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,,Ein Traum für Bamberg"

Enthüllung der Großplastik „Langsamer Traum“ von Rui Chafes vor der Bischofsmühle

Gleich zwei neue Großplastiken des portugiesischen Künstlers Rui Chafes ergänzen ab sofort die „Bamberger Sammlung von Skulpturen zeitgenössischer Kunst“: „Auf dem neu gestalteten Platz vor der Bischofsmühle, in direkter Nähe zum neuen Zentrum Welterbe Bamberg an den Unteren Mühlen, wird von nun an der „Langsame Traum“ von Rui Chafes Bamberg einen weiteren hochkarätigen künstlerischen Impuls verleihen. Er hat hier einen herausragenden Platz gefunden,“ so Oberbürgermeister Andreas Starke bei der Enthüllung. Das etwa 3,7 Meter hohe Kunstwerk aus matt schwarz lackiertem Eisen ergänzt an seinem endgültigen Standort ganz hervorragend das Zusammenspiel von zeitgenössischer Kunst und mittelalterlicher Architektur in der Bamberger Innenstadt.

„Die große Menge an qualitätsvollem Vorhandenen ist Erbe und Verpflichtung zugleich“, betonte die Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und ergänzte mit Blick auf die „Bamberger Sammlung von Skulpturen zeitgenössischer Kunst“: „Gutes Altes und gutes Neues gehen hier wie dort eine glückliche Symbiose ein.“

Für Kulturreferent und Zweiter Bürgermeister Dr. Christian Lange bedeutete die Enthüllung eine besondere Freude, da die „Chafes-Ausstellung die erste ist, die komplett untere meiner Regie geplant und realisiert wurde sowie die Skulptur gekauft und dauerhaft platziert wurde. Sie lädt nun zum Dialog mit dem Kunstwerk ein und verbindet Kultur und Natur.“

Der Künstler Rui Chafes schien sichtlich bewegt von so viel Begeisterung und verkündete, dass er Bamberg mit Freude die Skulptur „Ängstlicher Mond“ schenke, denn „diese Skulptur wurde speziell für Bamberg angefertigt.“ Rui Chafes absolvierte 1989 sein Hochschuldiplom im Fachgebiet Bildhauerei an der Faculdade de Belas-Artes de Lisboa. Von 1990 – 1992 studierte er bei Gerhard Merz an der Kunstakademie Düsseldorf in Deutschland. Seit Mitte der Achtziger Jahre stellt er seine Werke sowohl in Portugal als auch im Ausland aus. Mit seinen Werken war der Bildhauer schon auf den wichtigsten Kunstausstellungen der Welt vertreten, 1995 auf der 46. Biennale in Venedig und 2004 auf der 26. Biennale in São Paulo. Seine Großplastiken befinden sich an zahlreichen öffentlichen Flächen in Portugal und im Ausland als Dauerausstellung. Zahlreiche Auszeichnungen erfuhr der Künstler mit seinem Werk, von denen beispielhaft das Stipendium Villa Waldberta, der Robert-Jacobsen-Preis der Stiftung Würth, der Portugiesische Nationalpreis, der Skulpturenpreis in Paris und der Große Preis von Spanien genannt seien.

Schwarz und schwer symbolisieren die Eisenkugeln von Rui Chafes zugleich die Last, aber auch die Schatten und die Leichtigkeit des Seins. Sie nehmen die Formen des Barock mit seinen Schwüngen und muschelförmigen Ornamenten auf und geben der Schwere des Eisens zugleich eine tröstende Leichtigkeit, indem er sie anscheinend federleicht schweben oder auf Bahnen scheinbar gleiten lässt. Seinen Großgebilden hat er als Kontrast zum harten, kalten Eisen poetische Titel gegeben. Die Skulptur "Langsamer Traum" ist eines dieser Werke. Sprache und Bildhauerei vereinen sich bei Rui Chafes zu einer Art Universalpoesie.

Spender, Sponsoren und Unterstützer:

Nur durch viele engagierte Unterstützer, Spender und Sponsoren konnte die Großplastik „Langsamer Traum“ von Rui Chafes gekauft, transportiert, positioniert und schließlich gefeiert werden. Besonderer Dank gilt Werner Rupp sowie der Oberfrankenstiftung, der Stiftung der Sparkasse Bamberg, der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg, den Stadtwerken Bamberg, der Stadtbau Bamberg und den Freunden des Weltkulturerbes, die sich immer wieder als große Förderer der Bamberger Kultur erweisen. Mit großem Engagement widmeten sich der Umsetzung und der Enthüllung der Großplastik die Mitarbeiter des Entsorgungs- und Baubetriebs, des Gartenamtes, des ETA Hoffmann Theaters und des Kulturamtes. Darüber hinaus gilt besonderer Dank Prof. Dr. Bernd Goldmann für sein Engagement als Kurator und beim Ankauf der Großplastik.