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Die Arena der Zahlen: 8. Arena beschäftigte sich mit den Kosten

Stadt Bamberg, Arena 8 - 9. Juli 2015

Welche Kosten entstehen eigentlich bei der Entwicklung einer Konversion und was bleibt unterm Strich? Nachdem in den bisherigen ARENEN mit der Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes (SEK) für den Bamberger Osten, dem planerischen Wettbewerb und dem gerade vom Konversionssenat beschlossenen Rahmenplan planerische Überlegungen zum Konversionsgelände im Fokus standen, richtete die Arena 8 den Blick nun auf die etwas spröde Materie der Zahlen.

Da der Kaufpreis, den die BImA von der Stadt verlangen wird, noch nicht feststeht, konnte natürlich noch keine exakte immobilienwirtschaftliche Berechnung aufgestellt werden. Es ging vielmehr darum, die Prinzipien zur Finanzierung einer Konversion zu erörtern. Hierzu berichtete Dr. Dieter Kraemer, InWIS Forschung & Beratung GmbH aus Bochum, im Foyer der Graf-Stauffenberg-Schule am 09. Juli 2015 den rund 80 interessierten Bambergerinnen und Bambergern von seinen langjährigen Erfahrungen in der Immobilienwirtschaft. Anhand pragmatischer Rechenmodelle verdeutliche er, wie schnell aus einer scheinbar profitablen Projektentwicklung ein Zuschussgeschäft wird, wenn etwa zusätzliche Altlasten ins Spiel kommen. Aber auch eigene Qualitätsvorstellungen seien von vorn herein in die Rechenmodelle zu integrieren. So zeigte Kraemer auf, wie sich beispielsweise eine Reduzierung der Bebauungsdichte zugunsten von öffentlichen Freiräumen in den Zahlen niederschlagen kann. Einige Bochumer Beispiele verdeutlichten außerdem die vielfältigen Optionen zur Quartiersentwicklung: angefangen bei einfachen Sanierungen, über umfangreiche Bestandserneuerungen bis hin zum Neubau.
Im Anschluss an den Vortrag erörterte dann ein von Prof. Dr. Klaus Selle moderiertes Bamberger Podium, mögliche Folgerungen in und für Bamberg. In dem Gespräch bekannten sich alle Podiumsteilnehmer dazu, das Gelände „so schnell wie möglich“ entwickeln zu wollen. Gleichzeitig müsse jedoch ein hoher Qualitätsstandard gewährleistet werden. Christian Hinterstein (Referent für Zentrale Steuerung, Personalwesen und Konversionsmanagement der Stadt Bamberg) berichtet aus seiner Funktion als Vorsitzender des Arbeitskreises „Militärkonversion“ im Bayerischen Städtetag, dass die zeitlichen Abfolgen von Stadt zu Stadt sehr verschieden sind. Bamberg habe für die ersten Pioniernutzungen der Pines Area und der High School angesichts der vielen Informationslücken schon einen ambitionierten Zeitplan.

Um in der Pines Area wirklich schadstofffreie Wohnungen anbieten zu können, musste die Stadtbau GmbH für die Gebäude zunächst umfangreiche Gutachten erstellen, berichtet Gert Papke (Architekt der Stadtbau GmbH). Monika Maucher von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erklärt, dass auch für eine Nachnutzung der High School erst eine solide Informationsgrundlage geschaffen werden musste. Martin Ammermann und Klaus Weidner, Vertreter der Montessori-Schule, die demnächst in die ehemalige High School einziehen soll, berichteten, wie schwierig es sei, den Bestand wirtschaftlich zu nutzen. Die Klassenzimmer seien eigentlich zu groß und der Energieverbrauch viel zu hoch. Doch inzwischen sei für die zwei Pilotprojekte die nötige Informationsbasis geschaffen, so dass beide Projekte die Chance haben, noch in diesem Jahr umgesetzt werden zu können.
Insbesondere die neue Schulnutzung stelle eine große Chance dar, nicht nur neuen Wohnraum zu schaffen, sondern auch die Entwicklung neuer Quartiere mit Arbeitsplätzen und sozialen und kulturellen Einrichtungen vorzubereiten. Die Entstehung von lebendigen Stadtquartieren in einem Bamberger Maßstab sei das erklärte Ziel, so Harald Lang, Leiter des Amtes für Strategische Entwicklung und Konversionsmanagement der Stadt Bamberg. Roland Huber (Drees & Sommer) erläutert, dass hierzu beispielsweise die Gründung einer eigenen Stadtentwicklungsgesellschaft sinnvoll sei. Dr. Kraemer konnte dem nur beipflichten, da dies die Voraussetzung für eine effiziente und zielorientierte Prozesssteuerung und Qualitätssicherung sei.

Die Grundlage für die Konversionsentwicklung stellt der gerade vom Konversionssenat beschlossene Rahmenplan (Zielkonzept 2035) dar, der in der Arena abschließend noch einmal dargestellt wurde. Der Plan speist sich aus einem langen und umfangreichen Prozess, an dem Politik und Verwaltung, externe Experten, die Bamberger Fachöffentlichkeit sowie die Bürgerschaft gleichermaßen mitgewirkt haben.

In der nächsten Arena soll genau dieses Engagement der Bambergerinnen und Bamberger dann im Fokus stehen, wenn Bürgerinnen und Bürger eigene Ideen- und Projekte vorstellen.

Auskünfte zum Thema:

Strategische Entwicklung und Konversionsmanagement (Amt 15)
Maximiliansplatz 3
96047 Bamberg

Telefon : 0951 / 87-1040
Kontaktformular
Raum : 2. OG / 206

 

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