

Dominikanaerstraße wie
Variante 1b

Kernsgasse “altes” Kopfsteinpflaster Mitte, Seitenbereiche Granitkleinstein

302.000 €

131.000 €

87.000 €

520.000 €

Tabelle 1

 

 

Diese Tabelle berücksichtigt bereits die Mehrkosten, die dadurch entstehen werden, dass die beiden Teilabschnitte „Dominikanerstraße“ und „Kernsgasse“ absehbar in verschiedenen Kalenderjahren zur Ausführung gelangen dürfen.


Bewertungsmatrix bzw. Variantenübersicht

 

Varianten

Barriere-freiheit

Gestaltung

Unterhalts-aufwand

Bauzeit

Kosten

Gesamtbewertung

Variante 1a

Muschelkalk komplett auf Drainbeton

+

+

0

0

0

+

Variante 1b

Muschelkalk komplett auf Drainbeton und z.T. Drainasphalt

+

+

0

0

0

+

Variante 2

Farbasphalt

Traufbereich Muschelkalk auf Drainbeton

++

0

--

+

++

-

Variante 3a

Dominikanerstraße wie Variante 1b

Kernsgasse “altes” Kopfsteinpflaster Mitte, Seitenbereiche Granitgroßstein

+

0

0

0

+

+

Variante 3b

Dominikanaerstraße wie Variante 1b

Kernsgasse “altes” Kopfsteinpflaster Mitte, Seitenbereiche Granitkleinstein

0

+

0

0

+

+

Tabelle 2

 

Vorschlag zur Gestaltung

 

Nach Abwägung der o.a. Belange wird die Variante 3b zur Weiterverfolgung empfohlen. Diese Variante stellt einen Kompromiss dar zwischen der gestalterischen Ursprungsplanung mit einer Muschelkalk-Pflasterung auf der Achse Dominikanerstraße – Untere Brücke einerseits und den Wünschen der Antiquitätenhändler nach einer Pflasterung mit Kopfsteinpflaster in der „Kernsgasse“ andererseits. Zudem ist von einer Kostenersparnis gegenüber der bisherigen Planung auszugehen.

Weiterhin können insbesondere beim Einbau der barrierefreien Seitenbereiche in der „Kernsgasse“ wichtige technische Erfahrungen gesammelt werden, welche sich bei einer späteren Umsetzung der Maßnahme „Karolinenstraße zwischen Brückenrathaus und Domplatz“ als hilfreich herausstellen könnten.

Eine endgültige Entscheidung zur Gestaltung der barocken Achse der Karolinenstraße wird daher erst getroffen, wenn der Abschnitt „Kernsgasse“ zur Ausführung gelangt ist.

 

 

Weitere zeitliche Vorgehensweise

 

Grundsätzlich schlägt die Verwaltung vor, den Bereich der Dominikanerstraße noch 2015 auszuführen. Die Ausschreibung und Ausführung der „Kernsgasse“ erfolgt dann 2016.

 

Die Stadtwerke Bamberg verlegen derzeit die Gas- und Wasserleitungen im Bereich Dominikanerstraße und „Kernsgasse“ neu. Die Verkehrsfläche ist bis zum Weltkulturerbelauf am 03.05.2015 provisorisch mit Asphalt von den Stadtwerken zu verschließen. Dieses Provisorium wird im Bereich der Dominikanerstraße zur Fronleichnamsprozession, zu den Antiquitätentagen und zur Sandkirchweih, in der „Kernsgasse“ auch über den Winter bestehen bleiben.

Wenn der Bau- und Werksenat dem Beschlussvorschlag folgt, ist unmittelbar nach der Sandkirchweih 2015 Baubeginn. Die Bauzeit wird voraussichtlich zwei Monate plus vier Wochen Aushärtezeit betragen.


II.              Beschlussvorschlag

 

  1. Der Bau- und Werksenat nimmt den Bericht des Entsorgungs- und Baubetriebs, der Stadtgestaltung, der Behindertenbeauftragten und des Fachbereichs Baurecht zur Kenntnis.
  2. Der Bau- und Werksenat beschließt die Neugestaltung gemäß Variante 3b.
  3. Der Bau- und Werksenat beauftragt die Verwaltung, den Teilabschnitt Dominikanerstraße der Variante 3b in 2015 auszuführen.
  4. Der Bau- und Werksenat beauftragt die Verwaltung, den Teilabschnitt „Kernsgasse“ der Variante 3b für die Ausführung in 2016 vorzubereiten.
  5. Der Antrag der Stadtratsfraktion GAL vom 27.02.2015 ist hiermit geschäftsordungsmäßig behandelt.

III. Finanzielle Auswirkungen:

 

Der unter II. empfohlene Beschlussantrag verursacht

 

 

1.

keine Kosten

X

2.

Kosten in Höhe von 362.000 € für die Deckung im laufenden Haushaltsjahr bzw. im geltenden Finanzplan HH-Stelle 02.63000.94020 gegeben ist

 

3.

Kosten in Höhe von  für die keine Deckung im Haushalt gegeben ist. Im Rahmen der vom Antrag stellenden Amt/Referat zu bewirtschaftenden Mittel wird folgender Deckungsvorschlag gemacht:

 

4.

Kosten in künftigen Haushaltsjahren:  Personalkosten:  Sachkosten:

 

Falls Alternative 3. und/oder 4. vorliegt:

 

In das Finanzreferat zur Stellungnahme.

 

Stellungnahme des Finanzreferates:


Anlage/n:

 

Plan zur Variante 1a

Plan zur Variante 1b

Plan zur Variante 2

Plan zur Variante 3a

Plan zur Variante 3b

Antrag der GAL – Stadtratsfraktion vom 27.02.2015

 

 

Verteiler:

 

Entsorgungs- und Baubetrieb

Straßenverkehrsamt

Stadtplanungsamt

Behindertenbeauftragte

Fachbereich 6A

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Plan zur Variante 1a (759 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Plan zur Variante1b (774 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Plan zur Variante 2 (628 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Plan zur Variante 3a (700 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Plan zur Variante 3b (703 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich Antrag der GAL - Stadtratsfraktion vom 27.02.2015 (52 KB)