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06.03.2018

Standhaft | Vom Statussymbol zur Rarität - 25.02. bis 14.10.2018

Taschenuhrständer aus der Sammlung Popp

Taschenuhrständer, Bergère im Rokokostil, Frankreich, 2. Hälfte 19. Jahrhundert (Foto: Monika Meinhardt / Museen der Stadt Bamberg)

Dem digital mobilen Menschen genügt ein Blick auf das Smartphone oder die Armbanduhr, wenn er wissen will, wie spät es ist. Taschenuhren sind nur mehr Sammlerstücke. Sie wirken auf uns heute merkwürdig umständlich mit dem ganzen Zubehör, das man früher um sie herum gebrauchte, den Uhrketten, Uhrenschlüsseln, Schmuckgehäusen und den Taschenuhrständern, denen sich diese Ausstellung widmet. All diese aufwendig gearbeiteten Gegenstände sollten die Taschenuhr aufwerten, den Blick auf sie ziehen und ihre Kostbarkeit unterstreichen. Der besondere Reiz dieser kleinen Zweckobjekte liegt sowohl in der Material- als auch in der Formenvielfalt. Ein Sammler aus Bamberg trug diese Kostbarkeiten zusammen, die bis 14. Oktober 2018 im Rahmen der Sonderausstellung „Standhaft. Vom Statussymbol zur Rarität“ in der Sammlung Ludwig Bamberg im Alten Rathaus erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dies ist gleichzeitig die erste Ausstellung dieser Art im deutschsprachigen Raum.

Der Taschenuhrständer war der Platz, an dem man seine Taschenuhr aufhob, wenn sie nicht getragen wurde. Er schützte sie vor dem Herunterfallen und hielt sie in der aufrechten Position, so dass man nach dem Ablegen der Taschenuhr immer noch bequem die Zeit ablesen konnte. Außerdem vermied man durch die senkrechte Aufstellung, dass die Uhr ungenau ging. Mit dem praktischen verband sich der dekorative und repräsentative Zweck. Der stolze Besitzer konnte seine Uhr vorzeigen, der Taschenuhrständer bildete den Schmuckrahmen, der die Uhr aufwerten sollte.

Ein exotisches Sammelgebiet

Die goldene Taschenuhr des Großvaters wurde meist in Ehren gehalten, vererbt und in der Familie gehütet, den Uhrenständer als dienendes Zubehör hat man eher mal ausrangiert, wenn er aus der Mode gekommen war. Sammlungen von Taschenuhren gibt es denn auch häufiger, als solche von Taschenuhrständern. Für dieses eher exotische Sammelgebiet hat sich Dr. Johann Popp (1948 – 2017) aus Bamberg begeistert. Anstoß dazu gab ihm ein Taschenuhrständer, den er vom Großvater seiner Frau geschenkt bekam. Wie so oft stand anfänglich das Staunen über ein unbekanntes Objekt, daran entzündete sich die Neugierde auf ein ungewöhnliches Themenfeld und diese mündete schließlich in eine Sammelleidenschaft, die über viele Jahre beharrlich das Feld der Taschenuhr-ständer erschloss. Die Sammlung Popp umfasst heute über 500 Objekte in allen denkbaren Materialien und einer großen Vielfalt an Formen. In der Zusammenschau erschließt sich nun der besondere Reiz dieser kleinen, einst als Zweckobjekte entstandenen Kunstwerke.

Wann und wie lange verwendete man Taschenuhrständer?

Die Verwendung von Taschenuhren führte zum Gebrauch von Taschenuhrständern. Bekannt wurden diese gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Ab Mitte des 18. Jh. wurden Taschenuhren durch arbeitsteilige Herstellung billiger und für einen größeren Personenkreis erschwinglich, damit stieg auch der Bedarf an Taschenuhrständern. Dieser endete mit der Einführung der Armbanduhr Anfang des 20. Jahrhunderts, womit die Taschenuhr außer Mode kam. Dementsprechend stammen die meisten Taschenuhrständer aus dem 19. Jahrhundert. Zu sehen sind diese kleinen Kostbarkeiten dienstags bis sonntags u. feiertags sowie Montag, den 30.4.2018 von 10 bis 16.30 Uhr. Mehr Info unter www.museum.bamberg.de

Auskünfte zum Thema:

Sammlung Ludwig im Alten Rathaus
MUSEEN DER STADT BAMBERG
Dr. Regina Hanemann
Obere Brücke 1
96047 Bamberg

Detailinformationen

Telefon (Kasse): 0951 87-1871
Telefon (Verwaltung): 0951 87-1142
Fax: 0951 87-1464
Kontaktformular
Internet: www.museum.bamberg.de

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