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Ziele der Stadtsanierung

Stärkung der Innenstädte

Gegenüber anderen Zielen der Stadtsanierung hat sich die Stärkung der Innenstädte in den letzten Jahren zur zentralen Aufgabe der Städtebauförderung entwickelt. Aus wirtschaftlichen und ökologischen Erwägungen ist es zum Hauptziel der Stadtsanierung geworden, die Innenstädte als zentrale Orte des Handels, der Dienstleistung, der Bildung, des Wohnens und der Arbeit zu erhalten und nachhaltig zu stärken.

Schaffung von Arbeitsplätzen

Durch die Stärkung der Innenstädte wird eine Vielzahl von Arbeitsplätzen in den Innenstädten gesichert und dauerhaft erhalten. Darüber hinaus bewirken die enormen baulichen Investitionen, die im Bestand geleistet werden, einen dauerhaften Beschäftigungseffekt für die Bauwirtschaft. Weil gerade die Sanierung von Gebäuden in der Regel nicht von großen Generalunternehmern geleistet werden kann, profitiert hiervon in besonderem Maße der örtliche Mittelstand und das traditionelle Handwerk. So ist es durch vielfältige Untersuchungen erwiesen, dass jeder Euro, der im Rahmen der Städtebauförderung investiert wird, das achtfache an zusätzlicher Wirtschaftsleistung in Bewegung setzt. Damit ist die Städtebauförderung von allen bestehenden staatlichen Investitionsprogrammen dasjenige Programm, welches den größten wirtschaftlichen Folgeeffekt und den größten Beschäftigungseffekt auslöst.

Neben der Erschaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen leistet die Städtebauförderung zudem einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung und Erhaltung traditioneller Handwerkstechniken und damit zur lebendigen Tradierung des vielfältigen kulturellen Erbes.

Bewahrung des kulturellen Erbes

Gerade in einem Weltkulturerbe wie Bamberg besteht ein wesentliches Ziel der Stadtsanierung in der Bewahrung und Erhaltung der einzigartigen historischen Bausubstanz. Erst durch den Einsatz von Städtebaufördermitteln bzw. Steuerabschreibungsmöglichkeiten besteht eine realistische wirtschaftliche Perspektive zur sinnvollen Nutzung, und damit zur dauerhaften Erhaltung der historischen Gebäude.

Stärkung des Wohnens

Wesentliches Ziel der Stadtsanierung ist es, die Innenstadt nicht nur als Ort des Handels und der Dienstleistung lebendig zu erhalten, sondern zugleich das Wohnen dort zu stärken. Wohnen in zentraler Lage reduziert das Verkehrsaufkommen, stärkt die örtliche Kaufkraft, stärkt die soziale Sicherheit und dämmt die Neuausweisung von Wohnbauflächen am Stadtrand ein.

Durch die Aufrechterhaltung einer gleichbleibend hohen Wohnbevölkerung in der Innenstadt wird zudem sichergestellt, dass die zahlreichen vorhandenen Infrastruktureinrichtungen optimal ökonomisch ausgelastet werden und keine Leerstände entstehen.

Stadt der kurzen Wege

Durch die Bündelung vielfältiger Funktionen, wie Handel, Dienstleistung, Bildung, Wohnen und Kultur auf engstem Raum, sichert die Stadtsanierung die "Stadt der kurzen Wege". Dadurch ist es möglich geworden, dass im Binnenverkehr in Bamberg die Benutzung des Kraftfahrzeuges lediglich eine Minderheitenfunktion ausfüllt. Zum Zwecke des Einkaufens in der Innenstadt selbst kommen über achtzig Prozent der Bambergerinnen und Bamberger ohne motorisierten Individualverkehr aus. Die Stadtsanierung leistet damit einen zentralen Beitrag zur Entlastung der historischen Altstadt vom Kraftfahrzeugverkehr. Die Stadtsanierung ist somit das Kernstück jeder nachhaltigen Stadtentwicklung.

Einsparung von Ressourcen

Die Innenentwicklung der Städte leistet einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung des Landverbrauchs. Jede Nutzung, die in einem bestehenden Gebäude in der Stadt realisiert wird erspart nicht nur die Neuausweisung und Neuversiegelung von Bauland, sondern auch die enormen Erschließungskosten, die für neue Baugebiete aufzubringen wären.

Durch die fortdauernde Nutzung historischer Gebäude wird auch die Neuproduktion von Baustoffen ebenso stark reduziert, wie der Anfall von Abbruchmaterial aus abgebrochenen Altbauten. Dadurch wird ein wertvoller Beitrag zur Nutzung vorhandener Ressourcen und zur Verhinderung von Bauschutt geleistet. Die Nichtproduktion neuer Baustoffe spart zudem erheblich Energie.

Kultur stärken

Gerade in einer Stadt höchster kultureller Dichte und Vielfalt wie Bamberg, ist die Stärkung der vorhandenen kulturellen Einrichtungen sowie die Schaffung neuer eine wichtige Aufgabe der Stadtsanierung. Diese zentralen kulturellen Einrichtungen, die in Bamberg häufig von überörtlicher Bedeutung sind, stärken die Bedeutung, die Zentralität und auch die Identität der historischen Innenstadt.

Darüber hinaus leistet die Stadtsanierung auch einen wertvollen Beitrag zur Baukultur. Häufig gehen Bauvorhaben im Rahmen der Städtebauförderung Wettbewerbe voraus, so dass die qualtitätvollste zeitgenössische Architektur realisiert werden kann. Die Integration neuer Nutzungen in vorhandene Bausubstanz erfordert oft zeitgenössische Zufügungen, so dass im Zusammenwirken von Alt und Neu besonders spannungsreiche Architekturqualitäten wirksam werden.

Soziale Gerechtigkeit

Stadtsanierung dient der Erhaltung und Sicherung ausgewogener Sozialstrukturen. Unsere Gesellschaft tendiert dazu, lediglich aktiven und mobilen Menschen zwischen 18 und 55 Jahren gesellschaftliche Teilhabe im Sinne von Kommunikation, Konsum, Kultur und Erlebnis zu ermöglichen. Durch die nachhaltige Stärkung der Innenstädte wird insbesondere jungen Menschen ohne Führerschein und alten Menschen mit eingeschränktem Bewegungsspielraum der notwendige Lebensraum mit der dazugehörigen Infrastruktur eröffnet, um weitestgehend selbstbestimmt einer Vielzahl von Aktivitäten nachgehen zu können. Damit leistet die Stadtsanierung einen wesentlichen Beitrag zur sozial ausgewogenen Stadt.

Aufwertung des öffentlichen Raumes

Ein erheblicher Teil der Stadtsanierung widmet sich der Gestaltung des öffentlichen Raumes und dessen Aufwertung. Auf diese Weise werden wertvolle Stadtstrukturen und Ortsbilder erhalten. Durch die entstehenden Qualitäten werden zudem in hohem Maße private Investitionen angeregt und ausgelöst.