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Straßenbenennung

Die Kommunen müssen nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung für eine rasche und zuverlässige Orientierung im Stadt- bzw. Gemeindegebiet sorgen. Die Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen erfüllt diese Ordnungs- und Erschließungsfunktion und gewährleistet z.B. bei Notfällen einen schnellen und effektiven Einsatz der Rettungsdienste und der Polizei, sie ermöglichen und erleichtern Zustellungen, aber auch den privaten Besuchsverkehr. Soweit Neubenennungen notwendig werden, sollen die Kommunen wegen des örtlichen geschichtlichen Bezugs vor allem die Verwendung alter Flurnamen prüfen. Sind keine historischen Flurnamen nachweisbar oder wurden diese bei Straßenbenennungen bereits verwendet, wählt man meist „Personen der Stadtgeschichte“, also Persönlichkeiten, die einen geschichtlichen Bezug zur Kommune haben, insbesondere zu dem Gebiet haben, in dem die neu zu benennende Straße liegt. Dabei ist zu beachten, dass durch die Wahl dieser Person nicht nur die Erinnerung an sie/ihn wachgehalten werden soll, sondern die Benennung zugleich auch als Anerkennung der Ideen oder Leistungen bzw. als Ausdruck der Erinnerungswürdigkeit der Person verstanden werden kann.

Das Kulturamt der Stadt Bamberg nimmt Vorschläge für Straßenbenennungen entgegen und erstellt daraus eine Vorschlagsliste. Bei Neuausweisung von Straßen, Wegen und Plätzen führt es das Benennungsverfahren durch und legt die jeweiligen Vorschläge anschließend dem Kultursenat zur Beratung und dem Stadtrat zur Entscheidung vor.

Straßenneubenennungen 2019

Stichstraße im Bereich Hartmannstraße/Starkenfeldstraße/Berliner Ring

Lageplan: Stichstraße ab Starkenfeldstraße

Die Straße zweigt von der Starkenfeldstraße ab und endet in einem Wendehammer. In dem schraffierten Bereich entsteht ein neuer Gebäudekomplex für Wohnen und Gewerbe sowie ein Hotel.

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 23.07.2019 als neue Bezeichnung für die Stichstraße, abzweigend von der Starkenfeldstraße (im Lageplan rot markiert), den Namen Minna-Neuburger-Straße beschlossen.

Erläuterung:

Die Jüdin Minna Neuburger war mit dem Kaufmann Philipp Neuburger verheiratet, dem Mitinhaber der Schuhfabrik „Gebr. Neuburger AG“, die in unmittelbarer Nähe der zu benennenden Straße, in der Hartmannstraße, angesiedelt war. Im Oktober 1938 erfolgte der Zwangsverkauf der o. g. Firma. Minna Neuburger wurde 1942 nach Izbica in Polen deportiert, ihr weiteres Schicksal bzw. die Um-stände ihrer Ermordung sind nicht bekannt.

Straßen(neu-)benennungen in Bamberg-Ost im Bereich des Konversionsgeländes

Im Zuge der Entwicklung der Konversionsflächen im Bereich des „Lagarde-Campus“ wurden drei weitere Straßen benannt (siehe Plan).

Lageplan: Straßenbenennung Lagarde Campus

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 27. November 2019 folgende Straßennamen beschlossen:

  1. Der im Lageplan grün markierte Straßenbereich in Verlängerung der bereits benannten „Wörthstraße“ wird ebenfalls in Wörthstraße“ benannt.
  2. Die orange markierte Erschließungsstraße von der Weißenburgstraße in das Areal des Lagarde-Campus und weiter Richtung Berliner Ring hatte während der Anwesenheit der US-amerikanischen Streitkräfte den Namen „John F. Kennedy Boulevard“ erhalten. Bereits kurz nach dem Abzug der US-Streitkräfte wurde aus der Bürgerschaft der Wunsch an die Stadt Bamberg herangetragen, die amerikanischen Straßen- und Gebäudebezeichnungen so weit wie möglich beizubehalten. Im Januar 2016 schloss sich der Kultursenat diesem Wunsch an und veranlasste, dass die amerikanischen Straßennamen auf die Vorschlagsliste für Straßenneubenennungen gesetzt werden und im Einzelfall bei Benennungen im ehemaligen Konversionsgelände eine Beibehaltung dieser Straßennamen diskutiert und in die Entscheidungsfindung einfließen sollen. Angesichts der Bedeutung des ehemaligen US-Präsidenten für die deutsche-amerikanische Freundschaft wurde bei der nun anstehenden Benennung dem Wunsch der Bevölkerung entsprochen und die Straße in „John-F.-Kennedy-Boulevard“ benannt.
  3. Bei der Benennung der Erschließungsstraße beim neuen Digitalen Gründerzentrum (im Lageplan pink markiert) wird des ersten Militärgouverneurs und Bezirkskommandanten in Bamberg nach 1948 Nathanial R. Preston gedacht. Wie kaum ein Zweiter steht Preston für die Entwicklung der deutsch-amerikanischen Freundschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Er förderte maßgeblich den Wiederaufbau der Stadt, der Verwaltung, die Freigabe von Wohnraum und Schulgebäuden sowie die Gründung der Bamberger Symphoniker. Nach vorübergehender Rückkehr in die USA verlegte Preston nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst seinen Wohnsitz nach Bamberg und betrieb dort ein Geschäft für Modellbauzubehör. Er verstarb 1983 in Bamberg, wo er auch auf dem Bamberger Hauptfriedhof im Bereich des Ehrenfriedhofes bestattet wurde. Die Straße erhält den Namen „Nathaniel-R.-Preston-Straße“.