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Kindertagespflege im Stadtjugendamt Bamberg

Seit dem Inkrafttreten des Bay. Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) am 01.08.2005 gilt ein einheitlicher Rechtsrahmen für alle Formen der Kindertagesbetreuung. Es wurden erstmals Qualitätsstandards gesetzlich verankert. Damit ist die Kindertagespflege eine gleichgestellte Form von Kinderbetreuung.

Im Stadtjugendamt Bamberg ist die Fachstelle Kindertagespflege die Anlauf- und Vermittlungsstelle sowohl für suchende Eltern als auch interessierte und bereits tätige Tagespflegepersonen. Ein interdisziplinäres Team von Dipl.-Sozialpädagogen und Dipl.-Verwaltungswirten ist zuständig für die Förderung der Kindertagestagespflege, Überprüfung und Qualifizierung von Tagespflegepersonen sowie Beratung zu allen Fragen und Anliegen rund um die Kindertagespflege.

Aufgaben und Beschreibung der Kindertagespflege

Kindertagespflege…

  • ist eine regelmäßige, stunden- bis tagesweise Betreuung von Kindern.
  • wird durch eine qualifizierte und genehmigte Tagespflegeperson ausgeübt.
  • findet in geeigneten Räumlichkeiten statt.
  • umfasst mindestens 10 Stunden wöchentlich pro Kind.
  • ist die maximale Betreuung von fünf Kindern gleichzeitig durch eine Tagespflegeperson.
  • wird vom Jugendamt unter bestimmten Voraussetzungen finanziell gefördert.

Aufgaben einer Kindertagespflegeperson

Tagespflegepersonen haben einen gesetzlich definierten Förderauftrag im Bereich der sozialen, emotionalen, geistigen und körperlichen Entwicklung der Kinder.

  • Individuelle Förderung der Kinder, je nach Alter, Entwicklungsstand, Lebenssituation, Interessen, Bedürfnissen, Herkunft und Fähigkeiten.
  • Gezielte Beobachtung der Kinder als Vorbereitung für individuelle Beschäftigungsangebote.
  • Einbeziehen der Kinder in den Familienalltag der Tagespflegeperson.
  • Aufbau einer Beziehung zu den Tagespflegekindern.
  • Je nach Betreuungszeit ist die Tagespflegeperson für die Versorgung und Pflege des Kindes zuständig.
  • Regelmäßiger Austausch zwischen Tagespflegeperson und Eltern über die Entwicklung und Bedürfnisse des Kindes.

Zu den Aufgaben einer Kindertagespflegeperson gehören nicht:

Beispiele:

  • Wahrnehmung von geplanten Arztbesuchen
  • Fahrservice z. B. zu Vereinstätigkeiten

Solche Sonderaufgaben können nach Bedarf, in Ausnahmefällen abgesprochen werden.

Weitere Informationen:

Kindertagespflege ist eine regelmäßige, stundenweise bis ganztägige Betreuung von Kindern durch eine Tagespflegeperson in geeigneten Räumlichkeiten. In der Regel erfolgt die Betreuung der Kinder im Haushalt der Tagespflegepersonen. In einer Tagespflegestelle betreut eine Tagespflegeperson maximal fünf gleichzeitig anwesende Kinder. Voraussetzung für die Tätigkeit als Tagespflegeperson ist eine ausreichende Qualifizierung und eine aktuelle Pflegeerlaubnis vom örtlich zuständigen Jugendamt.

Kindertagespflege bedeutet mehr als die Beaufsichtigung von Kindern, im Unterschied zu Nachbarschaftshilfe oder Babysitting. Per Gesetz hat eine Tagespflegeperson einen definierten Förderauftrag und ist verantwortlich für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern (siehe auch rechtliche Grundlagen).

Darüber hinaus sollen Tagespflegeperson Freude am Umgang mit Kindern mitbringen und sich gerne sowie ausdauernd mit ihnen beschäftigen wollen. Tagespflegepersonen bieten sich den Kindern als verlässliche Bindungsperson an und bauen eine Beziehung zu dem Kind auf. Sie beobachten die Tageskinder gezielt, um mit pädagogischen Angeboten die Entwicklung der Kinder zu unterstützen sowie auf deren Bedürfnisse individuell einzugehen. Die Tagespflegekinder sind meistens in den Familienalltag der Tagespflegepersonen integriert.

Die Räumlichkeiten der Tagespflegepersonen sollten so gestaltet sein, dass sich die Kinder in einer vertrauten Umgebung bewegen und entspannen können, jedoch auch die Sicherheit der Kinder berücksichtigen. Der lebendige und regelmäßige Austausch zwischen Tagespflegeperson und Eltern über die kindlichen Bedürfnisse und Erziehungsvorstellungen ist für eine gelingende Tagespflege essentiell.
Punkten kann die Tagespflege mit flexiblen Betreuungszeiten und Familiennähe, was vor allem für die Betreuung von kleinen Kindern und Schulkindern Vorteile mit sich bringt, deren Eltern keine tägliche Ganztagsbetreuung benötigen.

Betreuungsformen von Kindertagespflege

Kindertagespflege im Haushalt der/s Tagesmutter/-vaters

  • Pflegeerlaubnis notwendig
  • Mindestbuchungszeit pro Kind 10 Std./Woche
  • Betreuung von max. 5 Kindern gleichzeitig
  • Tagespflegeperson ist auf selbstständiger Basis tätig

Kindertagespflege im Haushalt der Eltern (Kinderfrau)

  • Arbeitet die Kinderfrau im Angestelltenverhältnis zu den Eltern, ist eine Pflegeerlaubnis keine gesetzliche Voraussetzung, aber für eine Vermittlung durch das Stadtjugendamt erforderlich.
  • Die Eltern sind der Kinderfrau weisungsbefugt.
  • Arbeitet die Kinderfrau auf selbstständiger Basis, ist eine Pflegeerlaubnis durch das Jugendamt notwendig.

Kindertagespflege in anderen Räumen (Großtagespflege)

  • Betreuung bis zu zehn Kinder gleichzeitig durch 2 Tagespflegepersonen
  • Ab dem neunten Kind ist eine pädagogische Ausbildung einer Tagespflegeperson notwendig
  • Mindestbuchungszeit beträgt 10 Std./Woche

Weitere Informationen

Kindertagespflege kann im Haushalt der Tagespflegeperson, im Haushalt der Eltern als sogenannte Kinderfrau oder in anderen geeigneten Räumen als sogenannte Großtagespflege stattfinden.

Kindertagespflege im Haushalt der Tagespflegeperson:

Dies ist die häufigste Form der Kindertagespflege im Stadtgebiet Bamberg. Die Kinder werden im Haushalt der Tagespflegeperson betreut. Für diese Art der Betreuung ist eine Pflegeerlaubnis durch das zuständige Jugendamt erforderlich. Es kann maximal die Betreuung von fünf Kindern gleichzeitig genehmigt werden. Die Mindestbuchungszeit für ein Kind beträgt 10 Stunden pro Woche. Die Betreuungskosten können unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag der Eltern vom Stadtjugendamt Bamberg gefördert werden (siehe auch unter rechtliche Grundlagen). Tagespflegepersonen dieser Betreuungsform sind immer selbstständig tätig.

Kindertagespflege im Haushalt der Eltern als sogenannte Kinderfrau:

Die Kinder werden im Haushalt der Eltern von der Kinderfrau betreut. Eine Pflegeerlaubnis des Jugendamtes ist hierfür erforderlich, wenn die Tagespflege durch das Jugendamt gefördert und vermittelt wird. Arbeitet die Kinderfrau in einem angestellten Arbeitsverhältnis für die Eltern, so sind die Eltern der Kinderfrau gegenüber weisungsbefugt.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Betreuung und Förderung der Kinder, nicht in Haushaltsaufgaben. Das Anstellungsverhältnis kann als „Minijob“, „Midijob“ oder im Rahmen einer gewöhnlichen Festanstellung durch die Eltern als Arbeitgeber erfolgen. Kinderfrauen müssen durch Ihren Arbeitgeber beim Gemeindeunfallversicherungsverband GUV (Tel. 089-36093440, www.kuvb.de ) versichert werden. Die Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung sind hier allein vom Arbeitgeber zu tragen.

Kindertagespflege in geeigneten Räumen als sogenannte Großtagespflege:

Eine interessante Form der Kinderbetreuung zwischen Tagespflege und Krippe ist die Großtagespflegestelle. Die Betreuung von bis zu 10 Kindern gleichzeitig durch zwei qualifizierte Tagesmütter in angemieteten Räumen wird durch das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) ermöglicht. Die Mindestbuchungszeit beträgt in den Großtagespflegstellen 10 Stunden pro Woche. Die Betreuungszeiten können wie bei der Tagespflegeperson in der Regel sehr individuell gestaltet sein. Ab dem neunten zu betreuenden Kind muss eine Person als ausgebildete pädagogische Fachkraft qualifiziert sein (z.B. Erzieherin, Sozialpädagogin).


Kindertagespflege: Formulare und Vordrucke

Kontaktdaten der Kindertagespflege

Beratung und Vermittlung

Telefon: 0951 87-1564
Fax: 0951 87-1962
Raum: 114
Kontaktformular über Bayern-ID
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Telefon: 0951 87-1482
Fax: 0951 87-1962
Raum: 114
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Sachgebietsleitung

Telefon: 0951 87-1533
Fax: 0951 87-1962
Raum: 111
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Rechtliche Grundlagen der Kindertagespflege

Rechtsgrundlagen:

Definition Kindertagespflege:

§ 22 Abs. 1-3 SGB VIII u. Art.2 und 16 BayKiBiG

Pflegeerlaubnis:

§ 43 SGB VIII

Förderung in der Kindertagespflege:

§ 23 Abs. 1 und 2 SGB VIII und Art. 20 Nr. 5 BayKiBiG

Weitere Informationen:

Die Rechtsgrundlagen zur Kindertagespflege sind insbesondere im Tagesbetreuungsausbaugesetz TAG, Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz KICK, Kinderförderungsgesetz KiföG, und dem Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) verankert. Auf Länderebene findet darüber hinaus das Bayerische Kinderbildungs- und betreuungsgesetz (BayKiBiG) Anwendung.

Die Definition der Kindertagespflege ergibt sich aus § 22 Abs. 1 - 3 SGB VIII und aus Art. 2 und 16 BayKiBiG. Danach ist Kindertagespflege die Bildung, Erziehung und Betreuung eines Kindes von durchschnittlich mind. 10 Stunden wöchentlich durch eine geeignete Tagespflegeperson im Rahmen der beschriebenen drei Betreuungsformen.

Ziel ist die Förderung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Der Förderauftrag bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Die Förderung des Kindes soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, an der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.

Nach § 43 SGB VIII braucht jede Tagespflegeperson eine Pflegeerlaubnis (auch bei Verwandtschaft zum Kind), wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Betreuung von Kindern außerhalb des Elternhauses
  • mehr als 15 Stunden wöchentlich (ein Kind oder mehrere Kinder, es zählt die Arbeitzeit der Tagespflegeperson)
  • gegen Entgelt
  • länger als 3 Monate

Die Erlaubnis befugt zur Betreuung von max. 5 Kindern gleichzeitig und ist auf 5 Jahre befristet.

Voraussetzungen für das Erhalten einer Pflegeerlaubnis sind:

  • Angebot der Tagespflege mindestens 10 Stunden wöchentlich pro Kind
  • Persönliche Eignung
  • Fachliche Eignung
  • Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen: Grundkurs, Aufbaukurs. Bei bereits erfolgreich absolvierter pädagogischer Ausbildung, wie z. B. Kinderpflegerin oder Erzieherin ist die Teilnahme an den Kursen freiwillig.
  • Zusammenarbeit mit einem Modell der Ersatzbetreuung
  • Teilnahme an jährlichen Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von min. 15 Stunden à 45 Minuten
  • Erfüllung der lebensmittelhygienischen Anforderungen in der Kindertagespflege (Meldung beim Ordnungsamt/Lebensmittelüberwachung und Gesundheitsbelehrung im Gesundheitsamt)
  • Zulassen von unangemeldeten Kontrollen durch das Jugendamt
  • Vermittlung durch das Jugendamt
  • Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Eltern, anderen Tagesmüttern und dem Jugendamt
  • Geeignete kindgerechte Räumlichkeiten


Gemäß § 23 Abs. 1 und 2 SGB VIII und Art. 20 Nr. 5 BayKiBiG umfasst die Förderung in der Kindertagespflege

  • die weitere Qualifizierung der Tagespflegeperson,
  • die Vermittlung des Kindes zu einer geeigneten Tagespflegeperson,
  • deren fachliche Begleitung
  • die Gewährung einer laufenden Geldleistung:
    Pflegegeldpauschale, Qualifizierungszuschlag von 20%; Bonuszahlung bei Zuzahlungsverzicht, Unfallversicherungsbeitrag; Zuschuss zur Rentenversicherung; Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung.

 

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