Berichtsvorlage - VO/2024/7460-45
Grunddaten
- Betreff:
-
KS:BAM - Kultur-Service Bamberg für Schulen und Kitas;
Status Quo und Ausblick
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- 45 Kulturamt
- Referent:in:
- Ulrike Siebenhaar
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Kultursenat
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Kenntnisnahme
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Feb 1, 2024
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- Sitzungsvortrag:
Was wünschen wir uns für unsere Kinder in Kita und Schule? Die jungen Menschen sollen dort soziale Kontakte knüpfen, lesen, schreiben und rechnen lernen. Sie sollen dort aber auch ihre Stärken erkennen und entwickeln, eigenen Interessen nachgehen, beteiligt werden und Selbstwirksamkeit erleben. Sie sollen eigene Wege gehen, auch Umwege, Perspektiven wechseln und kulturelle Ausdrucksformen nutzen. Sie sollen ihre Identität entwickeln, Verantwortung übernehmen und Unterschiedlichkeit als Normalität wahrnehmen. Sie sollen Kunst und Kultur kennenlernen, die Welt als Gesellschaft verstehen und gestalten. Dies alles sind laut BKJ* gute Argumente für Kulturelle Bildung. Und warum in Kita und Schule? Dort können alle Kinder und Jugendlichen teilhaben, egal aus welchem Umfeld. Und Teilhabe, ist das nicht das große Versprechen? Darüber hinaus werden Kitas und Schulen durch Kulturelle Bildung zu Orten, mit denen sich die jungen Menschen identifizieren, in denen sie Freude und Gemeinschaft erleben: Grundbedingungen für ein gelingendes Lernen.
Laut einer aktuellen Jugendstudie blicken 52 % der jungen Menschen pessimistisch in ihre Zukunft*. Die Welt wird zunehmend komplexer, Corona, Kriege, Klimawandel, die Tücke der sozialen Medien. Gesellschaftliche Transformationsprozesse konfrontieren Kitas und Schulen mit diversen Themen, die durch kulturelle Bildungsprojekte bearbeitet werden können.
Und in Kürze nun der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung: die Kinder und Jugendlichen verbringen heute so viel Zeit wie noch nie in Kitas und Schulen. Eine große Verantwortung! Wie steht es z.B. um die Qualität im Ganztag? Soll er mehr als nur Aufbewahrung sein?
Im besten Fall fördern Kitas und Schulen die kreative Denk- und Problemlösungsfähigkeit sowie die Resilienz der Kinder und Jugendlichen. Dazu braucht es multiprofessionelle Teams, Netzwerke und lokale Bildungslandschaften.
Bamberg darf stolz sein auf eine etablierte und sehr erfahrene kommunale Koordinierungsstelle für Kulturelle Bildung, die in Stadt und Landkreis kulturelle Bildungsprojekte für Schulen und Kitas bündelt, vermittelt und fördert. 2007 wurde der KS:BAM im Kulturamt gegründet und schreibt seitdem Erfolgsgeschichte: als Anlaufstelle für Lehrkräfte, Pädagogische Fachkräfte und Kulturakteur:innen, als Impulsgeber für Kooperationen und auch für andere Kommunen.
Neben der regulären Projektförderung wurde 2010 das Bildungsprogramm Kultur.Klassen entwickelt. Bundesweit mehrfach ausgezeichnet ist es inzwischen eine hochgeschätzte und fest etablierte Größe in der Bamberger Bildungslandschaft. Die Nachfrage ist inzwischen so groß, dass der KS:BAM diese aufgrund begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen nur zu einem Drittel bedienen kann. Darüber hinaus können Kitas und Schulen eine kulturelle Profilentwicklung durchlaufen und sich zur Schule mit Kultur.Profil bzw. zum Kultur.Kinderhaus und zur Kultur.Schule entwickeln. Das Interesse steigt auch hier stetig, betreut werden können immer nur einzelne Einrichtungen.
Seit 2022 koordiniert der KS:BAM das Projekt KuKuK – Kunst und Kultur im Kindergarten, in Kooperation mit der Stiftung Kinderförderung von Playmobil. Gemeinsam mit dem Umweltamt wird das Projekt Kulturelle Klimabildung für Bamberger Schulen auf den Weg gebracht. Daneben beschäftigt sich der KS:BAM mit verschiedenen Themen wie der Kulturellen Bildung in ländlichen Räumen und, wie oben angedeutet, mit der Qualität im Ganztag. Derzeit entsteht eine neue Projektdatenbank sowie ein Buchungssystem, wodurch Abläufe für Bildungseinrichtungen und Kulturpartner:innen vereinfacht werden.
Der KS:BAM vergibt mit dem Magellan- und C.C.Buchner-Preis zwei kulturelle Bildungspreise und bietet verschiedene Austauschformate, Workshops und Fortbildungen für Lehrkräfte, Pädagogische Fachkräfte und Kulturpartner:innen an. Zuletzt im Rahmen des überaus erfolgreichen Aktionstages „MEGAHERtZ – Frequenz Kulturelle Bildung“. Auf Anregung des KS:BAM wurde Bamberg für die K²-Beratung* der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel ausgewählt. Regional, bayern- und bundesweit gut vernetzt, findet der KS:BAM als Modelleinrichtung vor allem auch im landes- und bundesweiten Kontext Beachtung. Die Expertise des KS:BAM wird vielfach nachgefragt, so ist unter anderem geplant, dass 2025 der Bundeskongress kulturelle Schulentwicklung in Bamberg stattfinden wird, erstmalig in Bayern.
Der Erfolg des KS:BAM ist erfreulich, jährlich melden mehr Einrichtungen Interesse an. Und jetzt? Kann Bamberg diese Vorreiterrolle halten? Der KS:BAM kommt an seine Grenzen: Das gleiche Budget seit 2012, so wenig Personalstunden wie noch nie. Von den über 90 Bildungseinrichtungen im Stadtgebiet können derzeit nur 12 durch die Kultur.Klassen bespielt werden. Im Landkreis verhält es sich ähnlich. Da stellt sich unweigerlich die Frage nach der Teilhabegerechtigkeit, von der oben schon die Rede war. Der KS:BAM gerät zunehmend in Schieflage.
Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Durch die bereits vorhandene Struktur könnte diese Schieflage mit vergleichsweise geringem Aufwand – personell wie finanziell – wieder aufgelöst werden. Da sich die Kitas und Schulen an der Förderung durch den KS:BAM beteiligen müssen, sowohl bei der Projektförderung als auch bei den Kultur.Klassen, wird das eingesetzte Geld vermehrt. Eine Kultur.Klasse kostet den KS:BAM beispielsweise 1.200 €, die Kita oder Schule muss weitere 800 € einsetzen. Eine Vollzeitkraft, finanziert durch Stadt und Landkreis, könnte neben diversen KS:BAM-Aufgaben 15 – 20 Kultur.Klassen betreuen, insbesondere wenn zusätzlich eine Person für die Verwaltung der Mittel da wäre.
Ziel sollte sein, alle Anfragen, Anträge und guten Bewerbungen bedienen zu können. Und alle zu unterstützen, die sich ernsthaft auf den Weg der kulturellen Schulentwicklung machen. Im Sinne der Teilhabegerechtigkeit und aufgrund der großen Verantwortung, welche die Kitas und Schulen heute tragen. Bamberg hätte die große Chance, sich weiterhin nachhaltig und bundesweit als Modellkommune für Kulturelle Bildung in Kitas und Schulen zu profilieren.
* BKJ = Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.
* Quelle: www.tui-stiftung.de/unsere-projekte/junges-europa-die-jugendstudie-der-tui-stiftung/ jugendstudie-2023
* K²-Beratung:www.bundesakademie.de/kompetenz/projekte/ k2-Beratung
III. Finanzielle Auswirkungen
Der unter II. empfohlene Beschlussantrag verursacht
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Keine Kosten |
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Kosten in Höhe von für die Deckung im laufenden Haushaltsjahr bzw. im geltenden Finanzplan gegeben ist |
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3. |
Kosten in Höhe von für die keine Deckung im Haushalt gegeben ist. Im Rahmen der vom Antrag stellenden Amt/Referat zu bewirtschaftenden Mittel wird folgender Deckungsvorschlag gemacht: |
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4. |
Kosten in künftigen Haushaltsjahren: Personalkosten: Sachkosten: |
Falls Alternative 3. und/oder 4. vorliegt:
In das Finanzreferat zur Stellungnahme.
Stellungnahme des Finanzreferats:
Anlagen
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