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FAQ

Tag der offenen Tür : Mitarbeiter Daniel Waldhoff erläutert Luftbildaufnahmen vom Konversionsgelände

Das Thema Konversion rückt immer mehr in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. Auf unseren Bürgerveranstaltungen, wie den ARENEN oder Fachforen, stellen die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig zahlreiche Fragen rund um das Thema Konversion an das Konversionsteam. 

Wir haben die wichtigsten Fragen und ihre Antworten hier für Sie zusammengestellt:

Was bedeutet Konversion?

Der Begriff Konversion steht allgemein für die Nutzungsänderung von Flächen und Gebäuden. Die Landesgartenschau Bamberg 2012 auf der ERBA war beispielsweise eine Konversion ehemals industriell genutzter Flächen. In Bamberg bezieht sich die aktuelle Konversion auf die Entwicklung der Areale, die die US-Army nach ihrem Abzug im September 2014 zurückgelassen hat. Es geht dabei um die Überführung ehemals militärisch genutzter Flächen in eine so genannte zivile Nachnutzung.

Wer ist Eigentümer der freiwerdenden US-Flächen?

Eigentümerin der Flächen ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Sie ist die zuständige Behörde für die Vermarktung der Flächen. Die Stadt Bamberg beabsichtigt, die Flächen zu erwerben. Damit ist gewährleistet, dass die Stadt über die kommunale Planungshoheit alle Steuerungsmöglichkeiten wirkungsvoll nutzen kann. Sie hat es dann selbst in der Hand, einzelne Flächen an geeignete Interessenten weiter zu veräußern.

Gibt es bereits jetzt schon einen Überblick über die Altlasten?

Ein erstes Ergebnis liegt hier bereits vor: Die Stadt Bamberg verfolgt bekanntlich das Ziel, die gesamte Fläche von der BImA zu erwerben. In einem ersten Schritt soll dabei die ehemalige Pines-Housing-Area durch die Stadtbau GmbH Bamberg möglichst rasch von der BImA gekauft und dem lokalen Mietwohnungsmarkt zur Verfügung gestellt werden. Ausdiesem Grund hat das Staatliche Bauamt Bamberg am 17.11.2014 das Prüfinstitut LGA mit der Schadstofferkundung der acht Gebäude der Pines Housing Area beauftragt.

Ergebnis: Die vermutlich zwischen 1950 und 1955 errichteten Gebäude wurden zwischen 2000 und 2004 umfangreich saniert. Der vorgefundene schwarze Parkettkleber ist aber stark teerhaltig und damit mit sogenannten PAK-Stoffen durchsetzt. Daher sei ein vollständiges Entfernen des Parketts einschließlich Kleber und unterlagernder Fasermatten zwingend erforderlich. Insbesondere müssten auch alle Kleberanhaftungen vom Estrich entfernt werden. Zudem empfiehlt die LGA eine weitergehende Untersuchung auf Asbestfasern.

Weiterhin kommt sie zu dem Ergebnis, dass vor allem der überwiegend nicht renovierte Bereich im Dachgeschoss sowie im Keller hohe DDT- bzw. Schwermetall-Gehalte im Wandputz aufweist. Dichlordiphenyltrichlorethan, abgekürzt DDT, ist ein Insektizid, das von Anfang der 1940er Jahre bis Mitte der 1960er Jahre als Kontaktgift und zur Schädlingsvermeidung in Wohnräumen eingesetzt wurde. DDT geriet unter Verdacht, beim Menschen Krebs auslösen zu können. Aus diesen Gründen wurde die Verwendung von DDT von den meisten westlichen Industrieländern in den 1970er-Jahren verboten.
Für die vorgesehene künftige Wohnnutzung ist nach Ansicht der LGA eine differenzierte Betrachtung und bei Bedarf vollständige Entkernung der Wohnräume erforderlich. Der Gutachter empfiehlt dabei die Entfernung von Parkett und Kleber, aller Wandputze und Farben, von Profilhölzern in Aufenthaltsräumen, Asbestzementplatten in den Küchen sowie im Spitzboden den Austausch der Asbestzementlüftungsrohre, der Rohr- und Behälterisolierungen sowie der losen Mineralwolle in den Decken.

Zudem gibt es noch viele ungelöste Fragestellungen zu den Themen Schall- und Brandschutz sowie Barrierefreiheit.

Auf Basis dieser Ergebnisse muss nun durch die BImA ein Sanierungskonzept erstellt werden und diese in einen Zeitplan zur Beseitigung eingearbeitet werden. Ziel der Stadt Bamberg ist die Übernahme der dann schadstofffreien Pines-Housing durch die Stadtbau GmbH zum 01.07.2015.

Wer entscheidet eigentlich, was auf dem Gelände geschieht?

Die Stadt Bamberg ist Trägerin der Planungshoheit und kann daher über Bebauungspläne die künftige Nutzung festlegen. Für den Fall, dass die Stadt Bamberg das Gelände erwirbt, was erklärtes Ziel ist, entscheidet die Stadt auch über die künftige Eigentumsverteilung. In einem ersten Schritt wurde das Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEK) fortgeschrieben, welches Rahmenbedingungen für eine mögliche städtebauliche Entwicklung im Bamberger Osten aufzeigt, d. h. es wurden die Flächen für Wohnen, Gewerbe, Sport und Landschaft planerisch erfasst. Dieses SEK wurde vom Stadtrat beschlossen. Mit dem Abschluss des dialogorientierten planerischen Wettbewerbs für das Kasernenareal (von September 2014 bis Februar 2015) wurden nun die Parameter für den so genannten Rahmenplan festgelegt, der Grundlage für die weiteren Verhandlungen mit der BImA sein wird. Dieser Rahmenplan wird derzeit vom Amt für Strategische Entwicklung und Konversionsmanagement erarbeitet und soll Mitte dieses Jahres dem Bamberger Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden.  

 

Wie kann ich mich in den Konversionsprozess einbringen?

Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist ein wesentliches Element im Planungsprozess. Daher kann die Bürgerschaft auf unterschiedliche Art und Weise ihre Anregungen und Vorstellungen einbringen – sei es in den großen sogenannten ARENEN oder aber auch im Rahmen der thematisch bezogenen Fachforen. Darüber hin aus finden Workshops, Exkursionen und diverse Veranstaltungsreihen statt, in denen die Bürgerschaft ihre Ideen einbringen können. Die Fachplaner greifen im fortlaufenden Prozess immer wieder diese Ideen auf und lassen sie in ihre Arbeit mit einfließen. So entstehen im Wechselspiel mit dem Stadtrat und dem Bürgerdialog konkrete Entwicklungsoptionen und Planungen als Grundlage für die spätere konkrete Umsetzung.

Kann ich eine Wohnung oder ein Grundstück kaufen?

Prinzipiell natürlich schon. Dies wird allerdings erst dann möglich sein, wenn endgültig feststeht, was wann wo auf dem Gelände geplant ist – unabhängig davon, ob das Gelände im Besitz der BImA bleibt oder die Stadt Bamberg Eigentümerin wird. Bis es so weit ist, werden voraussichtlich noch mindestens zwei Jahre ins Land ziehen. Allerdings werden die Häuser der sogenannten NATO-Siedlung links der Pödeldorfer Straße schon ab dem September 2014 an ihre – heute schon deutschen – Eigentümer zurückgegeben und sind dann wieder frei zugänglich. Angebote zu Miete und Kauf dieser 187 Wohneinheiten werden heute schon auf dem privaten Wohnungsmarkt gehandelt. Die NATO-Siedlung ist damit eine Art Insel im Kasernenareal!

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