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Rechtliche Grundlagen der Kindertagespflege

Rechtsgrundlagen:


Definition Kindertagespflege:

§ 22 Abs. 1-3 SGB VIII u. Art.2 und 16 BayKiBiG

Pflegeerlaubnis:

§ 43 SGB VIII

Förderung in der Kindertagespflege:

§ 23 Abs. 1 und 2 SGB VIII und Art. 20 Nr. 5 BayKiBiG

Weitere Informationen:

Die Rechtsgrundlagen zur Kindertagespflege sind insbesondere im Tagesbetreuungsausbaugesetz TAG, Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz KICK, Kinderförderungsgesetz KiföG, und dem Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) verankert. Auf Länderebene findet darüber hinaus das Bayerische Kinderbildungs- und betreuungsgesetz (BayKiBiG) Anwendung.

Die Definition der Kindertagespflege ergibt sich aus § 22 Abs. 1 - 3 SGB VIII und aus Art. 2 und 16 BayKiBiG. Danach ist Kindertagespflege die Bildung, Erziehung und Betreuung eines Kindes von durchschnittlich mind. 10 Stunden wöchentlich durch eine geeignete Tagespflegeperson im Rahmen der beschriebenen drei Betreuungsformen.

Ziel ist die Förderung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Der Förderauftrag bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Die Förderung des Kindes soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, an der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.

Nach § 43 SGB VIII braucht jede Tagespflegeperson eine Pflegeerlaubnis (auch bei Verwandtschaft zum Kind), wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Betreuung von Kindern außerhalb des Elternhauses
  • mehr als 15 Stunden wöchentlich (ein Kind oder mehrere Kinder, es zählt die Arbeitzeit der Tagespflegeperson)
  • gegen Entgelt
  • länger als 3 Monate

Die Erlaubnis befugt zur Betreuung von max. 5 Kindern gleichzeitig und ist auf 5 Jahre befristet.

Voraussetzungen für das Erhalten einer Pflegeerlaubnis sind:

  • Angebot der Tagespflege mindestens 10 Stunden wöchentlich pro Kind
  • Persönliche Eignung
  • Fachliche Eignung
  • Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen: Grundkurs, Aufbaukurs. Bei bereits erfolgreich absolvierter pädagogischer Ausbildung, wie z. B. Kinderpflegerin oder Erzieherin ist die Teilnahme an den Kursen freiwillig.
  • Zusammenarbeit mit einem Modell der Ersatzbetreuung
  • Teilnahme an jährlichen Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von min. 15 Stunden à 45 Minuten
  • Erfüllung der lebensmittelhygienischen Anforderungen in der Kindertagespflege (Meldung beim Ordnungsamt/Lebensmittelüberwachung und Gesundheitsbelehrung im Gesundheitsamt)
  • Zulassen von unangemeldeten Kontrollen durch das Jugendamt
  • Vermittlung durch das Jugendamt
  • Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Eltern, anderen Tagesmüttern und dem Jugendamt
  • Geeignete kindgerechte Räumlichkeiten

Gemäß § 23 Abs. 1 und 2 SGB VIII und Art. 20 Nr. 5 BayKiBiG umfasst die Förderung in der Kindertagespflege

  • die weitere Qualifizierung der Tagespflegeperson,
  • die Vermittlung des Kindes zu einer geeigneten Tagespflegeperson,
  • deren fachliche Begleitung
  • die Gewährung einer laufenden Geldleistung:
    Pflegegeldpauschale, Qualifizierungszuschlag von 20%; Bonuszahlung bei Zuzahlungsverzicht, Unfallversicherungsbeitrag; Zuschuss zur Rentenversicherung; Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung.
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