Hilfsnavigation

ARENA 4

Arena 4 in der Graf Stauffenberg-Schule

Das Thema der ARENA 4 zur Bamberger Konversion zog die Menschen an. Die Aula der Graf-Stauffenberg-Schule war fast bis auf den letzten Platz besetzt, als es hieß: „Stadtverträgliche Konversion – wie viel Dynamik hat die Stadt?“ Im Mittelpunkt standen das Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEK) und das Thema Wohnen. „Im Augenblick sind noch alle Entscheidungen offen“, betonte Prof. Klaus Selle zur Begrüßung. Noch befinde sich das Gebiet im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, BImA. Ziel der nächsten Monate sei es nun einen entscheidungsfähigen Handlungsrahmen zu schaffen.

Als nächsten großen Schritt kündigte Selle den städtebaulichen Wettbewerb an, der im Herbst seinen Anfang finden soll. Sechs Planungsbüros oder -Teams sollen aufgefordert werden Ihre Ideen für das Konversionsgelände zu formulieren. „Die Diskussion soll durch mehr Konzepte vorangetrieben und bereichert werden.“ Im September finden drei Werkstatttage statt, an welchen Bürger teilnehmen können um mit den Planern ins Gespräch zu kommen.

Im Anschluss gab Prof. Kunibert Wachten vom Architekturbüro Scheuvens und Wachten, einen Überblick zum Stand des städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Viele Bürgeranregungen fänden sich darin wieder, bekräftigte er. Bamberg bescheinigte er exzellente Chancen. Bamberg sei nicht nur eine enorm attraktive Stadt mit vielen Qualitäten, sondern habe auch alle Chancen für ein moderates Wachstum. Dies sei auch zur dauerhaften Sicherung der städtischen Infrastruktureinrichtungen notwendig.

Bisher habe es eine Wachstumsperspektive nur über „Krümel“-Flächen im Stadtgebiet gegeben. „Die Konversionsfläche bietet die Chance kompakt zu wachsen und ist zudem Motor für die städtebauliche Verbesserung des Bamberger Ostens“, so Wachten. Als Hauptthemen habe man im Städtebaulichen Entwicklungskonzept die Verbesserung der stadträumlichen Verknüpfungen, den Aus- und Aufbau attraktiver Grünverbindungen und die Stärkung von Kristallisationspunkten wie Plätze, Grünanlagen oder rings um Kirchen definiert.

„Die Konversion beginnt schon an der Bahnlinie.“ Derzeit schneide nicht nur die Bahnlinie, sondern auch der Berliner Ring die Stadt regelrecht in zwei Teile. Als Achse und Rückgrat der Konversion und als mögliches grünes Band, böte sich als allererstes die Zollnerstraße an, ist sich Wachten sicher. „Doch auch der Berliner Ring bedarf einer stärkeren Aufwertung und Einbindung in die Stadtstrukturen, ohne dass es zu einer Änderung der Verkehrsbedeutung komme“.

Bei Entwicklung neuer Stadtquartiere, sei es wichtig ein Gebiet zu schaffen, dass „seine Zeit übersteht. Wir brauchen dazu eine qualitativ hochwertige Stadtplanung als Grundlage für eine nachfolgende, hohe Bauqualität.“
Städtebaulicher „Einheitsbrei“ wäre eine „vertane Chance“.

Wieviel Masse verträgt die Stadt: Die Stadt Bamberg möchte, entgegen dem demografischen Trend, moderat um rund 5.000 Personen auf etwa 76.000 Einwohner wachsen. Derzeit befinden sich etwa 2.500 Gesamtwohneinheiten auf dem Gelände. Die Stadt Bamberg wächst demgegenüber im langjährigen Mittel bislang lediglich um rund 250 Wohneinheiten pro Jahr. Es würde also mindestens 10 Jahre dauern, das Gelände vollständig zu besiedeln. Denn: Zum einen könne man gerade einen vorläufigen Höhepunkt in der Wohnnachfrage erleben. Zum anderen wird sich das Wachstum der Stadt nicht nur auf dem Kasernengelände abbilden. Die Konversionsfläche bietet aber die historische Chance, mittelfristig das gesteckte Ziel zu erreichen. Allerdings kommen nicht alle neuen Bürgerinnen und Bürger gleich zu Beginn der Konversion, sondern siedeln sich nur über einen längeren Zeitraum in einem neu zu schaffenden Stadtteil an.

Wie soll daher der Umgang mit dem Bestand unter dem Eindruck eines teilweise auch längeren Leerstandes gestaltet werden? Ziel der Stadt ist eine schrittweise Besiedelung des Geländes, die auch Reaktionsmöglichkeiten auf künftige, aktuell nicht vorhersehbare, Entwicklungen von vornherein mit einbezieht. Die Konversion wird sich nach den Erfahrungen anderer Konversionskommunen auf einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren erstrecken. Niemand kann heute mit der notwendigen Sicherheit vorhersagen, welche Bedürfnisse die Menschen in 10 oder 15 Jahren haben werden. Diesen Umstand gilt es bei allen Planungen zu berücksichtigen. Dabei müssen grundsätzliche Leitideen und -vorstellungen definiert, gleichzeitig aber planungsrechtliche Festlegungen möglichst offen und wandelbar gehalten werden. Dies bedeutet, die vorhandenen Flächen und den vorhandenen Bestand genau zu prüfen und Schwerpunkte für die künftige Entwicklung zu definieren, wie sie grundlegend im Städtebaulichen Entwicklungskonzept für die Stadt Bamberg vorgesehen werden.

Unverständnis gab es in der Diskussion mit anwesenden Bürgern für die planerische Idee, einen Teil des Wohnungsbestandes langfristig in eine Grünfläche umzuwandeln, während anderswo Menschen händeringend eine Wohnung suchen würden. Auch die angespannte Situation im Bereich der Studentenwohnungen könne so gut gelöst werden.
Heiner Kemmer, Geschäftsführer der Stadtbau GmbH griff dies auf und betonte, dass die Stadt aus eben diesem Grund die Initiative ergriffen habe und rund 100 Wohnungen der Pines Area sozusagen für einen „Bedarfs-Test“ nutzen will. „Das Gebiet liegt am Rande des Konversionsgeländes, ist von außen erschließbar, für die Bewohner drohen keine jahrelangen Leerstände in der Nachbarschaft oder endlose Baustellen“, schildert Kemmer die Vorteile. Derzeit sei die Interessenliste voll, doch Kemmer forderte alle Anwesenden dazu auf, sich bei Interesse zu melden. An nächster Stelle stünden nun die Verhandlungen mit der BImA.

Denn einfach auf Verdacht könne niemand die Wohnungen auf dem Konversionsgelände erwerben. Eine Wohnung würde in jedem Jahr Leerstand Kosten zwischen 1.500 und 2.500 € verursachen. Dies würde für alle Wohnungen zusammengenommen bereits im ersten Jahr rund 3,8 Mio. € bedeuten. Eine sofortige Nutzung aller 2.500 Wohnungen des Kasernenareals durch interessierte Mieterinnen und Mieter sei unrealistisch. Und selbst wenn, stünden dann im Gegenzug anderswo im Stadtgebiet diese 2.500 Wohnungen leer, so der Leiter des Konversionsamts Harald Lang, da die Menschen nicht „über Nacht“ von außerhalb zuziehen werden. Dies führe dann anderswo im Stadtgebiet unweigerlich zu Problemen. „Eine Konversion muss demografisch, sozial und baulich wohlüberlegt geplant werden.“

Die nächsten öffentlichen Veranstaltungen zur Konversion sind Anfang Juli das Fachforum Kunst & Kultur und vom 08. bis 10. September die Vorstellung der Planungsteams und der Einstieg in den städtebaulichen Wettbewerb.

 

 Arena 4 - Folienpräsentation zum 13.05.2014

Videozusammenfassung

 

Kurzfassung

Langfassung

Auskünfte zum Thema:

Frau Ulrike Siebenhaar
Bürgermeisteramt
Pressestelle / Öffentlichkeitsarbeit
Leitung Pressestelle
Maximiliansplatz 3
96047 Bamberg

Telefon : 0951 87-1821
Fax : 0951 87-1960
Kontaktformular
E-Mail
Raum : 317

 

Drucken | Zurück