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ICE-Ausbauplanung:
Hintergrund

 

ICE-Ausbaustrecke Blick nach Süden
ICE-Ausbaustrecke Blick nach Süden

Der viergleisige Ausbau der Bahnstrecke auf der gesamten Länge im Stadtgebiet wird für Veränderungen in bislang unbekannter Qualität sorgen: Bis zu sechs Meter hohe Lärmschutzwände, Betriebsverlagerungen, Eingriffe in die Bausubstanz, Wasserschutzzonen sowie gärtnerische Nutzflächen. Beeinträchtigung des Welterbes und der städtebaulichen Qualität sind weitere Problemfelder, die größte Sorge der Anwohner höhere Lärmbelastungen infolge der Bahnplanungen.

In der November-Sitzung des Stadtrates (30.11.2011) stellte Reiner Gubitz von der DB ProjektBau GmbH den aktuellen Planungsstand des Projektes vor. Demnach geht die ICE-Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Ebensfeld 2017 in Betrieb. Spätestens dann soll auch zügig mit dem Ausbau in Bamberg begonnen werden und innerhalb von nur vier Jahren abgeschlossen sein. Vorrangig wird der Ausbau der Zollner-Unterführung gesehen. Für 2012 kündigte Gubitz eine umfangreiche Bürgerbeteiligung und -information an. Letzteres auch mit Unterstützung eines 3D-Modells, das die städtische Verkehrsplanung derzeit vorbereitet. Aufgrund der Komplexität des Themas soll die weitere Behandlung in den Fachsenaten des Bamberger Stadtrates erfolgen. 

Zahlreiche Konfliktfelder, aber auch Chancen

Erster anstehender Verfahrensschritt ist die Fortsetzung des Planfeststellungsverfahren für den viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke durch Bamberg nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG). Eingeleitet im Jahr 1994, ruht das Verfahren seit 1998. Was kommt damit auf die Stadt Bamberg zu? Welche Einflussmöglichkeiten hat man? Welche Auswirkungen, aber auch welche Kosten sind mit den Planungen für die Welterbestadt verbunden? Vieles davon lässt sich derzeit nur annähernd beantworten.

Die Chance: Das Verfahren befindet sich erst im Anfangstadium. Sicher erscheint aber bereits: Eine ablehnende Haltung der Stadt würde wenig bewirken – die Bahn einen Rechtsanspruch auf Durchsetzung ihrer Absichten. Ebenfalls deutlich wurde: Eine alternative Trassenführung oder Untertunnelung innerhalb des Stadtgebietes wird abgelehnt. Auf der anderen Seite stehen Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz (z.B. Fa. Wolf & Reißer, Lagerhalle Strickerstraße, Fa. Weyermann, Kleingartenanlage Gleisdreieck) bevor. Zudem kommt es zu massiven Veränderungen im Zuschnitt der Wasserschutzgebiete und damit auch zu weiteren Einschränkungen der gärtnerischen Nutzung auf wertvollen Anbauflächen. Seitens der Planer wurde die „Gestaltung und Höhe der Lärmschutzwand“ als wesentliches Bamberger Kriterium festgestellt.

Die Stadt Bamberg muss als Straßenbaulastträger zu den vier Unterführungen (Geisfelder Straße, Moosstraße, Zollnerstraße und Memmelsdorfer Straße), die umgebaut bzw. erneuert werden, ihre Forderungen vertreten. Nach einem noch festzulegenden Finanzierungsschlüssel beteiligt sich die Bahn an den Kosten. Weiterhin muss die Stadt Bamberg u.a. Aussagen zur Verkehrsfunktion der drei höhengleichen Bahnübergänge im Bereich Gleisdreieck treffen, deren Beseitigung bzw. Ersatz die DB AG fordert.

Während sich die Stadt hier unbedingt vor Einleitung der Planfeststellung äußern muss, um noch in den Plänen Berücksichtigung zu finden, ist eine Stellungnahme als Gebietskörperschaft zu den Planungen zu jeder Zeit möglich. Konkret wird es erst im Rahmen des Planfeststellungsverfahren. Wichtige offene Themen neben Wasserversorgung, Naturschutz, Lärm- und Erschütterungsschutz sind dabei die städtebauliche Einfügung sowie eine mögliche Beeinträchtigung des Stadtdenkmals bzw. des Welterbe (Sichtachsen). Weiterhin unklar ist derzeit die Berücksichtigung des S-Bahn-Haltepunkt Bamberg Süd, wie er von der Stadt gewünscht wird.

Die DB AG hat angekündigt, dass im Herbst diesen Jahres die Entwurfsplanung begonnen und das Planfeststellungsverfahren im 4. Quartal 2013 weitergeführt werden soll. Der Planfeststellungsbeschluss wird voraussichtlich Ende 2014 vorliegen, mit dem Baubeginn ist nach Vorliegen der Finanzierung ab 2017 zu rechnen.

Dabei wird im Wesentlichen auf die Planungen von 1994/96 zurückgegriffen. Die wichtigste bekannte und dabei bedeutsame Änderung der bisher bekannten Planungen ist, dass die DB AG die Gleise durch Bamberg für eine Entwurfsgeschwindigkeit von 200 km/h trassieren will (vorher 160 km/h). Was im Detail auf die Welterbestadt zukommt, wo Konfliktfelder bestehen, aber auch wo sich verkehrspolitische Perspektiven ergeben, werden wir im RathausJournal noch ausführlich vorstellen.

 

Fotomontage zur Situation an der Unterführung Geisfelder Straße – Der aktuelle Planungsstand sieht Beton-Lärmschutzwände nit einer Höhe von 2,0 bis 6,0 Meter entlang und zwischen den betroffenen Gleiskörpern. Von den erforderlichen 10.000 Meter wird etwa die Hälfte eine Höhe von 5,0 Meter erhalten. Zudem muss der Gleiskörper im Bereich der Geisfelder Straße und der Moosstraße um 0,70 bzw. 1,60 Meter angehoben werden.

 

Fotos/Fotomontagen: DB ProjektBau GmbH
Luftbild: Hajo Dietz Nürnberg Luftbild


 

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Deutsche Bahn AG:

Reiner Gubitz, DB ProjektBau GmbH (Betreuer des Projektabschnitts Bamberg)

Mail: Reiner.Gubitz@deutschebahn.com