Seiteninhalt

Gleichstellung im Berufsleben

Der Abbau bestehender Benachteiligungen von Frauen im Berufsleben ist seit Jahren ein Arbeitsschwerpunkt der Gleichstellungsstelle.

Denn im Erwerbsleben unterscheiden sich Frauen und Männer auch heute noch deutlich voneinander. Obwohl Bildungschancen von Mädchen und Frauen besser geworden sind und deren Bildungsergebnisse sich sehr gut sehen lassen können, so ist vor allem das weibliche Geschlecht von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt betroffen – mit Auswirkungen bis hin zur Rente.

Trotz guter Qualifikationen und einer zunehmenden Zahl erwerbstätiger Frauen befinden sich Frauen deutlich seltener in Führungspositionen als Männer, verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer und sind häufiger nicht qualifikationsangemessen beschäftigt. Gründe für diese Unterschiede sind vielfach Vorurteile oder veraltete Strukturen. Außerdem sind es in der Regel die Mütter, die die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsleben organisieren müssen, während Männer - vielfach entgegen ihrer Wünsche - im Bereich der Familienarbeit und Kindererziehung wenig präsent sind.

Um die Chancen auf eine gerechtere Verwirklichung im Erwerbsleben zwischen Männern und Frauen zu erhöhen, widmet sich die Gleichstellungsstelle der Stadt Bamberg insbesondere den Handlungsfeldern Lohngleichheit, Wiedereinstieg in den Beruf und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Neben Aktionen rund um Girls Day/Boys Day fördern wir Projekte wie MUT – Mädchen und Technik, das an der Universität Bamberg jährlich in den Herbstferien stattfinden. An drei Workshop-Tagen erhalten Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren Einblicke in die unterschiedlichen Aspekte der Informatik. Junge Frauen sind in den technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildungsberufen und Studiengängen leider immer noch viel zu selten anzutreffen. Aus diesem Grund unterstützt die Gleichstellungsstelle das stark nachgefragte Workshop-Angebot.

Wiedereinstieg in den Beruf

Eine hohe Erwerbstätigenquote von Frauen wurde aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen wie dem demografischen Wandel oder dem zunehmenden Fachkräftemangel in den Unternehmen immer wichtiger. Tatsache ist, dass dauerhaft auf die Leistungsfähigkeit der Frauen am Arbeitsmarkt nicht verzichtet werden kann.
Um die Chancengleichheit für Frauen bei der Erwerbstätigkeit zu verbessern, unterstützt die Gleichstellungsstelle diese unter anderem beim Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. Zum einen bieten wir Rat und Unterstützung bei der Rückkehr in den Beruf an und beteiligen uns an Maßnahmen für Wiedereinsteigerinnen.

Seit einigen Jahren beteiligt sich die Gleichstellungsstelle der Stadt Bamberg bei der Veranstaltung des Infotages Wiedereinstieg.

Die Gleichstellungsbeauftragten unterstützen das Qualifizierungsangebot von Wiedereinsteigerinnen „Neuer Start für Frauen“ des Katholischen Erwachsenenbildungswerks (Kursleitung: Frau Mechthildis Bocksch), bei dem Frauen Wege aufgezeigt werden, nach längerer Berufspause wieder in den Arbeitsalltag einzusteigen.

Vereinbarkeit von Familie & Beruf

Grundsätzliche gesellschaftliche Veränderungen führten auch zu einem Wandel des Familienbildes: Junge Eltern setzen nicht einseitig auf Familie oder Beruf, sie wünschen sich die Vereinbarkeit beider Lebensbereiche und eine gerechte Verteilung von Berufs- und Familienpflichten. Daneben ist Erwerbstätigkeit für zahlreiche Frauen auch eine ökonomische Notwendigkeit.

Die Gleichstellungsstelle setzt sich daher sowohl intern, als auch außerhalb der Stadtverwaltung Bamberg für Familienfreundlichkeit ein und arbeitet gemeinsam mit anderen Ämtern der Stadtverwaltung und in Netzwerken an der Herausforderung „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

  • Beispielsweise wurde das „Bamberger Ferienabenteuer“, das für Schulkinder während der Ferien ein abwechslungsreiches Programm mit hochwertiger Betreuung bietet, im „Arbeitskreis Familie+Beruf“ entwickelt.
  • Auch an einem der wichtigsten Handlungsfelder, dem Ausbau der Kinderbetreuung, wirkt die Gleichstellungsbeauftragte aktiv zum Wohle der Bamberger Familien mit.
  • Seit 2016 ist die Stadt Bamberg Mitglied im „Familienpakt Bayern“, wodurch wir über Vorteile und Umsetzungsmöglichkeiten familienfreundlicher Personalpolitik informiert sind. Die Servicestelle stärkt daneben die Infrastruktur für Kinderbetreuung und Pflege, berät Unternehmen und zeichnet besonders familienfreundliche Arbeitgeber öffentlichkeitswirksam aus.

Intern ist die stetige Weiterentwicklung der familienfreundlichen, mitarbeiter- und lebensphasenorientierten Personalpolitik der Arbeitgeberin Stadt Bamberg mit einer entsprechend gelebten Unternehmenskultur Ziel aller beteiligten Akteure (Stadtrat, Oberbürgermeister, Bürgermeister, Führungskräfte , Personal- und Organisationsamt, Familien-Service, Personalvertretung, Familienbeauftragte, Familienbeirat, Gleichstellungsbeauftragte etc.).

Mit zahlreichen, auch individuellen Maßnahmen unterstützt die Stadt Bamberg ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Vereinbaren von Familie und Beruf. Fest etabliert sind mittlerweile Angebote wie:

  • Kindermitbringtag am schulfreien Buß- und Bettag
  • Partnerunternehmen beim „Bamberger Ferienabenteuer“

Lohngleichheit

10 Jahre Equal Pay Day in Deutschland. Kein Grund zu Feiern

Seit 10 Jahren gibt es den „Tag der gleichen Bezahlung“ in mittlerweile 20 europäischen Ländern. Ein Grund zu feiern? Wohl kaum bei einer Lohnlücke zwischen Mann und Frau von immer noch 21 Prozent.

Der Equal Pay Day wird jährlich neu berechnet und markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen länger arbeiten müssten, um auf das gleiche Gehalt zu kommen, das Männer bereits am Ende des Vorjahres erhalten.

Dies kommt insbesondere zustande, da der Frauenanteil in schlecht bezahlten Branchen überdurchschnittlich hoch ist, Frauen seltener Führungspositionen einnehmen bzw. häufiger teilzeitbeschäftigt sind. Zudem kommt es bei Frauen vermehrt zu „Fehlzeiten“ durch beispielsweise Elternzeit oder die Pflege von Angehörigen.

Ziel muss es also sein, den Equal Pay Day überflüssig zu machen. Das heißt konkret:

  • Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit.
  • Neue und bessere Bewertung/Vergütung der (meist frauendominierten) Tätigkeiten z. B. in den Pflege- und Erziehungsberufen.
  • Ein flächendeckender Ausbau von kostenfreien Kinderbetreuungsplätzen.
  • Sozialversicherungspflicht ab dem 1. Euro für alle Beschäftigungsverhältnisse.
  • Die Abschaffung des Ehegattensplittings.
  • Gesetzlicher Anspruch auf Rückkehr von Teilzeit zu Vollzeit.