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Natura 2000 in Bamberg

Neben dem Klimaschutz ist die Bewahrung der Biodiversität (die Vielfalt natürlicher Lebensräume und Arten mit ihrem Erbgut) die zweite große ökologische Herausforderung der Gegenwart. 1992 hat sich die EU in Rio de Janeiro verpflichtet, ein europaweites Biotopnetz aufzubauen, das dem Erhalt der Artenvielfalt dient. Auch die Stadt Bamberg ist an diesem Netz namens NATURA 2000 beteiligt - mit immerhin 11 % der Stadtfläche. Bamberg ist damit führend in Oberfranken und liegt unter den bayerischen Städten an fünfter Stelle. Das Umweltamt hat eine 32-seitige Broschüre zum Thema herausgegeben, die kostenlos an der Infothek im Rathaus Maxplatz und hier als pdf-Datei erhältlich ist.

Natura 2000 ist ein EU-weites Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten. Es setzt sich zusammen aus den Vogelschutzgebieten und den FFH-Schutzgebieten (Fauna-Flora-Habitat). Hauptanliegen ist es, innerhalb dieser Gebiete den günstigen Erhaltungszustand schutzbedürftiger Tier- und Pflanzenarten zu sichern und zu verbessern.

Teile des Bamberger Stadtgebietes sind von herausragendem naturschutzfachlichen Wert und wurden deshalb als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen. Dazu gehören:

  • 6131-371 „Regnitz, Stocksee und Sandgebiete von Neuses bis Hallstadt“
  • 6031-371 „Altwässer an der Regnitzmündung bei Bamberg und bei Viereth“
  • 6131-302 „Bruderwald mit Naturwaldreservat Wolfsruhe“
  • 6131-372 „Wiesen um die Altenburg bei Bamberg“

Diese FFH-Gebiete beherbergen eine hohe Zahl an bedrohten Tier- und Pflanzenarten, welche an die dort vorkommenden spezifischen Lebensbedingungen angepasst sind.

Im Bamberger Hain finden sich beispielsweise die letzten Reste der Hartholzaue in ganz Oberfranken, totholzreiche Alteichen beherbergen seltene Großkäferarten wie Eremit, Hirschkäfer und Großer Eichenbock. Letzterer kommt in ganz Bayern ausschließlich im Bamberger Hain vor.

Auf den artenreichen Wiesen um die Altenburg gibt es Vorkommen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Dieser Tagfalter hat einen der faszinierendsten Lebenszyklen unserer heimischen Arten. Er ist auf den Großen Wiesenknopf und seine Wirtsameisen angewiesen und aufgrund dieser Spezialisierung ganz besonders gefährdet. Die ebenfalls stark gefährdete Bechsteinfledermaus hat in den Baumhöhlen des totholzreichen Buchen- und Eichenwalds im Bruderwald optimale Bedingungen gefunden. An der Regnitz mit seinen Auwaldresten und feuchten Hochstaudenfluren leben Biber und die Grüne Flussjungfer. Diese Libellenart ist aufgrund ihrer hohen Lebensraumansprüche an die Gewässerqualität und den Strukturreichtum sehr rar geworden und vielerorts vom Aussterben bedroht.

Zum Erhalt dieser und weiterer Arten wurden sogenannte Managementpläne, d.h. Entwicklungskonzepte, erarbeitet. In diesen sind die Maßnahmen aufgeführt, die im NATURA 2000-Gebiet notwendig sind, um einen günstigen Erhaltungszustand der schutzbedürftigen Tier- und Pflanzenarten zu gewährleisten oder wiederherzustellen.

Die Managementpläne können über den nachfolgenden Link und Eingabe der Gebietsnummer auf den Seiten des Landesamtes für Umwelt (LfU) eingesehen werden: Managementpläne für FFH-Schutzgebiete

Der Managementplan ist Leitlinie des staatlichen Handelns und schafft Planungssicherheit für die Grundeigentümer und Bewirtschafter. Verbessernde Maßnahmen sollen auf freiwilliger Basis und vor allem im Rahmen von Förderprogrammen umgesetzt werden.

Rechtsverbindlich ist jedoch das gesetzliche Verschlechterungsverbot, das unabhängig vom Managementplan gilt. Alle Maßnahmen, die im besonderen Maße die schutzbedürftigen Tier- und Pflanzenarten schädigen, sind demnach verboten. Ob Vorhaben in Konflikt mit dem Verschlechterungsverbot geraten können, muss jeweils im konkreten Einzelfall beurteilt werden.

Hierzu, wie auch zur Umsetzung der Erhaltungsmaßnahmen, berät die zuständige Untere Naturschutzbehörde der Stadt Bamberg.


  • NATURA 2000 in Bamberg

    Europäischer Schutz für unsere Region

  • Die Bayerische Natura 2000- Verordnung