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Schaeffler-Areal

Auch beim sogenannten „Schaefller-Areal“ handelt es sich ursprünglich um eine Textilfabrik. Unternehmensgeschichtlich hängt die Entstehung dieser ursprünglichen Seilerei sogar eng mit der Erba zusammen. Auf Initiative der Betreiber der Baumwollspinnerei in Gaustadt („Erba“) entstand 1885 die „Mechanischen Seilerwarenfabrik AG“ in Bamberg.

Die gesamte Grundanlage der Fabrik wurde innerhalb von nur neun Monaten errichtet. Produziert wurden Garne aus Hanf und Werg, wobei Seile bis zu sechs Zentimeter Durchmesser hergestellt werden konnten. Die Verarbeitungskapazität stieg rasch auf zehn Tonnen Hanf pro Tag an. Ebenso stieg die Zahl der Beschäftigten von anfangs dreihundert Arbeitern auf 575 im Jahr 1910, was die Seilerwarenfabrik zeitweise zum größten industriellen Arbeitgeber in Bamberg werden ließ.

Mit der ansteigenden Produktion entstanden auch neue Gebäude: 1896 und 1906 wurde die Seilerei jeweils vergrößert.1909 entstand der „Arbeiterspeisesaal“. Bis 1910 wurde die Front zur Jäckstraße mit Färberei und Flechterei geschlossen. 1911 entstand ein Sozialgebäude entlang der Lichtenhaidestraße, welches in den 1970er Jahren jüngeren Gebäuden ebenso weichen musste, wie die Arbeiterwohnsiedlung im westlichen Teil des Gebietes.

In den Nachkriegsjahren stieg die Fabrik zu Deutschlands zweitgrößter Hanfspinnerei auf, was im Grunde genommen jedoch nur abbildet, dass Kunstfasern längst auf dem Vormarsch waren und Hanfspinnereien nicht mehr marktfähig.

Deshalb kam es 1963 zur Auflösung der Seilerwarenfabrik.

Die noch heute bekannte Herzogenauracher Firma Schaeffler übernahm daraufhin das Werk und errichtete dort eine Teppichproduktion. In diesem Zusammenhang entstand 1974 das bis heute prägende zentrale große Gebäude auf dem Gelände. Zeitweise stieg die Zahl der Beschäftigten am Standort Bamberg auf über 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

1989 wurde das Unternehmen nach Belgien verkauft und sodann relativ rasch die Produktion nach Burgebrach, Sachsen und Tschechien verlagert. Seitdem stehen die meisten Gebäude auf dem Gelände in Bamberg leer. Glücklicherweise sind jedoch Unternehmensführung, Verwaltung, Forschung und Entwicklung des heute „Ideale Automotive“ heißenden Unternehmen am Standort Jäckstraße bis heute verblieben.

Die Bezeichnung „Schaeffler“ hat sich allerdings auch nach 1989 noch gehalten, weil dieser Schriftzug außen an den Gebäuden bis heute präsent geblieben ist.

Seit der Ausweisung des Sanierungsgebietes konnten bereits einige Gebäude saniert werden bzw. befindet sich ein großer Teil im Umbau. Ein Abschluss der Hochbauarbeiten ist für Ende 2015 geplant.